Archiv der Kategorie: Kritische Yogadiskussionen

Ein BDY – Interview mit P. Broome „wir haben uns alle irgendwie lieb“

Ein vom BDY im März ins Netz gestellte Podiumsdiskussion unter anderem mit Patrick Broome wirft Fragen auf, die keiner stellt.

Hier im Gespräch der BDY- Plattform ab Minute 8:
Patrick Broome hat sich in einem BDY Video im Rahmen  einer Posiumsdiskussion  zu der Frage geäußert, ob Yogaschulen rentabel sein. Dies sei angeblich nicht der Fall. Schliesst Broome hier vielleicht von sich auf andere?

Mit Yogaunterricht und Kursen kann „man“ kein Geld verdienen?

Nach  Auffassung von P. Broome und seiner Erfahrung sind  die meisten Yogaschulen  unrentabel,  kommen gerade so hin und werfen keinen nennenswerten Gewinn ab. Mit Yogaunterricht, so Broome, könnte man  kein Geld verdienen. Das  sei nur mit Workshops und Ausbildungen möglich. Aber ist das so?

Die Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga besteht seit 1995 – und hat von Anfang an und immer Gewinn abgeworfen. Wie mussten niemals einen Kredit aufnehmen, haben keine Schulden  und konnten immer all  – teils erheblichen – Investionen aus dem laufenden Umsatz bestreiten. Wir beschäftigen fest angestellte Mitarbeiter und zahlen unseren Dozenten angemessene Honorare.

Wir haben schon an früherer Stelle darauf hingewiesen, das ein gut funktionierender Kursbetrieb die Grundlage unserer Tätigkeit ist und sein sollte. Ein Yogakonzept, das sich nicht in der Praxis bewährt, ist untauglich. 

Ausbildungen führen wir seit 2008 durch und sie waren zu keinem Zeitpunkt wirtschaftlich notwendig, sondern lediglich eine Ergänzung unserer Tätigkeiten.

Unternehmerisch hat P. Broome scheinbar keine gute Hand:  ein Schuldenberg von 60.000 € für die Berliner Pleite, 200.000 Euro Verluste für Companisto Anleger im UNYTE Projekt und nun 4 defizitäre Yogastudios?


Patrick Broome hatte mit seiner Expansion nach Berlin vor einigen Jahren Schiffbruch erlitten. Das Abenteuer hat ihm  einen Schuldenberg von 60.000 € hinterlassen, den er gerade abbezahlt hat.  Hierzu herzlichen Glückwunsch.

2016 setzte er als Beteiligter  weitere 200.000 Euro von Anlegern mit dem  UNYTE Projekt in den Sand. Obwohl Frontmann und Werbeträger, weist er die Verantwortung von sich.

Heute betreibt er 4 nach eigenen Angaben defizitäre Yogastudios in München.

Am 7.1.2011 gab Patrick Broome, als Yogatrainer der Fussball-Nationalmannschaft zu einiger Bekanntheit gelangt,  in einem Interview mit der SZ zu Protokoll:

 SZ: Ist es nicht anstößig, mit Yoga Kohle zu scheffeln? 

 

Broome: Nein. Es ist nicht falsch, Geld zu haben. (..)  Ich fand das „Größer, Schneller, Weiter“ nicht mehr stimmig für mich.

Deshalb habe ich mich von meinen Geschäftspartnern getrennt und mache jetzt nur noch mein kleines Studio in Schwabing.
Ich merke, dass mein Leben ruhiger und besser wird.“

Mittlerweile hat sich das kleine Studio in Schwabing aber doch wieder vermehrt und heute sind es 4 Studios in München.  Auf die Frage, wieviel man denn mit 4 Yogastudios in München verdient, antwortet er, der Umsatz sei gut, aber es bleibe  nichts übrig. Vielmehr werfen die Schulen nicht nur keinen Gewinn ab, er müsse Geld zuschiessen:

4 Studios in München: „Was übrig bleibt, ist immer noch so, das ich die bezu-schusse“


Mit anderen Worten, Herr Broome betreibt sage und schreibe 4 defizitäre Yogaschulen in München. Das ist sehr erstaunlich, denn als Studioinhaber hätte ich diese Möglichkeit nicht.  Wie kann man aus betriebswirtschaftlicher Sicht  Yogaschulen, die keinen Gewinn erwirtschaften, als „gut laufend“  bezeichnen“? Wie kann man 4 Schulen laufend subventionieren?

Und er geht noch einen Schritt weiter:

„Verdienen tut man nur mit Workshoos und mit Ausbildungen, da muss man sich nichts vormachen“

Es ist unter diesen Grundannahmen natürlich sinnvoll, wenn Herr Broome sich künftig verstärkt im lukrativeren Ausbildungsmarkt bewegen möchte  um seine Münchener Schulen alimentieren zu können. Aber ist das sinnvoll?

Der erste Ansatz hierzu ist allerdings gescheitert.

Ca 160 Anleger wurden im  UNYTE Yoga Projekt um knapp 200.00 Euro geschädigt

Unter der Leitung des früheren „Pixelpark“ -Chefs Paulus Neef plante Broome in den vergangenen Jahren als Yoga Promi gemeinsam mit  3  weiteren Projektmanagern das ambitionierte Projekt zum Aufbau einer deutschlandweiten Yogakette unter dem Namen UNYTE.

Bis zum Jahr 2020 sollten 20 Studios in Deutschland und sogar dem deutschsprachigen Ausland entstehen. Broome wollte hierzu nicht nur mit seiner Popularität, sondern auch mit der Ausbildung der Yogalehrer für UNYTE beitragen.

Motto sollte sein: „Yoga für alle“ – frei von Esoterik und Extremsport .

Hier wurden 158 Companisten der Crowdfunding Platt form unter aktiver und führender Beteiligung von P. Broome um knapp 200.000 Euro geschädigt.

Das Projekt wurde sang- und klanglos beerdigt, das Geld ist weg.

Sein Ausflug als populärer Frontmann von „Unity“ Yoga wird hier in der BDY – Podiumsdiskussion kurz besprochen. Allerdings stuft der Moderator seine zentrale Beteiligung an dem Projekt gleich zu Beginn v zu einer nur  beratenden Tätigkeit herab. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen.

Nun ja, eine kritische und bissige Moderation ist in diesem Format wohl auch kaum zu erwarten, denn Yoga bedeutet nach der Interpretation von Broome schliesslich die Erkenntnis, das sich „alle lieb haben“ (Video ab Minute 24) und geborgen fühlen….

In der  Werbung von UNYTE Yoga auf der Plattform Companista hatte Broome entgegen seiner Selbstdarstellung eine mehr als nur marginale Rolle. Er wurde vielmehr als Ausbilder gehypte und diente als Werbefigur im Companista Team:

“ Zu nennen ist hier Patrick Broome, einer der bekanntesten Yogalehrer Deutschlands. Er unterrichtet seit fast 20 Jahren Yoga und ist der Öffentlichkeit als Yoga-Lehrer der deutschen Fußballnationalmannschaft bekannt. Er bildet international Yogalehrende aus, leitet zwei Yogaschulen in München und ist Autor von »Yoga für den Mann«, »Yoga für alle«, »Mit Yoga leben« und »Spirituelle Krieger«.

Patrick Broome, Yogalehrer der Nationalelf, Brasilien WM 2014 // Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Schloss Elmau und Rebecca Randak

Gemeinsam mit Steph Jaksch leitet er die UNYTE Yogaakademie und bereitet die UNYTE-Lehrer darauf vor, moderne, an die individuellen Bedürfnisse der Mitglieder angepasste Yoga-Klassen anbieten zu können.“

„Es war Paulus, die Person Paulus Neef – der mich zum Mitmachen motiviert hat -ein erheblich durchdachtes Projekt und jetzt bin ich gespannt wie sich das entwickelt „

Im Promotionvideo von Unity, welches immer noch auf Companista einzusehen ist  sagt Broome, es sei Neef, der ihn zur Mitarbeit motiviert habe, denn dieses Projekt sei erheblich durchdachter als bisherige Versuche:

„Es war Paulus … es war ganz klar die die Person Paulus  Neef der mich angeprochen hat hier mitzumachen“

Und nun? Verantwortung abwälzen an Paulus Neef – den Spinner aus Berlin

Ganz anders klingt Broome jetzt, wo das Projekt sang – und klanglos eingestellt wurde, wo ohne jeden Kommentar und ohne jede Erklärung und das Geld der Anleger weg ist.Man hört kein Wort der Erklärung und kein Wort der Entschuldigung.  Vielmehr eine peinliche Distanzierung

„und dann hab ich ihm gesagt das das nicht funktioniert – das Konzept hat für mich keinen Sinn gemacht“

Neef habe gar nicht zu ihm kommen wollen, sondern das Projekt vielmehr einem Herrn Schweitzer vorgestellt. Der habe ihn dann angerufen, das „irgend ein Spinner aus Berlin“ ein Projekt plane.

