Archiv der Kategorie: Texte über Yoga

Yoga in Wuppertal – Kursstart nach Ostern

Yoga in Wuppertal mit Tripada®

Die nächsten Yoga Kurse starten nach den Osterferien ab dem 24.04.17  in der Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga ® in Wuppertal. Egal ob für Anfänger oder Fortgeschrittene – im Tripada Yoga ® gibt es verschiedene Stufen für die jeweiligen Bedürfnisse der Teilnehmer.

Tripada Yoga ® Basic für Anfänger

Dieser Kurs ist besonders für Anfänger und eher unfitte Leute als Einstieg in das Yoga gedacht. Die Yoga Übungen wurden aus dem Hatha Yoga weiterentwickelt und speziell an die Bedürfnisse von modernen westlichen Menschen angepasst. Es ist rückenfreundliches Yoga optimiert auf die Gesundheitsförderung, säkular und weltanschaulich neutral.

Tripada Yoga ® für Anfänger in Wuppertal ab dem 24.04.2017 :

  • Mo. 18:00 – 19:30 Uhr / 10 Termine vom 24.04.17. – 10.07.17.
  • Di.   09:30 – 11:00 Uhr / 10 Termine vom 25.04.17. – 04.07.17.
  • Di.   18:00 – 19:30 Uhr / 10 Termine vom 25.04.17. – 04.07.17.
  • Mi.  18:00 – 19:30 Uhr / 10 Termine vom 26.04.17. – 28.06.17.

Tripada Yoga ® Basic Plus & Mediate für fitte Anfänger und Fortgeschrittene

In den weiteren Stufen des Tripada Yoga ® „Basic Plus“ und „Mediate“ kommen neue Übungen, sogenannte Asanas hinzu. Andere werden vertieft und weiter ausgebaut, was den dynamischen mittleren Teil fordernder und anstrengender macht. Daher sind die höheren Stufen für fortgeschrittene Yoga-Übende oder sportliche Yoga-Anfänger geeignet.

Yoga in Wuppertal

Tripada® Yoga in Wuppertal für Fortgeschrittene ab dem 24.04.17 :

  • Mo. 18:00 – 19:30 Uhr / 10 Termine vom 24.04. – 10.07.17.
  • Mo. 20:00 – 21:30 Uhr / 10 Termine vom 24.04. – 10.07.17.
  • Di.   19:00 – 20:30 Uhr / 10 Termine vom 25.04. – 04.07.17.
  • Mi.  18:00 – 19:30 Uhr / 10 Termine vom 26.04. – 28.06.17.
  • Mi.  20:00 – 21:30 Uhr / 10 Termine vom 26.04. – 28.06.17.
  • Do. 09:30 – 11:00 Uhr / 10 Termine vom 27.04. – 13.07.17.
  • Do. 18:00 – 19:30 Uhr / 10 Termine vom 27.04. – 13.07.17.
  • Do. 20:00 – 21:30 Uhr / 10 Termine vom 27.04. – 13.07.17.
  • Fr.    18:00 – 19:30 Uhr /   10 Termine  vom 28.04. – 30.06.17.

Kassenförderung nach § 20 SGB V

Die Tripada Yoga ® Kurse haben alle eigene Kurskonzepte, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention anerkannt sind. Ebenso werden die Yoga Kurse in Wuppertal nur von ausgebildeten und zertifizierten Tripada ® Yogalehrern unterrichtet. Die gesetzlichen Krankenkassen fördern daher die Kurse mit 50 – 100 % der Kurskosten. Die Förderhöhe ist von der Krankenkasse abhängig.

Sie können sich jetzt gleich über unser Kontaktformular auf der Webseite www.tripada-wuppertal.de anmelden oder telefonisch Mo. – Fr. von 12:00 – 18:00 Uhr unter 0202/9798540.

Die neuen Tripada ® Yogakissen sind da!

