Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (4) – G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff

G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff – Yoga und unsere Medizin (1971, S.15-19, Erstauflage 1963)

Mukerji und Spiegelhoff Buch

Dr. med. Werner Spiegelhoff (1912-2006) war Pionier und maßgeblicher Initiator des Yoga in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen . Als junger Arzt an der Kölner Uni-Klinik lernte er seinen indischen Kollegen Dr. G. S. Mukerji, ein Arzt und Yogalehrer aus Indien kennen.Bei den gemeinsamen Visiten empfahl Dr. Mukerji häufig auch Therapien, die bei uns in Deutschland unbekannt waren und dem indischen Yoga entstammten. Die Erfolge waren gut, so dass Dr. Spiegelhoff sich immer stärker dafür interessierte. Er ließ sich im Yoga ausbilden, praktizierte  selbst und unterrichtete dann  seine Fachkollegen und  seine Patienten.Er gründete die „Yogagruppe Hilden“.

spiegelhoff1973

In diesem seit fast 50 Jahren selten gebliebenen Klassiker wissenschaftlicher Yogaliteratur – die es in Deutschland so gut wie nicht gibt -finden sich sehr detaillierte Angaben über die Ausführung von Asanas. In der Literaturliste wird auch das Buch „Asanas“ von Swami Kuvalayananda erwähnt.

Die Ausgangsposition der Praxis ist laut den Autoren immer Shavasana.Auch wird nach jeder Übung Shavasana wieder eingenommen, da dem System ein Wechsel von Anspannung und Entspannung zu Grunde liege.

In Shavasana wird eine vollkommene Entspannung der Muskeln und Gelenke erreicht bis man  den Körper nicht mehr empfindet und  verbunden mit einem Gefühl der seelischen Ausgeglichenheit. Dann begibt man sich in ein Asana.

Danach folgt wieder Shavasana.

Dieses soll mindestens genauso lang eingehalten werden wie die vorherige Übung: Die Entspannung nach der Haltung bewirkt ein wohliges Körpergefühl, das möglichst lange auszukosten ist.

Es wird auf ältere Bücher hingewiesen, wonach jede Übung bis zu 30 Minuten  eingehalten werden soll. Die Erfahrung lehre aber, dass zu Beginn nur etwa 10 Sekunden in der Haltung verweilt werden soll. Dies könne bei völliger Beherrschung bis 2 Minuten ausgedehnt werden.

Hierzu könnten die Sekunden oder die Atemzüge gezählt werden. Die Atmung soll gleichmäßig und locker sein. Alle symmetrischen Übungen sollen 3 Mal wiederholt werden, bei asymmetrischen Übungen solle 2- 6 Mal jede Seite geübt werden. Nach jeder Wiederholung soll wiederum Shavasana geübt werden. Die Reihenfolge der Übungen soll so gewählt werden, dass, dass immer einander entgegengesetzte Körperteile und Muskeln beansprucht werden.

Nach einer Anspannung soll eine Dehnung folgen. Einen Tag in der Woche soll man pausieren. Man soll die Übungen auswählen, die einem zusagen. Schmerzen sollen strikt vermieden werden. Ein gesunder Mensch solle mit 2 Haltungen am Tag beginnen. Fortschritte würden sich zeigen, wenn der Atem gleichmässig und locker ausgeführt werde. Man solle nicht mehr als 5 Übungen hintereinander machen.

Diese Anleitungen unterscheiden sich erheblich von denen bei Gharote und Gune. HIer wird besonders ein Wechsel von Anspannung und Entspannung betont und ein  Wechsel von Dehnung und Anspannung. Zwischen den Haltungen soll aber auch immer entspannt werden.

Ein Kommentar zu “Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (4) – G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff”

  1. Frau Blavatsky von der thesophischen Gesellschaft hat seiner-
    zeit bei einem Vortrag in Wuppertal (lange her bzw. wieder aktuell) nachdrücklich vor Hathayogaübungen gewarnt hat . Das Üben
    der Nachspürhaltung nach jedem Asana wird sie sicher nicht
    gemeint haben. Schon interessant das „Schabasana“ als erste
    Übung von Mukerji/Spiegelhoff genannt wird, sie jeder anderen
    Asana nachgeschaltet werden sollte (Seite 20 ,Yoga und unsere Medizin).

    Das Buch wurde in 2. Jahrzehnten 4x aufgelegt, Auflagenzahl
    ist nicht in Erfahrung zu bringen.

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