Er, Broome sei dann unangemeldet dort zu einem Treffen erschienen, und Herr Neef sei wegen seiner Angelegenheit „ganz bleich geworden“, habe aber trotzdem tapfer weiter moderiert.

Das Konzept aber   „hat für mich keinen Sinne gemacht“ – „dann hat er mich gebeten für ihn Yogalehrer auszugeben -„dazu ist es aber nicht gekommen“

Tja. lieber Paulus Neef, in der Yogascene sollte man sich seine Partner besser aussuchen. Von „es war ganz klar Paulus, der mich überzeugt hat hin “ zu dem „Spinner aus Berlin“ ist es leider nur ein kleiner Schritt.

Persönlichkeitsentwicklung im Yoga?

Ganz oft wird ja von einer „Persönlickeitsentwicklung“ im Yoga gesprochen, Yoga hin oder her, sollten Menschen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Die Art und Weise, wie hier Verantwortung abgewälzt wird, ist  für mich unertäglich, denn Broome hat das UNYTE Projekt aktiv mitgetragen und nachdem es gescheitert ist, stellt er sich nicht dazu.

Keine kritischen Fragen 

Da in der Yogascene kritische Dikussionen nicht geführt werden, sieht man auch an der Moderation. Der Leiter hat sich auf die Angelegenheit entweder nicht vorbereitet oder es wurden im vorhinein kritische Fragen ausgeblendet.  Broome wird hier mit Samthandschuhen angefasst und muss sich nicht erklären.  Auch die Widersprüche werden nicht thematisiert- gestern überzeugter Frontmann mit „Klaus“ – heute will er nichts mehr davon wissen.

Milchmädchenrechnungen

Auch Dr, Bettina Knothe macht Milcnmädchenrechnungen auf.
Laut wird folgendes Modell vorgerechnet:

Ein Yogalehrer nimmt 10 Euro die Stunde. Er beschliesst  Kurse am Tag 3 Kurse anzubieten von je 60 Minuten. Bei je 10 Teilnehmern hat er also 300 Euro am Tag. An 4 Tagen in der Woche verdient er als 1200 € die Woche und 4800 € im Monat.

Nun würden sich 4800 € zwar gut anhören, seien aber nach Abzug der Kosten, der Steuern und Sozialbeiträge zu wenig.

Liebe Leute: Eine 4 Tage Woche mit 3 Stunden Unterricht am Tag und 12 h in der Woche ist kein Modell für eine selbstständige Tätigkeit!

Fazit:

Als Yogalehrer kann man nebenberuflich mit Kursen und hauptberuflich mit einem eigenen Studio durchaus ein angemessenes und gutes Einkommen erzielen. Entgegen den sozialromantischen Vorstellungen von Leuten, die mit Yoga eher „aussteigen“ wollen, ist das aber mit viel Arbeit und Engagement verbunden. Neben der Lehrtätigkeit muss man sich mit  anderen Fragen befassen, wie sie bei jeder freiberuflichen Tätigkeit anfallen. Verwaltung, Marketing und Buchhaltung sind einige davon.

Geld scheffeln lässt sich vor allem mit kurzen Ausbildungen. So sorgt die Ausbildungsschwemme von kurz und damit auch schlecht ausgebildeten Yogalehrern für zunehmende Konkurrenz und Preisdruck.

Wer also statt auf ein funktionierendes Studio auf Ausbildungen setzt, um aus den roten Zahlen zu kommen, produziert die Zustände, die er vorher beklagt hat, möglicherweise selbst.

 

 

 

 

Deutsche Gesellschaft für Yogatherapie e.V. (DeGYT) bringt endlich Klarstellungen

Deutsche Gesellschaft
für Yogatherapie e.V. (DeGYT) reagiert mit Klarstellungen

Die Deutsche Gesellschaft für Yogatherapie (kurz: DeGYT) hat am 27.1.2017 einen von einem Rechtsanwalt erstellte rechtliche Beurteilung der Tätigkeit von Yogatherapeuten eingefügt.  Vorher haben wir eine solche Information auf der Seite leider vergeblich gesucht.

Der Artikel bestätigt die Auffassung der Tripada Akademie fast in allen Punkten.

Wir sehen das als eine Reaktion auf die Abmahntätigkeit der Tripada Akademie an und somit als Erfolg gegen unseriöse (Ausbildungs-und Yogatherapie-) Anbieter, die ihren Kunden eben diese Informationen vorsätzlich vorenthalten haben.

Auch auf der Startseite der Gesellschaft der befindet sich nun seit Neuestem der Hinweis:

Konkrete Angebote für heilendes Yoga darf nur von Yogalehrern angeboten werden, die über eine Heilbefugnis verfügen.

Unzutreffend ist allerdings die folgende Einschätzung zur Tätigkeit von Yogatherapeuten in Kooperation mit Ärzten:

Keine selbständige Ausübung der Heilkunde?

Die Notwendigkeit und auch die Möglichkeit einer Heilpraktikererlaubnis entfallen nach bislang verbreiteter Auffassung ferner dann, wenn der Therapeut die Heilkunde nicht im Sinne des § 1 HPG eigenverantwortlich ausübt, sondern als Hilfsperson eines Arztes oder eines Heilpraktikers, also unter deren Aufsicht und nach deren Weisung. Nach einer Rechtsauffassung entfällt das Merkmal der „Ausübung der Heilkunde“ schon immer dann, wenn der Therapeut aufgrund einer ärztlichen Verordnung tätig wird. Jedenfalls aber entfiele die Notwendigkeit einer Heilpraktikererlaubnis, wenn und soweit die Yogatherapie durch eine Hilfsperson des Arztes in den Räumen und unter Aufsicht und nach Weisung eines Arztes durchgeführt wird (sog. Subordinationsverhältnis; der Therapeut quasi als „verlängerter Arm des Arztes“). 

Als Hilfspersonen des Arztes oder Heilpraktikers in einem Unterordnungsverhältnis dürfen nur speziell ausgebildete Gesundheitsfachberufe tätig werden, etwa Physiotherapeuten. Diese haben eine staatliche anerkannte Ausbildung absolviert und dürfen nicht selbstständig die Heilkunde ausüben. Sie sind zudem als Heilmittelerbringer bei den Kassen akkreditiert.

Yogatherapie ist jedoch keine solche nachgeordnete Tätigkeit auf Grund einer eigenen staatlich anerkannten Ausbildung. Sie ist demzufolge auch einer „Verordnung“ durch einen Arzt nicht zugänglich. Hinzu kommt, dass § 1 Abs. 2 HeilprG ausdrücklich eine Erlaubnis auch bei solchen Tätigkeiten verlangt, die im Dienste von anderen ausgeübt werden

In einem Urteil des Verwaltungsgerichtes Trier vom 18.8.2010  Aktenzeichen: 5 K 221/10.TR  wurde diese Auffassung bereits in einem ähnlich gelagerten Fall eindeutig anders beurteilt: 

Für die Yogatherapie in Zusammenarbeit mit einem Arzt gilt nach unserer Meinung folgendes:

„Sind demnach die genannten Tätigkeiten der Heilkunde zuzuordnen, so können sie auch nicht als untergeordnete Tätigkeiten eingestuft werden, die auf Hilfskräfte übertragen werden können.