Heute istimag0661-bearbeitet die zweite große Lieferung bei uns in der Tripada Akademie für Gesundheit und Yoga ® eingetroffen, die das Tripada Yoga-Set ergänzt! Neben den schönen Tripada ® Yogamatten, die sich in unserem Kursbetrieb über Jahre bewährt haben, können jetzt auch super schicke Tripada ® Yogakissen bei uns erworben werden. Das Kissen ist so wie die Matten das Modell, das bei uns im Kursbetrieb eingesetzt wird. Es hat eine vorteilhafte Höhe von 10 cm, die sich für Anfänger sowie für Fortgeschrittene eignet. Dazu punktet es mit einem herausnehmbaren Inlett, sodass der Bezug ganz leicht gewaschen werden kann. Außerdem hat das Inlett einen Reißverschluss, der es ermöglicht, die Buchweizenschalenfüllung bei Bedarf nachzufüllen. Übrigens: Auch das Füllmaterial kann bei uns im Shop erstanden werden. Das Kissen ist in drei schönen Farben, orange, rot und gelb, erhältlich. Das gewisse etwas gibt dem Kissen das schöne Tripada Logo an der Trageschlaufe, das sorgfältig eingestickt wurde.

Das Kissen kann bei uns in der Akademie sowie in unserem Tripada Yoga Shop online erworben werden!
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Meditation im Tripada Yoga ®

Meditation im Tripada Yoga ®

Die Meditation hat ihren Ursprung vermutlich  in der Religion und kommt seit tausenden von Jahren in irgendeiner Form in allen Kulturen vor. In der Religion suchen Menschen durch Meditation religiöse oder metaphysische, mystische  Erfahrungen. Sie erleben sich als eins mit der Welt, als eins mit Gott oder den  Göttern.

Meditation wird aber heute auch aus anderen als religiösen Gründen ausgeübt. Der Zweck liegt in der Förderung der Gesundheit und der Selbstfindung. Deshalb ist es ein wesentlicher Teil des säkularen Tripada Yoga ® Konzeptes.

Der Begriff kommt aus dem lateinischen und ist abgeleitet von meditatio = „zur Mitte ausrichten“ bzw. von medius = „die Mitte“.

Meditationshand

Gemeint ist hiermit die eigene, innere, persönliche Mitte.

Meditation ist deshalb die Erfahrung der eigenen Person. Meditation bringt uns zu uns selbst.

Aber sind wir nicht immer wir selbst?

Nein, denn im Alltag und normalen Modus sind unsere Sinne nach außen gerichtet und unser Geist ist damit befasst, diese Eindrücke (Sinnenwahrnehmungen)  und unser Leben zu bewältigen.

Der Geist ist deshalb  stets sehr unruhig, voll von Eindrücken, Gedanken und Gefühlen. Wir sind auch oft voller Emotionen. Viele davon sind negativ und lassen uns leiden. Ängste und Sorgen bedrücken uns oft. All diesen Eindrücken und Empfindungen und Gefühlen scheinen wir oft ausgeliefert zu sein. Sie schütteln uns unentwegt durch. Manchmal können wir nicht mehr schlafen.

Der Weg der Meditation besteht nun erst einmal darin, diese innere Unruhe zu beruhigen, in der wir uns die meiste Zeit mental bewegen. Meditation bedeutet also ein kurzes Innehalten in der Geschäftigkeit des Lebens und der regen Aktivität des Geistes und ein Wahrnehmen von dem, was ich im Moment bin und erlebe.

In der Meditation habe ich eine grundlegend veränderte Ausrichtung der Wahrnehmung, denn sie geht nicht von innen nach außen, sondern von außen nach innen.

Das Denken geht nicht in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit, sondern in die Gegenwart. Das klassische Yoga handelt  von dieser Einkehr, der Reise zu uns selbst. Wir finden diese Gedanken in der klassischen Definition des Yoga im Yoga Sutra, die wir schon kennen gelernt haben:

Yoga ist das Zur Ruhe Kommen der Bewegungen des Geistes.

Weiter sagt das Sutra, das man dann, in dieser Ruhe,  in „seiner Wesensidentität ruht. Dieses Gefühl wird in der alten  Yogaliteratur oft mit dem ungeheuer friedvollen Gefühl des Tiefschlafes verglichen, nur dass der Geist dabei wach ist.

In diesem Zustand ist die unruhige Tätigkeit des Geistes ganz zur Ruhe gekommen. Es ist ein Zustand frei von Gedanken.Denn die innere Mitte erfahren wir nicht durch Gedanken, sondern unmittelbar und ohne Gedanken. Dieser Zustand entsteht im Laufe der Meditation aus der Praxis heraus.

