Ein BDY – Interview mit P. Broome „wir haben uns alle irgendwie lieb“

Ein vom BDY im März ins Netz gestellte Podiumsdiskussion unter anderem mit Patrick Broome wirft Fragen auf, die keiner stellt.

Hier im Gespräch der BDY- Plattform ab Minute 8:
Patrick Broome hat sich in einem BDY Video im Rahmen  einer Posiumsdiskussion  zu der Frage geäußert, ob Yogaschulen rentabel sein. Dies sei angeblich nicht der Fall. Schliesst Broome hier vielleicht von sich auf andere?

Mit Yogaunterricht und Kursen kann „man“ kein Geld verdienen?

Nach  Auffassung von P. Broome und seiner Erfahrung sind  die meisten Yogaschulen  unrentabel,  kommen gerade so hin und werfen keinen nennenswerten Gewinn ab. Mit Yogaunterricht, so Broome, könnte man  kein Geld verdienen. Das  sei nur mit Workshops und Ausbildungen möglich. Aber ist das so?

Die Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga besteht seit 1995 – und hat von Anfang an und immer Gewinn abgeworfen. Wie mussten niemals einen Kredit aufnehmen, haben keine Schulden  und konnten immer all  – teils erheblichen – Investionen aus dem laufenden Umsatz bestreiten. Wir beschäftigen fest angestellte Mitarbeiter und zahlen unseren Dozenten angemessene Honorare.

Wir haben schon an früherer Stelle darauf hingewiesen, das ein gut funktionierender Kursbetrieb die Grundlage unserer Tätigkeit ist und sein sollte. Ein Yogakonzept, das sich nicht in der Praxis bewährt, ist untauglich. 

Ausbildungen führen wir seit 2008 durch und sie waren zu keinem Zeitpunkt wirtschaftlich notwendig, sondern lediglich eine Ergänzung unserer Tätigkeiten.

Unternehmerisch hat P. Broome scheinbar keine gute Hand:  ein Schuldenberg von 60.000 € für die Berliner Pleite, 200.000 Euro Verluste für Companisto Anleger im UNYTE Projekt und nun 4 defizitäre Yogastudios?


Patrick Broome hatte mit seiner Expansion nach Berlin vor einigen Jahren Schiffbruch erlitten. Das Abenteuer hat ihm  einen Schuldenberg von 60.000 € hinterlassen, den er gerade abbezahlt hat.  Hierzu herzlichen Glückwunsch.

2016 setzte er als Beteiligter  weitere 200.000 Euro von Anlegern mit dem  UNYTE Projekt in den Sand. Obwohl Frontmann und Werbeträger, weist er die Verantwortung von sich.

Heute betreibt er 4 nach eigenen Angaben defizitäre Yogastudios in München.

Am 7.1.2011 gab Patrick Broome, als Yogatrainer der Fussball-Nationalmannschaft zu einiger Bekanntheit gelangt,  in einem Interview mit der SZ zu Protokoll:

 SZ: Ist es nicht anstößig, mit Yoga Kohle zu scheffeln? 

 

Broome: Nein. Es ist nicht falsch, Geld zu haben. (..)  Ich fand das „Größer, Schneller, Weiter“ nicht mehr stimmig für mich.

Deshalb habe ich mich von meinen Geschäftspartnern getrennt und mache jetzt nur noch mein kleines Studio in Schwabing.
Ich merke, dass mein Leben ruhiger und besser wird.“

Mittlerweile hat sich das kleine Studio in Schwabing aber doch wieder vermehrt und heute sind es 4 Studios in München.  Auf die Frage, wieviel man denn mit 4 Yogastudios in München verdient, antwortet er, der Umsatz sei gut, aber es bleibe  nichts übrig. Vielmehr werfen die Schulen nicht nur keinen Gewinn ab, er müsse Geld zuschiessen:

4 Studios in München: „Was übrig bleibt, ist immer noch so, das ich die bezu-schusse“


Mit anderen Worten, Herr Broome betreibt sage und schreibe 4 defizitäre Yogaschulen in München. Das ist sehr erstaunlich, denn als Studioinhaber hätte ich diese Möglichkeit nicht.  Wie kann man aus betriebswirtschaftlicher Sicht  Yogaschulen, die keinen Gewinn erwirtschaften, als „gut laufend“  bezeichnen“? Wie kann man 4 Schulen laufend subventionieren?