Insoweit sind nämlich zur Überzeugung des Gerichts die Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts zur chiropraktischer Behandlung entsprechend anwendbar, zumal aus der vorstehenden Beschreibung der Tätigkeiten folgt, dass dem Wissens- und Kenntnisstand der die Handlungen unmittelbar vornehmenden Person erhebliche Bedeutung zukommt, weil es sich nicht um rein mechanische Handlungen handelt, sondern der Handelnde unmittelbar auf bei der Behandlung erzielte Kenntnisse reagieren muss.“

„Hinzu kommt, dass sich die gesamte Traditionelle Chinesische Medizin – wie bereits ausgeführt – als umfassende Gesamtbetrachtung gesundheitlicher Probleme versteht, so dass in ihrem gesamten Anwendungsbereich bei einer Ausführung durch nicht hinreichend sachkundige Personen eine potentielle Gesundheitsgefährdung deshalb zu bejahen ist, weil die Gefahr besteht, dass eine erforderliche ärztliche Behandlung verzögert wird. Dies gilt vorliegend ungeachtet dessen, dass der Kläger insoweit vorträgt, er werde stets unter ärztlicher Betreuung durch Herrn Dr. *** tätig.

Wie nämlich den vorstehenden Ausführungen zur Traditionellen Chinesischen Medizin zu entnehmen ist, kommt es bei ihr ganz entscheidend auf den Wissensstand der unmittelbar handelnden Person an, so dass die genannten Tätigkeiten einer Ausführung durch Hilfspersonen von vornherein nicht zugänglich sind, weil sie eine medizinische Qualifikation der unmittelbar tätigen Personen erfordern.

Hinzu kommt, dass § 1 Abs. 2 HeilprG ausdrücklich eine Erlaubnis auch bei solchen Tätigkeiten verlangt, die im Dienste von anderen ausgeübt werden.

Von daher kommt es nicht entscheidungserheblich darauf an, in welchem Umfang der Kläger – wie behauptet – unter ärztlicher Leitung tätig wird, so dass insoweit auch keine Beweisaufnahme erforderlich war. Dies gilt im Übrigen auch hinsichtlich der unter Beweis gestellten Behauptung des Klägers, dass die streitigen Tätigkeiten von einem Arzt delegiert werden dürften, denn insoweit handelt es sich um eine Rechtsfrage, die vom Gericht in eigener Entscheidungskompetenz zu beantworten ist.

Demnach ist die Beklagte bei ihrer Entscheidung zu Recht davon ausgegangen, dass der Kläger für seine oben genannten Tätigkeiten mangels ärztlicher Ausbildung eine Heilpraktikererlaubnis benötigt.“

Analog sind diese Grundsätze auch bei der Yogatherapie anzuwenden. Für eine yogatherapeutische Tätigkeit ohne Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde bleibt demzufolge keinerlei Raum.

 

Unlauterer Wettbewerb für Yogadienstleistungen

Unlauterer Wettbewerb im Yoga nimmt zu

Leider gibt es im Yoga keine heile Welt und Yogalehrer sind auch keine besseren Menschen als andere. Schlimm sind indes manche  Formen, die der unlautere Wettbewerb im Bereich von Yogadienstleistungen teilweise annimmt und der Umstand, dass viele  Yogalehrende scheinbar keine Grenzen für Ihr Handeln mehr erkennen. Die Kommerzialisierung und der überflutete Markt mit dem Konkurrenzdruck führen zu einigen Fehlentwicklungen. Dies merkt man besonders an den eskalierenden Übertreibungen, wozu Yoga alles gut sein soll.

Die Medien folgen diesem teilweise kompletten Schwachsinn, etwa wie hier bei „Brigitte“.

Abmahnungen von unlauterem Wettbewerb

Wir als Tripada Akademie gehen gegen unlauteren Wettbewerb im Bereich von Yogadienstleistungen vor. Das betrifft keine Bagatellfehler wie Impressum oder ähnliches, sondern folgende unfaire und irreführende Werbeaussagen:

  • Bezeichnung als „Diplom- Yogalehrer“ (falscher Titel, nicht erlaubt, Straftat)
  • Behauptung einer „staatliche anerkannte Yogalehrerausbildungen“ (gibt es nicht),
  • Bezeichnung als„staatlich anerkannte Yogalehrer“ (gibt es nicht)
  • Behauptung „nur unsere Ausbildung ermöglicht Ihnen, später als Yogalehrer von Krankenkassen und Volkshochschulen anerkannt zu werden und dort zu arbeiten“ (unwahr)
  • Behauptung „Yogatherapie hilft bei diesen und jenen Krankheiten“ (Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz, wenn nicht ausreichend wissenschaftlich belegt)
  • Werbung für sogenannte „Yogatherapieangebote“ von Personen, die keine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde haben  und damit die Gesundheit von Menschen aufs Spiel setzen (Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz, Straftat)
  • Die Behauptung, Heilyoga /Yogatherapie und eine entsprechende Ausbildung seien staatlich und/oder von den gesetzlichen Kassen anerkannt (unwahr)

Der extremste Fall ist der Folgende: Ein bekanntes ehemaliges Vorstandsmitglied eines großen Yoga – Verbandes, der sich durch vorsätzliche Fälschung der Prüfungsordnung Vorteile für seine eigene Yogalehrerausbildung zu verschaffen suchte. Er hatte behauptet, nur die Ausbildung an seinem  Institut könne auf Grund einer exklusiven Anerkennung zu einem bestimmten Abschluß führen. Diese Unwahrheit  wurde allerdings vom Vorstand des  Verbandes über Jahre mitgetragen und auch die andere „anerkannten exklusiven Ausbildungsschulen“  profitierten bewusst von diesem Behinderungswettbewerb. Tatsächlich konnte nämlich nach den gültigen Statuten jede Ausbildungsschule eine entsprechende Ausbildung anbieten, ohne eine solche Anerkennung zu besitzen.

Helfen kollegiale Ansprachen?

Manche zeigen sich einsichtig, die meisten nicht. Eine freundliche kollegiale Aufforderung, die Rechtsverstöße zu unterlassen  führt in aller Regel leider zu nichts. Sie wird von den Verletzern vielmehr nur als Belästigung empfunden. Es steht ja auch kein Druckmittel dahinter. Man wird zuerst freundlich abgewehrt,  dann aufgefordert, sie gefälligst  in Ruhe zu lassen. Wird man nachdrücklich und fordert eine Änderung, endet das zu 99% in Aggression, Beschimpfungen und man solle sich um seine eigenen Sachen kümmern. Natürlich wird man auch seitenlang über die Yama und Niyama und die ethischen Grundsätze des Yoga belehrt.

Nur Abmahnungen helfen

Diese Personen reagieren nur auf eine Abmahnung vom Anwalt. Eine Abmahnung ist keine Klage, sondern eine verbindliche außergerichtliche Aufforderung, die unlautere Werbung künftig zu unterlassen. Mit dem strafbewehrten Versprechen, das Verhalten künftig zu unterlassen, ist die Sache dann preisgünstig  erledigt. Zu einer Klage kommt es nur, wenn die Person das Verhalten weiter fortsetzt. Zweifellos würde hier aber auch eine kollegiale Ansprache nichts bringen.

Der Abmahner verdient nichts daran

Entgegen der von abgemahnten Übeltätern im Netz verbreiteten Unwhahrheiten verdient man daran auch nichts. Im Gegenteil,man trägt  erhebliche Kostenrisiken und natürlich auch das Risiko von Verleumdungskampagnen und Rufschädigung durch die „Yogis“.

Beleidigungen, Gegenabmahnung wegen Bagatellen, Spamming als Antwort

Wir haben  mit „yogischen“ Gegenmaßnahmen zu rechnen, welche die Gesinnung der betreffenden „Kolleginnen“ offen legen. Neben beleidigenden und belehrenden Briefen über die Yogaethik sind folgene Verhaltensweisen beliebt:

  • die Täter stellen sich als unschuldige Opfer dar und verbreiten Gerüchte und Falschinformationen im Netz
  • Denunziationskampagnen bei Facebook
  • anonyme Haterposts in Social Media
  • Gegenabmahnungsversuche wegen Bagatellen

Scharlatane und Geschäftemacher

Kritische Diskussionen über diese Verhaltensweisen gibt es in der Scene so gut wie nicht. Kritische Diskussionen würden die kommerziellen Interessen gefährden. Seltsam ist auch der Korpsgeist der Yogascene. Die Leute, die wie oben benannt den

  • Ruf des Yoga schädigen,
  • den Verbraucher täuschen und sich
  • Vorteile auf Kosten ehrlicher Anbieter zu verschaffen suchen,

werden fraglos in Schutz genommen.