Innere Ruhe in diesem Sinne ist ein sehr tiefer Begriff. Die Ruhe in der tiefen Meditation ist vollkommen. Sie umfasst einen veränderten Bewusstseinszustand, den man sprachlich nicht fassen kann. Er ist voller Frieden, frei von Angst, weit, offen und unsagbar beglückend. Dann ist die Erfahrung, wer ich bin, jenseits der Sprache und jenseits Begriffe. Dieses Gefühl führt zu einer grundlegend veränderten Wahrnehmung der Welt und von sich selbst. Es schafft ein wachsendes Gefühl der Sicherheit, die von innen kommt.

Es gibt sehr viele verschiedene Meditationstechniken. Zu Beginn ist es wichtig zu verstehen, das Meditation auf Konzentration beruht. Gemeinsam ist den Verfahren die stete und alles andere ausschließende Ausrichtung des Geistes auf einen einzigen Gegenstand. Deshalb schließen wir die Augen und richten die Aufmerksamkeit nach innen und auf den gegenwärtigen Moment.

Der Vorteil dieser Konzentration besteht darin, das der Geist in seiner Aktivität beschränkt wird. Von außen kommende Reize werden nicht hereingelassen. Innere Ablenkungen lernen wir auch auszuschalten. Nach und nach kann innere Ruhe entstehen.

Wenn immer nun der Geist in seiner Konzentration abgelenkt wird, durch Sinneswahrnehmungen, Gedanken, körperliches Unbehagen, Schmerzen, Jucken, Müdigkeit, Langeweile, Hunger.. muss sie immer wieder behutsam zurückgeführt werden.

Die Technik besteht nun darin, sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren, der sich uns mit vielfältigen Botschaften mitteilt. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers heißt Propriozeption.

Viele Rezeptoren übermitteln dem Gehirn ständig Informationen über Spannungszustände und Lage des Körpers. Diese werden Ziel unserer liebevollen Aufmerksamkeit. Der Meditierende versucht hierbei alle körperbezogenen Sinneswahrnehmungen zu beobachten.

Technisch ist es schwierig, die Konzentration zu halten. Der unruhige Geist verliert sich unentwegt in anderen Gedanken und wird abgelenkt. Deshalb kommt es darauf an, bei Störungen und Ablenkungen immer wieder zum Gegenstand der Meditation zurückzukehren und so andere gedankliche Prozesse immer wieder zu unterbrechen.

In den folgenden Stufen wird dann schrittweise auf andere, subtilere Aufmerksamkeitsziele erweitert:

den Atem

die Gedanken

die Emotionen

In der ersten Stufe der Meditation erfolgt die Sammlung des Geistes auf den Körper und den Atem.

Im Tripada Yoga ® werden alle Asanas meditativ praktiziert. Die Konzentration auf den Körper, den Atem, auf das Tun in dem jetzigen  Moment und die Empfindungen zieht sich durch die gesamte Tripada Yoga® Praxis.

Im Sitzen handelt es sich dann um die formale Praxis der Sitzmeditation. Aber die Yogapraxis ist schon Meditation in Bewegung.

Im Tripada Yoga ® praktizieren wir also zunächst die grundlegende Form der konzentrativen Meditation. Diese Praxis kommt auch im Buddhismus vor und wird dort Vipassana Meditation genannt.

Das Ziel der Meditation ist die Geistesruhe. Deshalb wird der Geist von den vielfältigen Tätigkeiten, die er üblicherweise ausführt, weggeführt. Dies geschieht durch „den Rückzug der Sinne von den äußeren Gegenständen“, die den Geist in Aktivität bringen und die konzentrative Hinwendung zu den inneren Vorgängen. Im Yoga heißt der Prozess „pratyahara“  (Rückzug der Sinne von den äusseren Objekten) und „Dharana“ oder „Konzentration“ und sind die ersten beiden Stufen der Meditation. Dabei geht es um Fokussierung, um sogenannte „Einpünktigkeit“.

Wir definieren „Meditation“ also als die beabsichtigte Lenkung der Aufmerksamkeit oder Konzentration weg von der Vielfalt der äußeren Sinneswahrnehmungen hin auf ein einziges bestimmtes Objekt in unserem Inneren, in der Gegenwart und damit auf den aktuellen Moment, die gegenwärtige Erfahrung.