Und er geht noch einen Schritt weiter:

„Verdienen tut man nur mit Workshoos und mit Ausbildungen, da muss man sich nichts vormachen“

Es ist unter diesen Grundannahmen natürlich sinnvoll, wenn Herr Broome sich künftig verstärkt im lukrativeren Ausbildungsmarkt bewegen möchte  um seine Münchener Schulen alimentieren zu können. Aber ist das sinnvoll?

Der erste Ansatz hierzu ist allerdings gescheitert.

Ca 160 Anleger wurden im  UNYTE Yoga Projekt um knapp 200.00 Euro geschädigt

Unter der Leitung des früheren „Pixelpark“ -Chefs Paulus Neef plante Broome in den vergangenen Jahren als Yoga Promi gemeinsam mit  3  weiteren Projektmanagern das ambitionierte Projekt zum Aufbau einer deutschlandweiten Yogakette unter dem Namen UNYTE.

Bis zum Jahr 2020 sollten 20 Studios in Deutschland und sogar dem deutschsprachigen Ausland entstehen. Broome wollte hierzu nicht nur mit seiner Popularität, sondern auch mit der Ausbildung der Yogalehrer für UNYTE beitragen.

Motto sollte sein: „Yoga für alle“ – frei von Esoterik und Extremsport .

Hier wurden 158 Companisten der Crowdfunding Platt form unter aktiver und führender Beteiligung von P. Broome um knapp 200.000 Euro geschädigt.

Das Projekt wurde sang- und klanglos beerdigt, das Geld ist weg.

Sein Ausflug als populärer Frontmann von „Unity“ Yoga wird hier in der BDY – Podiumsdiskussion kurz besprochen. Allerdings stuft der Moderator seine zentrale Beteiligung an dem Projekt gleich zu Beginn v zu einer nur  beratenden Tätigkeit herab. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen.

Nun ja, eine kritische und bissige Moderation ist in diesem Format wohl auch kaum zu erwarten, denn Yoga bedeutet nach der Interpretation von Broome schliesslich die Erkenntnis, das sich „alle lieb haben“ (Video ab Minute 24) und geborgen fühlen….

In der  Werbung von UNYTE Yoga auf der Plattform Companista hatte Broome entgegen seiner Selbstdarstellung eine mehr als nur marginale Rolle. Er wurde vielmehr als Ausbilder gehypte und diente als Werbefigur im Companista Team:

“ Zu nennen ist hier Patrick Broome, einer der bekanntesten Yogalehrer Deutschlands. Er unterrichtet seit fast 20 Jahren Yoga und ist der Öffentlichkeit als Yoga-Lehrer der deutschen Fußballnationalmannschaft bekannt. Er bildet international Yogalehrende aus, leitet zwei Yogaschulen in München und ist Autor von »Yoga für den Mann«, »Yoga für alle«, »Mit Yoga leben« und »Spirituelle Krieger«.

Patrick Broome, Yogalehrer der Nationalelf, Brasilien WM 2014 // Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Schloss Elmau und Rebecca Randak

Gemeinsam mit Steph Jaksch leitet er die UNYTE Yogaakademie und bereitet die UNYTE-Lehrer darauf vor, moderne, an die individuellen Bedürfnisse der Mitglieder angepasste Yoga-Klassen anbieten zu können.“

„Es war Paulus, die Person Paulus Neef – der mich zum Mitmachen motiviert hat -ein erheblich durchdachtes Projekt und jetzt bin ich gespannt wie sich das entwickelt „

Im Promotionvideo von Unity, welches immer noch auf Companista einzusehen ist  sagt Broome, es sei Neef, der ihn zur Mitarbeit motiviert habe, denn dieses Projekt sei erheblich durchdachter als bisherige Versuche:

„Es war Paulus … es war ganz klar die die Person Paulus  Neef der mich angeprochen hat hier mitzumachen“