Auch der  oben zitierte große Berufsverband hat aus den Verfehlungen seiner Schäfchen keine Konsequenzen gezogen und sorgt auch nicht für Ordnung am Markt. Die benannten Verfehlungen trafen einen erheblichen Teil seiner Ausbildungsschulen.  Die berufsethischen Richtlinien sind demzufolge das Papier kaum wert, auf dem sie stehen. Da sich die Berufsverbände nicht nur nicht kümmern, sondern teilweise ebenfalls mitmischen, um sich und die eigenen Mitglieder im Wettbewerb optimal zu platzieren, also mit von der Partie sind, geschieht hier wenig.

Die Abmahnungen haben bereits Erfolg. Die benannten Verstöße nehmen deutlich ab.

Gerade im Bereich der zunehmenden Vertöße im Bereich der Yogatherapie (Heilpraktikergesetz) und Verstößen gegen das Heilmittelwerbegesetz werden wir durchsetzen, das Yogalehrende sich an Recht und Gesetz halten.

Es wäre deshalb zu wünschen, das  alle selbsternannten Yogatherapeuten ohne Heilberuf nun schnell ihre Angebote vom Netz nehmen, so das wir uns Abmahnungen sparen können.

Regressansprüche gegen unseriöse Ausbildungsinstitute?

Regressansprüche gegen die Ausbildungsinstitute, die den Betroffenen  suggeriert haben, sie dürften nach einer teuren Fortbildung zum „Yogatherapeuten“ Krankheiten behandeln, ohne Arzt, approbierter psychologischer Psychotherapeut oder wenigstens Heilpraktiker zu sein, würden wir den Geschädigten empfehlen.

Denn merke: Regeln und Gesetze gelten auch für Yogalehrende.

Landgerichte Münster bestätigt Verbot von Yogatherapie

Landgerichte Münster bestätigt Verbot von Yogatherapie durch Laien und Werbung mit nicht erwiesenen Wirkungen

In einer aktuellen Entscheidung bestätigte das Landgericht Münster die einstweilige Verfügung gegen eine Yogalehrerin aus Düsseldorf.  

Diese hatte Yogatherapie gegen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, psychische Störungen  und weitere Erkrankungen angeboten. Sie offerierte hierzu eine „Anamnese“ und darauf aufbauend einen individuellen Therapieplan. Dazu berief Sie sich auf die in einer privaten„Yogatherapieausbildung“   erworbenen Kenntnisse und  zudem eine „buddhistische Psychotherapie“ unbekannter Provenienz.  Eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde hatte sie jedoch nicht.  Es lag keine medizinische Ausbildung vor.

Leider breiten sich immer mehr  ähnlich geartete unseriöse Angebote von Yogalehrern aus, die sogenannte Yogatherapie zur Behandlungen verschiedenster Erkrankungen anbieten und damit Menschen gefährden, den Verbraucher täuschen und den Ruf des Yoga beschädigen. Diese Personen sind weder Ärzte noch approbierte Psychologen noch Heilpraktiker, haben also weder eine medizinische Ausbildung noch einen entsprechenden Kenntnisnachweis vor dem Gesundheitsamt abgelegt. Die Ausübung der Heilkunde ohne Erlaubnis ist eine Straftat.

Falsche Wirkungsversprechen

Entgegen den bislang vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen werden zudem regelmäßig  von Yogatherapeuten Wirkungen des Yoga auf sehr viele Krankheitsbilder behauptet. Solange diese Wirkungen nicht durch  anerkannte Studien nach wissenschaftlichen Standards belegt sind, liegen damit indes Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz vor.  In beiden Fällen ist damit auch ein unlauterer Wettbewerb gegeben und eine unerlaubte  Irreführung der Verbraucher.

Die Wirkung von Yoga bei der Behandlung von Erkrankungen ist nur in sehr wenigen Fällen anerkannt, und in keinem Fall als kausale, sondern nur als komplementäre Therapie.

Abmahnung

Die Tripada Akademie geht gegen solche Anbieter mit dem Mittel der Abmahnung vor. Auf diesem Wege konnten im Großraum Düsseldorf eine Reihe solcher Anbieter erfolgreich dazu gebracht werden, ihre unseriösen Angebote einzustellen. Hierbei kam es in fast allen Fällen zu kostengünstigen außergerichtlichen Einigungen. Im vorliegenden Fall hatte die Dame sich aber nach der Abmahnung durch die Tripada Akademie geweigert, diese Verhaltensweisen künftig zu unterlassen und eine entsprechende außergerichtliche Einigung zu finden.

Wirrer Brief als verspottende Antwort,. Facebook – Mobbing

Statt dessen schrieb sie einen sehr seltsam anmutenden und ziemlich wirren Brief. Weiter  inszenierte sie sich in verschiedenen Facebookgruppen als Opfer und denunzierte die Tripada Akademie (namentlich mich) als bösen Abmahner, dem es nur ums Geld ginge, während ihr  nur das Heil und Wohl der Menschen am Herzen läge und die Welt so ungerecht sei. Und angeblich ginge es ja auch nur um das Geld. Unrechtsbewusstsein war nicht vorhanden.

Einstweilige Verfügung

Zwischenzeitlich hat die Tripada Akademie  deshalb vor dem Landgericht Münster eine einstweilige Verfügung erwirkt. Hierbei wurde es der Dame bei Androhung einer Ordnungsstrafe von 250.000 Euro oder ersatzweise Haft gerichtlich verboten, weiter als Yogatherapeutin für Yogadienstleisungen zu werben und  tätig zu sein.

Erfolgloser Widerspruch

Schließlich wendete sie sich aber mit einem Widerspruch gegen die Verfügung, vermutlich auch entsprechend unglücklich beraten von ihrem  Anwalt. Auch andere selbsternannte „Yogatherapeuten“  unterstützten sie in ihren irrigen Ansichten.

Verbot der Yogatherapie bestätigt

In dem Einspruchsverfahren vor dem Landgericht Münster konnte die Dame jedoch nicht überzeugen, obwohl eine Gruppe von Unterstützern mit angereist war. Das Landgericht Münster bestätigte die Entscheidung. Die Kosten einer Abmahnung belaufen sich auf ca 860 €. Die jetzt anfallenden unsinnigen Kosten dürften bei 4- 5 TE liegen.

Begründung

Derzeit warten wir gespannt auf die Begründung.Die Bestätigung der Verfügung ist ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen Yogalehrende, welche die rechtlichen und fachlichen Grenzen unangemessen überschreiten.

Überhitzter Yogamarkt führt zur Übertreibungen aller Art

Der überhitzte Yogamarkt führt teilweise zu hemmungslosen Anpreisungen der angeblichen Wunderwirkungen von Yoga. Gesetzliche Grenzen werden vielfältig überschritten. Die Tripada Akademie wird deshalb auch künftig  gegen Diplom- Yogalehrer, angeblich staatlich anerkannte Yogalehrer oder staatlich anerkannte Yogalehrerausbildungen und selbsternannte Yogatherapeuten vorgehen und somit zu einem fairen Wettbewerb und dem Verbraucherschutz beitragen. Übrigens: es wird nichts daran verdient, im Gegenteil gehen wir Kostenrisiken ein.

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Die schwarzen Schafe im Yoga

Die schwarzen Schafe im Yoga

Bedauerlicherweise musste die Tripada Akademie eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung gegen eine Kollegin wegen unlauterem Wettbewerb aussprechen, die in besonders dreister Weise irreführende und verbrauchertäuschende Werbung betrieben hatte.

So bewarb sie über Google Anzeigen ihre Ausbildungen „Heilyoga“ und „Yogatherapie“ mit der Behauptung, diese seien nicht nur „staatlich anerkannt“, sondern auch noch von den „gesetzlichen Krankenkassen anerkannt“.

Staatlich anerkannte Yogalehrerausbildungen gibt es nicht 

Da der Yogalehrerberuf nicht geschützt ist, gibt es bekanntlich keinerlei staatliche Anerkennung einer Yogalehrerausbildung. Damit nicht genug, versuchte die Kollegin systematisch auf ihrer Webseite den falschen Eindruck zu erwecken, insbesondere das von ihr selber unter einer eigenen Marke vertriebene „Heilyoga“ sei von den Kassen anerkannt und würde auch als solches gefördert.

Tatsächlich hatte sie jedodch nur einen einzigen Kurs bei der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifizieren lassen. Dieser kam jedoch im Stundenplan des Kursangebotes gar nicht vor. Hier fanden sich vielmehr Kurse mit dem klingenden Namen „Heilyoga“ oder gar „Heilyoga intensiv“. Nichtsdestoweniger wurde der Eindruck erweckt, diese Kurse würden ebenfalls gefördert. So konnten die Teilnehmer Teilnahmebescheinigungen für diese Kurse ausdrucken und abrechnen, obwohl die Förderung von Kursen mit einer therapeutischen Ausrichtung durch die Kassen schlichtweg ausgeschlossen ist.