Vipassana ist Pali und bedeutet, „die Dinge so wahrnehmen, wie sie wirklich sind

Sie geschieht mit folgenden Einstellungen:

absichtslos
ohne Zielvorstellung
nicht handelnd
nur beobachtend
geduldig
nicht wertend
wohlwollend neutral
nimmt alles an wie es ist
ergebnisoffen

Deshalb ist die gesamte Tripada ® Yoga Praxis eine Form der Meditation.

  • Die Achtsamkeit ist im Hier und Jetzt
  • Die Konzentration ist bei dem, was Du jetzt tust
  • Die Konzentration ist bei den körperlichen Empfindungen
  • Die Konzentration ist bei der Atmung

Gedanken an andere Dinge werden durch diese Praxis verringert und möglichst ausgeschlossen. Dies ist eine sehr erholsame Erfahrung für den Geist.

Die wesentliche Funktion des Geistes in seiner Alltagstätigkeit ist die Wertung. In der Yogaprache ist es die „Ichfunktion“  oder Asmita, welches die Erfahrungen und Sinneseindrücke unentwegt zu mir in Beziehung setzt im Rahmen der Pole „gut – schlecht, nützlich – nicht nützlich). Dies entspricht den citta viksepas raga (haben wollen) und dvesa (nicht haben wollen). Je  mehr ich diese Wertungen beiseite lasse, nimmt die Tätigkeit des Asmita ab und der Teil des Bewusstseins bekommt breiteren Raum, der die Dinge in ihrer eigenen Natur betrachtet, sie so akzeptiert wie sie sind und sich mit ihnen verbunden fühlt. So nehmen Toleranz, Empathie und Mitgefühl einen größeren Raum ein.

Hans Deutzmann

Tripada Kinderyogalehrerausbildung

An diesem Wochenende findet die Tripada – Kinderyogalehrerausbildung  unter Leitung der erfahrenen Tripada- Yogalehrerin und Pädagogin Beate Strieder statt.

Tripada Yoga
Kinderyoga

Wir haben uns entschieden, diese Ausbildung in die Tripada Yogalehrerausbildung zu integrieren.

Tatsächlich hat es sich nicht als sinnvoll heraus gestellt, Personen in „Kinderyoga“ fortzubilden, die keine Ausbildung als Yogalehrer absolviert haben.

Wir wissen, das dies am Markt üblich ist. Dennoch ist Kinderyoga ebenso wie jedes zielgruppenpezifische Yoga eine Zusatzqualifikation, die nicht alleine stehen kann.

Die Tripada Kinderyogalehrer – Ausbildung ist mit dem Tripada Yoga Konzept vollständig abgestimmt und bereitet Yoga pädagogisch auf.  Es handelt sich um ein inhaltlich und methodisch klar strukturiertes Übunssystem. Wir gehen dabei davon aus, das Yogaübungen bestimmte Wirkungen erzielen, wenn diese geübt werden. Deshalb ist das Ziel, die Kinder durch eine an die Altersgruppe und den Entwicklungsstand angepasstes Methodenauswahl an das Üben von Yoga heranzuführen.

Metaziele des Tripada Yoga

Affektiv

  1. Die Teilnehmer soll sich nach jeder Stunde körperlich und seelisch besser fühlen als vorher und ein Gefühl der Entspannung und des psychosomatischen Wohlbefindens erleben.
  2. Die Teilnehmer sollen lernen, diese Effekte  mit Hilfe der verschiedenen Yogamethoden und des vorgeschlagenen Kurses selbständig herbei zu führen.
  3. Die Teilnehmer sollen den Nutzen erkennen und erleben und sich befähigen, die Methoden übend selbstständig anzuwenden.
  4. Psychisches Wohlbefinden wird erlebt
  5. Positive Grundgestimmtheit wird aufgebaut

Kognitiv

  1. Die Teilnehmer sollen die die Ziele des Tripada Yoga verstehen
  2. Die Teilnehmer sollen die Übungsprinzipien des Tripada Yoga verstehen
  3. Die Teilnehmer sollen die verschiedene Methoden des Tripada Yoga (Asana, Mantra, Atemübungen, Meditation, Tiefenentspannung, Mudra) kennen lernen
  4. Die Teilnehmer sollen den psychosomatischen Aspekt von Yoga verstehen
  5. Die Motivation der Teilnehmer, Yoga selbstständig zu üben, soll durch Erfolgserlebnisse aufgebaut werden
  6. Teilnehmer sollen ihre Körper –und Selbstwahrnehmung verbessern
  7. Teilnehmer sollen eine einseitige Leistungsorientierung abbauen und lernen, ihre Empfindungen wahrzunehmen und diese stärker zu berücksichtigen
  8. Die Teilnehmer sollen das Vertrauen in sich selbst stärken.