Und nun? Verantwortung abwälzen an Paulus Neef – den Spinner aus Berlin

Ganz anders klingt Broome jetzt, wo das Projekt sang – und klanglos eingestellt wurde, wo ohne jeden Kommentar und ohne jede Erklärung und das Geld der Anleger weg ist.Man hört kein Wort der Erklärung und kein Wort der Entschuldigung.  Vielmehr eine peinliche Distanzierung

„und dann hab ich ihm gesagt das das nicht funktioniert – das Konzept hat für mich keinen Sinn gemacht“

Neef habe gar nicht zu ihm kommen wollen, sondern das Projekt vielmehr einem Herrn Schweitzer vorgestellt. Der habe ihn dann angerufen, das „irgend ein Spinner aus Berlin“ ein Projekt plane.

Er, Broome sei dann unangemeldet dort zu einem Treffen erschienen, und Herr Neef sei wegen seiner Angelegenheit „ganz bleich geworden“, habe aber trotzdem tapfer weiter moderiert.

Das Konzept aber   „hat für mich keinen Sinne gemacht“ – „dann hat er mich gebeten für ihn Yogalehrer auszugeben -„dazu ist es aber nicht gekommen“

Tja. lieber Paulus Neef, in der Yogascene sollte man sich seine Partner besser aussuchen. Von „es war ganz klar Paulus, der mich überzeugt hat hin “ zu dem „Spinner aus Berlin“ ist es leider nur ein kleiner Schritt.

Persönlichkeitsentwicklung im Yoga?

Ganz oft wird ja von einer „Persönlickeitsentwicklung“ im Yoga gesprochen, Yoga hin oder her, sollten Menschen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Die Art und Weise, wie hier Verantwortung abgewälzt wird, ist  für mich unertäglich, denn Broome hat das UNYTE Projekt aktiv mitgetragen und nachdem es gescheitert ist, stellt er sich nicht dazu.

Keine kritischen Fragen 

Da in der Yogascene kritische Dikussionen nicht geführt werden, sieht man auch an der Moderation. Der Leiter hat sich auf die Angelegenheit entweder nicht vorbereitet oder es wurden im vorhinein kritische Fragen ausgeblendet.  Broome wird hier mit Samthandschuhen angefasst und muss sich nicht erklären.  Auch die Widersprüche werden nicht thematisiert- gestern überzeugter Frontmann mit „Klaus“ – heute will er nichts mehr davon wissen.

Milchmädchenrechnungen

Auch Dr, Bettina Knothe macht Milcnmädchenrechnungen auf.
Laut wird folgendes Modell vorgerechnet:

Ein Yogalehrer nimmt 10 Euro die Stunde. Er beschliesst  Kurse am Tag 3 Kurse anzubieten von je 60 Minuten. Bei je 10 Teilnehmern hat er also 300 Euro am Tag. An 4 Tagen in der Woche verdient er als 1200 € die Woche und 4800 € im Monat.

Nun würden sich 4800 € zwar gut anhören, seien aber nach Abzug der Kosten, der Steuern und Sozialbeiträge zu wenig.

Liebe Leute: Eine 4 Tage Woche mit 3 Stunden Unterricht am Tag und 12 h in der Woche ist kein Modell für eine selbstständige Tätigkeit!

Fazit:

Als Yogalehrer kann man nebenberuflich mit Kursen und hauptberuflich mit einem eigenen Studio durchaus ein angemessenes und gutes Einkommen erzielen. Entgegen den sozialromantischen Vorstellungen von Leuten, die mit Yoga eher „aussteigen“ wollen, ist das aber mit viel Arbeit und Engagement verbunden. Neben der Lehrtätigkeit muss man sich mit  anderen Fragen befassen, wie sie bei jeder freiberuflichen Tätigkeit anfallen. Verwaltung, Marketing und Buchhaltung sind einige davon.

Geld scheffeln lässt sich vor allem mit kurzen Ausbildungen. So sorgt die Ausbildungsschwemme von kurz und damit auch schlecht ausgebildeten Yogalehrern für zunehmende Konkurrenz und Preisdruck.

Wer also statt auf ein funktionierendes Studio auf Ausbildungen setzt, um aus den roten Zahlen zu kommen, produziert die Zustände, die er vorher beklagt hat, möglicherweise selbst.