Eine Prüfung ergab, da die sogenannten „Heilyogakurse“ sogar bei den Kurssuchen der gesetzlichen Kassen eingestellt waren. Ein Gespräch mit der ZPP, wie es möglich ist, dass Kurse mit einer therapeutischen Ausrichtung bei den Kassen geführt werden, ergab folgendes:

Die findige Kollegin hatte zwar nur einen einzigen Kurs in der Prävention  zertifziert. Nach Abschluss der Zertifizierung hat man jedoch die Möglichkeit, Kurstermine einzutragen. Dies wird nicht mehr kontrolliert. In dieser Maske gibt es ein Freitextfeld für Bemerkungen.

Sehr pfiffig wurde nun  in dieses Freifeld „Heilyoga“ und „Heilyoga intensiv“ etc. eingetragen, so dass aus einem einzigen zertifizierten Präventionskurs gleich 3 mit einer therapeutischen Ausrichtung wurden. Auch die Kassen prüfen dies nicht.

Yogatherapie von medizinischen Laien ist nicht gestattet

Damit nicht genug, bot die Kollegin ohne Erlaubnis in umfangreichen Masse die Heilkunde an. Von Hause aus lediglich mit einer staatlich anerkannten Massageausbildung versehen, sah sie sich berechtigt,  eine von ihr selber entwickelte sogenannte „Yoga – Heilkunst“, „Heilyoga“ und „Yogatherapie“  als Behandlung von körperlichen und seelischen Störungen anzubieten.

Hierbei ging es nach den Beschreibungen des „Heilyoga“ um die Wahrnehmung und mögliche Heilung von körperlichen und  psychosomatischen Beschwerden, unbewussten Blockaden und tiefgreifenden Traumata.  Ihr Heilyoga habe sie in der Absicht entwickelt,  westliche moderne Psychologie und Psychotherapie und das Yoga, miteinander zu verbinden.

Yoga solle auch als Therapie für Menschen mit körperlichen Erkrankungen im Einzelunterricht oder in Gruppen angewendet werden.

Vorsicht vor falschen Wirkungsangaben

Als Anwendungsgebiete wurden

Burn Out,
Krebs
Rückenleiden
psychosomatische Erkrankungen
Angstzuständen
Kopfschmerzen
Übergewicht und
Herz-Kreislaufbeschwerden

benannt.

Hierfür böte ihre „Yogatherapie“ oder „Heilyoga“  gemeinsam mit den effektivsten westlichen und östlichen Methode Heilung an.Diese effektivsten Methoden würde sie auch lehren.

Der Versuch, nach der ersten Abmahnung die Kollegin (ohne Anwalt und ohne weitere Kosten!) kollegial auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen, erwies sich als sehr schwierig.

Obwohl die Ausübung der Heilkunde ohne Erlaubnis sogar eine Straftat ist und für die von ihr genannten Erkrankungen unhaltbare Wirkungsversprechen gegeben wurden (die für sich ebenfalls nicht erlaubt sind), fühlte sich die Dame im Wesentlichen belästigt.

Zwar änderte sie auf Drängen  (wie gesagt: ohne einen Anwalt einzuschalten!) viele Formulierungen, bezeichnete aber mich dann in einem Facebook – Post als einen „Terrier“, der sich in ihre „Waden verbissen habe“, der „Abmahnungen als Sport betreiben würde“ und dessen Verhalten krankhaft sei.  Auch massregelnde Hinweise über den rechten Yogaweg, den wir nicht verstanden hätten, fehlen natürlich nicht.

Fehlen jedes Unrechtsbewusstseins und Grössenphantasien

Dieser Vorfall zeigt, welche Abwege im Yoga heute teilweise beschritten werden.

Wir weisen darauf hin, das Yoga zur Behandlung von Krankheiten – also „Yoga Therapie“ in jedem Fall nur Personen erlaubt ist, die die Heilkunde ausüben dürfen. Dies können Ärzte, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker sein.Für alle anderen ist dies Tabu.

Da für sogenannte Yogatherapie jedoch noch nicht einmal  eine einheitliche Definition existiert, noch anerkannte Therapieschemata mit wissenschaftlichen Wirkungsnachweisen in bestimmten Indikationsgebieten,  ist mit entsprechenden Wirkungsangaben schnell eine Verbotsgrenze überschritten.

Im Interesse der Seriosität des Yoga weisen wir auch alle Anbieter darauf hin, entsprechend sorgsam mit diesen Begriffen umzugehen.

Wir werden auch weiterhin gezielt mit Abmahnungen gegen Personen vorgehen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit und anderer Yogalehrender Vorteile verschaffen wollen und letztlich dem Ruf des Yoga schaden.

Eigentlich wäre dies eine Aufgabe der Yogaberufsverbände, am Markt für Ordnung zu sorgen  – aber auch hier sitzen – etwa beim BDY  – selbsterkorene „Diplomyogalehrer“ in massgeblichen Funktionen, werden „staatlich anerkannte Ausbildungen “ von BDY Ausbildungsschulen toleriert und der Misssbrauch von Vorstandsämtern  zum persönlichen Vorteil bleibt ebenfalls folgenlos.

Hans Deutzmann

Spirituelle Highlights 2016 – Realsatire

Das in der  Yogascene recht krude Auffassungen kursieren und sich die Sprache gelegentlich in schwüle und abstrakt- abgehobene Sphären   verirrt, ist nicht selten zu beobachten. Besondere Stilblüten verdienen hierbei auch einmal eine besondere Aufmerksamkeit, vor allem, wenn sie von Meinungsführern der Yogawelt  und sogenannten Yoga -Gurus stammen.Guru heisst zwar „Lehrer“ und übersetzt etwa, vom „Dunkeln zum Licht“ , aber leider führen die Gurus ihre Jünger öfter hinter das Licht als zum Licht.

Yoga Gurus sind also meine besonderen Lieblinge, besonders wenn sie sich nach einiger Zeit als sexuelle Wüstlinge entpuppen wie unjüngst ein bekannter Sprößling einer yogischen Traditionsfamilie , der weithin bekannte Vertreter eines heißen Yogastils  oder oder…oder sich als durchaus den finanziellen Genüssen dieser Welt nicht abhold herausstellen, wir wir dies kürzlich von einem ebenfalls bekannten Yogastar hörten. (Ich persönlich habe nichts gegen Geld verdienen, nur gegen Doppelmoral):

Sagte nicht kürzlich eine bekannte deutsche Yoga Ikone „Geld scheffeln und haben ist für Yogis nicht verwerlich, aber Besitz ist schlecht“.Nun, diese tiefgründige Dialektik muss einem nach längerer Meditation sicher einleuchten, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so recht schlüssig wirkt Übrigens neige ich nicht dazu, mich über körperliche Besonderheiten anderer Menschen zu erheben, aber Leute, die den ganzen Tag über Gesundheit, gesunde Ernährung, Achtsamkeit usw schwadronieren, haben schon auch ein Vorbildfunktion und müssen sich fragen lassen, wie sie es denn selber damit halten, wenn sie mit sichtbarem Adipositas auftreten und andere zu asketischen Praktiken anleiten.

In diesem Monat möchte ich aber also einen Satz von meinem Liebligsautor spiritueller Dichtkunst und Eloquenz besprechen, der immer wieder inspiriert von der Theosophie,  heidnischen Kulten und  fest gegründet in der  Ablehnung von Technik, Kultur und moderner Zivilisation,  namentlich jeder Bildung und dem Intellekt, wirkliche Stilblüten produziert:  Uwe Haardt, der Herausgeber von „Yoga Aktuell“, der in seinem Editorial immer wieder so besonders schöne Texte publiziert, das man sich fragt: was hat man dem Mann ins Essen getan?

Was immer es ist: ich bin mir nicht sicher, ob ich vom gleichen Kraut rauchen möchte.

Zwar ist nicht überliefert, ob das Editoral der „Yoga- Brigitte“ überhaupt Leser findet – denn Diskussionen sind in der monotonen Yogawelt ohnedies eher selten, Predigten hingegen umso öfter zu beobachten, oder dies nur der persönlichen Befriedigung dient als ein Privileg, welches dem Herausgeber eben gebührt.

Nun, frage nicht, Übe, mein Freund, lasse Dich doch einfach mal auf die Erfahrung ein …99 % Praxis, 1 % Theorie…. das reicht für das Fußvolk, um ihm jeden Bären aufzubinden.

So heisst es diesmal in der wortgewaltigen Bergpredigt der Juni 2016 Ausgabe:

Wer das große Wagnis eingeht und mit dem Reisegefährt der yogischen Selbsterforschung wandelt, wird über kurz oder lang die Bekanntschaft mit einer geheimnisvollen Flamme machen.  „

Und, liebe Freunde, damit ist n i c h t gemeint, das Du in einem Yogakurs im Ferienparadies einer heissen Blondine über den Weg läufst, wie man denken könnte, denn

Diese Flamme wird von den Schöpferkräften des Yoga , den Jochas , als inneres „Joch  -hannisfeuer“  – als „Kundalinikraft“ in all jenen entzündet, die aufrichtigen Herzens darum bitten, sich selbst in ihrem wahren Wesen zu erkennen.

Jochannisfeuer? Das ist ja interessant!

Oder vielleicht doch Johanniskraut? Kundalinikraft? Also doch vielleicht mit der Blondine die innere Flöte pfeifen? Nein, denn

Der Impuls in uns Menschenwesen, uns selbst zu erkennen und das Wesentliche unseres Wesens zu entblättern, ist unserem Wesenskern als Wesensfunke unsterblich eingehaucht“.

Auch hier könnte der Terminus „entblättern“ auf einen hedonistischen Kontext deuten, doch weit gefehlt. Denn

“ aus den dunkelsten Tiefen und selbst den dichtesten Geweben der Materie des Universums unablässig ein geheimer Signalstrom (strömt), der uns ermuntert, das große Geheimnis unserer Selbst zu lüften und uns geistig zu liften.

Geistiges Liften, das ist wirklich eine schöne Idee. Und auch die Birne könnte mal gelüftet werden, denn die  Hyperbeln und sprachlichen Megalithe purzeln gar munter umher:

„grosses Wagnis“, „geheimnisvoll“, „aufrichtigen Herzens“, „wahres Wesen“,
„Wesenskern“ , „unsterblich“, „Wesensfeuer“, ja „unerschöpflich“, “ geheim“
„Meister aller Zeitalter“, „tiefe Täler menschlichen Denkens“, „in Täuschung gefangen“
„wirkliches Wesen des Lebens“, „Gipfel des mystischen Weltenberges“, „Schöpferkräfte“
„Meinungskräfte terrorisieren die Welt“, „heiliger Geist“, „stilles Seelenmeer des großen Geistes“, „erhabener Geist“, “ Erhabene Wesen“, “ hohe Gesänge der Ewigkeit“

Also drunter geht es wirklich nicht, es geht ums Ganze!

Fassen wir zusammen:

  1. eine geheimnsivolle Flamme begegnet uns, und es ist leider keine Blondine
  2. sie wird von den „Schöpferkräften des Yoga“ , den Jochas in uns entflammt
  3. dies geschieht als inneres “ Joch- hannisfeuers“
  4. die ist gleichbedeutend mit der „Kundalinikraft“
  5. Bedingung: Du bist aufrichtigen Herzens
  6. Bedingung: Du bittest Darum, Dich selbst in Deinem wahren Wesen zu erkennen
  7. dies bedeutet: das Wesentliche unseres Wesens zu „entblättern“
  8. der Wunsch danach ist unserem Wesenskern als Wesensfunke unsterblich eingehaucht.
  9. es gibt einen steten Signastrom aus dem Universum (selbst aus schwarzen Löchern), der uns ebenfalls dazu ermuntert

Hierfür nun eine kleine Hausaufgabe:

Meditiere  über die Frage:

Was ist das wahre Wesen Deines Wesentlichen Wesenskerns, nein; das wahre Wesen des Wesensfunkens im wesentlichen Wesenskern, der Dir jochmässig eingehaucht ist im wahren Herzen des Kerns Deines Wesens! Spürst Du die Jochas, das Jochanisfeuer, den steten Signalstrom aus dem Universum, die Kundalini, in dem elenden Tal Deiner Meinungsjauche? 

Nein?

Dann könnte es  also leider wirklich vielleicht sein, das Du nur ein in Täuschung Gefangener bist, der aus den tiefen Tälern des menschlichen Denkens mit seinen eigenen Meinungskräften die Welt terrorisiert?

Gib es zu! Du bist nicht reinen Herzens!

Wie auch immer, dieser grandiose Parcour durch heidnische, christliche und hindustische Begriffe wird, wie immer bei Haardt, mit intensiven Angriffen auf den Verstand   und das Denken verbunden.

In schöner Regelmässigkeit verunglimpft er dies als

„Meinungsjauche der von Materialismus und Verstandesdünkel versponnenen Larvenkräfte“

denn

„auf der Spitze des Weltenberges ist Manas, das Denken, völlig unbekannt“. 

Ob Haardt selber schon dieses Jochhannisfeuer in sich entfacht hat oder sich noch als  „Larve niederer Gedanken in Täuschung gefangen hält“, ist nicht überliefert, aber der Duktus legt nahe, das er selber in dem  „Dünkel“ als „Dünker“  gefangen ist, das seine Worte „vom heiligen Geist“ inspiriert sein mögen, auch wenn er – leider noch nicht – in „vollkommener Stille“ ruht.

(Ich meine hier natürlich in tiefer Meditation versunken).

Der Kampf gegen die Niederungen des Geistes mag schon in Namen angelegt sein.

Denn Uwe bedeutet auch „Der Tätige“, „Der voll des Tatendrangs“, „Der Verwegene“, entstanden aus der altnordischen Sprache, wo er ursprünglich „Ake“ bzw. „Aki“ lautete und sich über „Aughe“ bzw. „Auwe“ in seine heutige Form verwandelte. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine abgewandelte Form des germanischen Begriffs „ag“ für „Schneide des Schwertes“ (http://www.baby-vornamen.de/Jungen/U/Uw/Uwe/)

Das  Denken und Wortspielen, freilich genährt von geheimnisvollen Signalen aus dem Universum (und der Theosophie,  möglicherweise direkt vom Heiligen Geist gechannelt) liegt ihm andererseits ja schon.

Überliefert ist aber der krude Antiintellektualismus, der seltsamerweise  ein ganz einträgliches Geschäft mit dem Yoga betreibt.

Und in diesem Tal lauern tatsächlich “ Niederungen  und Schluchten“im „Bereich materieller Begierden“ und die Erschaffung einer eigenen Welt „als selbstsüchtige Raumkapsel“. Möglicherweise droht dies Gefahr sogar mehr als im richtigen Leben.

Möge der heilige Geist mit ihm sein.

Und Leute: Yoga ist 99% Praxis und 1 % Theorie? Unsinn!

Hört endlich das Denken auf! 

Yoga ist 100 % Praxis und null Theorie!

Hans Deutzmann

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Wikipedia – Johannisfeuer

Nach der Christianisierung versuchte die Kirche, die heidnische Sonnenwend-Tradition abzuschaffen. Da alle Versuche scheiterten, legte die Kirche schließlich den Gedenktag für Johannes den Täufer auf den 24. Juni und übernahm zahlreiche Bräuche

„Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer Dämonen abwehren, die Krankheiten hervorrufen oder Viehschaden und misswüchsige Kinder bewirken. Darauf deuten auch die Strohpuppen hin, die man in manchen Gegenden ins Feuer wirft („Hanslverbrennen“). Insbesondere sollten auch Hagelschäden abgewehrt werden, daher wird das Johannisfeuer auch als Hagelfeuer bezeichnet. Dieses Brauchtum liegt vermutlich in der großen Beliebtheit des Heiligen begründet. Das Johannisfeuer findet man in verschiedener Ausgestaltung fast über ganz Europa verbreitet. Die südlichste Sonnenwendfeier mit Johannisfeuer war lange Zeit in Alicante, heute ist es inTorrevieja.

Das beim Johannisfeuer mancherorts verwendete drehende Rad wird als Sonne gedeutet. Ein Zusammenhang könnte außerdem mit dem Not- oder Nodfeuer bestehen, dessen Hergang weitgehend vergleichbar ist.

Mancherorts springen Burschen und Mädchen über das Johannisfeuer. Dies ist eine Mutprobe mit abergläubischem Hintergrund: Der Sprung über das Feuer soll reinigen und vor Krankheit schützen. Je mehr Personen gleichzeitig darüber springen, desto größer soll die Wirkung sein, und wenn ein Paar Hand in Hand über das Feuer springt, soll bald Hochzeit gefeiert werden.[6]

Jochas – kein Treffer

Joch https://de.wikipedia.org/wiki/Joch

Joch steht für:

  • ein Zuggeschirr, mit dem zwei Ochsen vor einen Wagen oder Pflug gespannt werden, siehe Geschirr (Zugtier)
  • eine Schultertrage, mit der Körbe oder Eimer getragen werden, das Tragjoch
  • ein altes Flächenmaß, siehe Joch (Einheit)
  • eine Einkerbung zwischen zwei Bergen im Gebirge, siehe Joch (Gebirge)
  • in der Architektur eine durch vier Stützen gebildete räumliche Einheit, siehe Joch (Architektur)
  • im technischen Bauwesen das Bauteil zwischen zwei Brückenpfeilern, siehe Joch (Bauteil)
  • speziell die Pfeilerzahl einer Jochbrücke
  • in der Archäologie Bauweise von Megalithanlagen Joch (Archäologie)
  • in der klassischen Periode Mittelamerikas U-förmiger Stein für Rituale, siehe Jochstein
  • im Bahnwesen die Einheit, die aus zwei Schienen und den dazugehörigen Schwellen gebildet wird, siehe Gleisjoch
  • im Bergbau eine Stütze, siehe Stützjoch
  • der drehbar gelagerte Balken zum Aufhängen einer Glocke, das Glockenjoch
  • im elektronischen Bereich die Ablenkeinheit von der Bildröhre, siehe Ablenkjoch
  • in der Lagertechnik das Stapeljoch
  • in der Heraldik die Wappenfigur Armbrustjoch
  • eine Vorrichtung zum Fesseln von Gefangenen, siehe Joch (Fessel)
  • ein aus gekreuzten Speeren gebildetes Spalier, unter dem Besiegte hindurchgehen mussten, siehe Kaudinisches Joch
  • bei Transformatoren, Elektromotoren oder Relais einen verbindenden Teil des Eisenkernes, siehe Dreiphasenwechselstrom-Transformator#Aufbau
  • einen Teil des Schädelknochens, das Jochbein
  • eine knöcherne Leiste des Schädels, siehe Jochbogen
  • im übertragenen Sinn eine als bedrückend empfundene Fremdherrschaft

    Die Kundalini-Kraft

    Nach der tantrischen Lehre wohnt in jedem Menschen eine Kraft, die Kundalini genannt wird.[1] Diese befindet sich gemäß dem Tantrismus ruhend am unteren Ende der Wirbelsäule und wird symbolisch als eine im untersten Chakra schlafende zusammengerollte Schlange (Sanskrit: kundala „gerollt, gewunden’“) dargestellt. Sie gilt als die der Materie nächststehende Kraft im Menschen. Durch yogische Praktiken soll sie erweckt werden können und aufsteigen, wobei die transformierenden Hauptenergiezentren oder Chakren durchstoßen werden (Satchakrabedha „Sechschakrendurchstechen“). Erreicht sie das oberste Chakra, soll sie sich mit der kosmischen Seele vereinigen und der Mensch höchstes Glück erlangen.[2] Erst hier vereinigt sie sich nach tantrischen Lehren in ihrer transformierten Form mit den kosmisch-spirituellen Kräften. Da das Aufsteigen der Energie nach den klassischen Lehren auch Gefahren in sich birgt, sollen eine gute Vorbereitung und ein innerer Reinigungsprozess entscheidend sein, weshalb viele Schulen zuerst das Herzzentrum entwickeln. In Begleitung eines Menschen, der die Kundalini-Kraft bewusst lenken kann, sollen mögliche Begleiterscheinungen des Prozesses, wie Visionen oder Erfahrungen in der Astralwelt, verständlich sein. Es gibt immer wieder Fälle, die Tantriker als „spontanes Erwachen“ der Kundalini interpretieren.[3]

    Auch einige Vertreter der frühen westlichen Psychologie beschäftigten sich mit dem Kundalini-Phänomen, allen voran der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung.[4]

 

 

Auch interessant – die Guru Jäger

Mehr Rationalimus würde dem modernen Yoga auch sehr gut tun. Der Yoga hatte immer eine sehr große Klappe – wie aus den übertriebenen Versprechungen der klassischen Hathayogaliteratur eindeutig  hervorgeht. Schon damals – wie heute – verbreitete  man, das man mit ein paar Asanas und anderen Übungen nicht nur alle Krankheiten heilen könne, sondern auch übernatürliche Fähigkeiten erlangen könne. Diese  Aberglauben, frönen heute viele im Kontext der „Yogatherapie“ . Man traut dem Yoga vieles, fast alles zu.  Auch Autoren wie Iyengar und Krishnamacharya haben diese Praxis der übertriebenen Versprechungen gezielt weitergeführt.  Die in ihren Werken wie „Licht auf Yoga“ oder der „Yoga Makaranda“ behaupteten teils phantastischen  gesundheitlichen Wirkungen, mit denen fast alle Krankheiten geheilt werden könnten, blieben freilich ohne jede Quelle und Nachweis. Iyengar hat in dem Werk eine Menge von Übungsreihen gegen fast alles und jedes an Krankheiten zusammengestellt, aber in keinem Fall auch nur den Spur einer Begründung  dafür geliefert, nach welchen Kriterien dies geschieht. Erst kürzlich behauptete die Enkelin von Iyengar in einem Film, der „Meister“  habe intutitiv erkannt, das Asanas Blutkrebs heilen könnte, weil die Durchblutung der Wirbelsäule angeregt werde durch Druckbeeinflussung in den Asanas. Hier kommt ein sehr simples mechanistisches Körperverständnis zum Ausdruck.

Die magisch – mystischen Vorstellungen, durch asketische Yogapraktiken übersinnliche Kräfte zu erlangen, wie sie auch im Yoga Sutra beschrieben werden, gehört ebenfalls in diese Kategorie der Mystifizierungen.  Einer der größten Angeber  dieser Art war Yogananda, der sich in der „Autobiografie eines Yogi“ in peinlichster Weise einschlägiger Fähigkeiten berühmt. Dieser „Aladin des Yoga“, wie ihn W. Broad (Yoga and Science) nennt, behauptete gar, den Tod zu kontrollieren – was die Yogis ja auch eigentlich schon immer behauptet haben.

Selbst mein sehr rationaler Lehrer Dr. Gharote machte Andeutungen, das er die Levitation beherrschen könnte. Auch L. Chariarse war ein Verfechter magischer Kräfte und umgab sich gerne mit einer geheimnisvollen Aura, auch getragen von seinem Charisma und dem netten Akzent.

Kaum jemand weiß, das Krishnamacharya, der heute zum „atmenden Yoga Gott“ stilisiert wird, bis in die 50iger Jahre ebenfalls mit Yogakunststückchen seine angeblichen magische Fähigkeiten zu Werbezwecken demonstrierte.

Leider musste er sich aber 1959 einer wissenschaftlichen Untersuchung des Psychologen B.K. Bagchi stellen (einem früheren kritischen Weggefährten Yoganandas)   und es wurde bewiesen, das es den kontrollierten Herzstillstand, den er zu meistern behauptete, auch bei ihm nicht gab.

Bis heute glauben viele Yogajünger auf die eine oder andere Art an die magische Macht des Yoga, und sei es an seine universellen Heilkräfte. Die Aura des Yoga ist bis heute vom Mythos übernatürlicher Fähigkeiten und des vermeintlichen Sieg des Geistes über die Materie geprägt.

Vieles davon ist einfach nur Hokuspokus, wie der Film anschaulich zeigt.

Geplante Yoga-Kette mit P. Broome gescheitert?

Das schwierige Verhältnis des Yoga zum Geld, zum Geschäftlichen und zur Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern  dokumentiert sich möglicherweise in einem aktuellen Desaster der Yogascene, wie das Manager Magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

 Menschen mit Aktien sind nie glücklich
Am 7.1.2011 gab Patrick Broome, als Yogatrainer der Fussball-Nationalmannschaft zu einiger Bekanntheit gelangt,  in einem Interview mit der SZ zu Protokoll:

SZ: Ist es nicht anstößig, mit Yoga Kohle zu scheffeln?  

Broome: Nein. Es ist nicht falsch, Geld zu haben. Nur: Viel Besitz zu haben, das widerspricht Yoga. Menschen mit Aktien sind nie glücklich.(..)  Ich fand das „Größer, Schneller, Weiter“ nicht mehr stimmig für mich. Deshalb habe ich mich von meinen Geschäftspartnern getrennt und mache jetzt nur noch mein kleines Studio in Schwabing. Ich merke, dass mein Leben ruhiger und besser wird.

Bei diesem Vorsatz scheint es aber  nicht geblieben zu sein. Denn nachdem Patrick Broome mit dem  Versuch der Eröffnung einer zweiten Schule in Berlin gescheitert war und Schulden abstottern musste, scheint nun auch der nächste Versuch einer bundesweiten Expansion „in die Hose“ gegangen zu sein.
Diesmal aber womöglich auf Kosten anderer?
Ambitioniertes Projekt
Unter der Leitung des früheren „Pixelpark“ -Chefs Paulus Neef plante Broome als Yoga Promi gemeinsam mit 3 weiteren Projektmanagern das ambitionierte Projekt zum Aufbau einer deutschlandweiten Yogakette unter dem Namen UNYTE. Bis zum Jahr 2020 sollten 20 Studios in Deutschland und sogar dem deutschsprachigen Ausland entstehen. Broome wollte hierzu nicht nur mit seiner Popularität, sondern auch mit der Ausbildung der Yogalehrer für UNYTE beitragen. Motto sollte sein: „Yoga für alle“ – frei von Esoterik und Extremsport.
Viele Anleger verloren bei Neef schon einmal  ihr Geld

Neef ist nun allerdings kein Unbekannter: viele Menschen, die  in den 90iger Jahren in seine Mediaagentur Pixelpark investierten, verloren beim Absturz des Unternehmens in der Internetblase des Neuen Marktes bereits sehr viel Geld.  Nach Angaben bei Wikipedia übernahm im Dezember 2002 der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Richter vorübergehend das Amt des CEO von Gründer Paulus Neef, nachdem der Aufsichtsrat Unregelmäßigkeiten beim Erwerb der Tochtergesellschaft ZLU im Jahr 2000 unter Neef festgestellt hatte.

200.000 € von Kleinanlegern weg?

 

Nun,  so schreibt das Manager Magazin in seiner aktuellen Ausgabe lakonisch, scheinen viele Investoren – insgesamt 258 Kleinanleger – abermals auf der Suche nach ihrem Geld zu sein.Denn über die Finanzierungsplattform Companisto hatte das Team vor einem Jahr  knapp 200.000 Euro  bei den Kleinanlegern eingeworben und das Geld wurde auch bereits an UNYTE ausgezahlt.

Projekt eingestellt? – Team aufgelöst?

Wie das Managermagazin mitteilt, scheint das intensiv  beworbene Projekts allerdings zum Erliegen gekommen zu sein. So stellten die Redakture fest, das die  Adresse http://www.unyteyoga abgeschaltet ist, man unter der angegebenen Telefonnummer niemanden mehr ereicht und  Mails  unbeantwortet bleiben. Vom „Studio 1“, das im Oktober eröffnen sollte, sei seit Monaten nichts mehr zu hören. Die  führende Köpfe des Unyte-Teams sind scheinbar nicht mehr dabei. Die Kreativdirektorin schied nach Angaben bei „Linkedin“   im vergangenen Juli aus, der „Director Expansion & Construction“ im Dezember und Paulus Neef bezeichnet  „Unyte“  als „frühere“ Berufsstation von „Mai 2015 bis Januar 2016 (9 Monate)“.Neef ließ sämtliche Fragen des Manager Magazins zum Unyte-Projekt unbeantwort.Was mit dem Geld passiert ist, bleibt unklar.

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Eigene Recherchen ergaben, das fast alle mit dem Projekt assozierten Seiten im Netz abgeschaltet sind bis auf die Frontseite: http://unyte.preview.exozet.com/

Wenn diese Informationen stimmen, muss mal wieder die Frage nach der in der Yogawelt verbreiteten Doppelmoral gestellt werden.

Denn sehr viele produzieren sich immer wieder mit ihrer vor-geblichen Bewusstseinsentwicklung als vermeintliches Vorbild  und  betonen die ethischen Werte des Yoga.

Mit der Realität hat dies leider kaum etwas zu tun. Denn im Geschäftsleben verhalten sich Yogalehrende nach unserer Erfahrung nicht selten jenseits der ethischen Normen.

Von Kundenabwerbung, unlauterem Wettbewerb, Werbung mit falschen Titeln, der Nichtbachtung vertraglicher Vereinbarungen, der Ausnutzung verbandlicher Strukturen zum eigenen Vorteil …bis zum sexuellen Missbrauch ist die Palette der Verfehlungen auch bekannter Yogagrößen lang. Der eigene „spiritituelle“ Anspruch hat mit der eigenen Realität oft nicht mehr gemein als eine missionarische Selbstüberschätzung. Denn eins ist klar: Es kochen alle nur mit Wasser. 

Und man könnte wohl erwarten, das die Anleger wenigstens über den Stand des Projektes und den Verbleib ihres Geldes aufgeklärt werden.

Trost

Ein Trost bleibt: „Aktienbesitzer sind nie glücklich“. 

Der Volksmund hingegen weiss: Besser reich und gesund, als arm und krank.
Und ganz ehrlich: Ich bin froh, das mir diese Kette erspart bleibt. Man möge mir das verzeihen, aber ich habe in meiner Stadt keine Lust auf eine solche Kettenkonkurrenz.

UNITE Team Broome

So sieht es aus…

Auch in Deutschland ist eine „Amerikanisierung der Yoga Scene zu beobachten mit den gleichen Erscheinungen wie sie hier beschrieben werden.

Unterqualifizierte Yogalehrende mit Kurzzeitausbildungen fluten seit 15 Jahren den Markt und blenden den Verbraucher mit schönen Webseiten und Hochglanzbroschüren sowie tollen Versprechungen.

Zur Verschleierung der trüben Realität registriert man sich gerne  bei der Yoga Alliance , um somit eine fragwürdige Qualität vorzutäuschen. Denn nach eigenen Recherchen und der Auffassung amerikanischer Blogger ist die AYA kein Garant für Qualität.

RYT NO

Allerdings müssen die Schulen und auch alle registrierten Lehrer alle happige jährliche Gebühren zahlen. Das ist ganz klar ein sehr einträgliches Geschäft.  Um registriert zu werden, muss man wiederum eine Ausbildung bei registrierten Schulen nachweisen, so das sich das System selber speist. Mangels staatlicher oder irgendwelcher Regulierungen ist das Bedürfnis natürlich groß, sich aus der Menge der Yogaanbieter abzuheben.

 

Bis vor etwa 15 Jahren gab es fast nur die 4- Jahresformate des BDY.  Der Ausbildungsmarkt ist mit dem Yogaboom in einen extremen Wildwuchs ausgeartet.

Mit dem Aufkommen des Power- und Vinyasa – Yoga, Yoga -US Importe wie „Anusara“,  „Jiva Mukti“ und „Flow“ – und den dort üblichen Kurzzeitausbildungen übernahm man auch diese US Labels. Sie dienen jedoch nicht dem Nachweis, sondern aus meiner Sicht der Vortäuschung von Qualität. Leider ist dieses Label vollkommen ohne jede Aussage über Qualität und Inhalt einer Ausbildung. Zudem kennt niemand in Deutschland diesen US- amerikanischen Zertifizierungsverein. Es handelt sich um gänzlich anonyme und marktfremde Institution.

Gänzlich absurd wird es, wenn so „registrierte“ Lehrer oder Schulen von einer nicht existenten „internationalen Anerkennung“ sprechen, die es schlicht nicht gibt.

Da Yoga zunehmend als Extremsport im Arobic- Stil unterrichtet wird, mit den entsprechenden Verletzungsrisiken, haben wir mit Tripada Yoga  unsere eigenes Label entwickelt, basierend auf klaren Kriterien und Unterrichtskonzepten für gesundheitsfördernden Yoga.

The Colossal Failure of Modern Yoga

 

Dieser Mann spricht mir aus der Seele

Yoga Alliance Is Ruining Yoga