Psychomotorisch

  1. Stressreaktionen werden abgebaut
  2. Der Rückenstatus soll verbessert werden.
  3. Die  Körper – Haltung der Teilnehmer soll verbesserten
  4. Muskuläre Dysbalancen sollen ausgeglichen werden.
  5. Die Beweglichkeit und Gesundheit der Wirbelsäule soll verbessert werden
  6. Die allgemeine Beweglichkeit soll verbessert werden
  7. Die Teilnehmer sollen in der Lage sein, die Übungen und die Übungsfolge des Basic – Kurses  selbstständig auszuführen und die Reihenfolge zu beherrschen
  8. Psychosomatische Beschwerden, die aus psychischen oder körperlichen Anspannungen resultieren, sollen sich durch die Yogapraxis im Kursverlauf fortschreitend verringern und wenn möglich verschwinden

Analog zu den Zielen bei der Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheits-sportliche Aktivität impliziert der Tripada Yoga Basic Kurs Module zu der verschiedenen Kernzielen: 

Kernziel 1: Stärkung physischer Gesundheitsressourcen

  • gesundheitsbezogene Fitness
  • Ausdauer
  • Kraft
  • Dehnfähigkeit
  • Koordinationsfähigkeit
  • Entspannungsfähigkeit

Kernziel 2: Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen

  • Handlungs- und Effektwissen
  • Selbstwirksamkeit
  • Stimmung
  • Körperkonzept
  • Soziale Kompetenz und Einbindung

Kernziel 3:

  • Verminderung von Risikofaktoren
  • insbesondere solche des Herz- Kreislauf-Systems sowie des Muskel-Skelettsystems

 Kernziel 4:

  • Bewältigung von psychosomatischen Beschwerden und  Missbefindenszuständen

 Kernziel 5:
 Aufbau von Bindung an gesundheitssportliche  Aktivität

 Kernziel 6:
 Verbesserung der Bewegungsverhältnisse

Entspannungswirksame Methoden im Tripada Yoga

  1. Entspannung durch Achtsamkeitstraining
  2. Entspannung durch Körperwahrnehmung
  3. Entspannung durch Konzentration auf Körper und Atemerleben
  4. Entspannung durch Atemübungen (Verlangsamung, Rhythmisierung)
  5. Entspannung durch Bewegung (Vinyasa)
  6. Entspannung durch Dehnung aller Muskeln
  7. Entspannung durch Anspannen und Lösen aller Muskeln
  8. Entspannung durch Regulation des Muskeltonus
  9. Entspannung durch Tiefenentspannungsübung (Tripada Body Scan)
  10. Entspannung durch wechselndes Dehnen, Anspannen und Loslassen der Muskulatur
  11. Entspannung durch Mudras (verstärkte Innenwahrnehmung)
  12. Entspannung durch Mantras (beruhigende Klänge mit einer verlängerte   Ausatmung
  1. Entspannung durch Meditation
  2. Entspannung durch erhöhte Beachtung der eigenen Bedürfnisse und der eigenen   Befindlichkeit

Im Verlaufe eines Entspannungstrainings mit Hilfe von Tripada Yoga  wird durch regelmäßiges Üben die selbstständige Auslösung der Entspannungsreaktion gebahnt und für den alltäglichen Einsatz stabilisiert. Neben den Effekten ein palliativen Entspannungstrainings erhöht sich die Streßresistenz bei längerfristigem Üben

Das Konzept wird zielgruppenspezifisch modifiziert – für normal gesunde Menschen  mit Streßbelastungen von 15 – 65, für Kinder sowie für Schwangere und Personen mit Handicaps.

In einem Yogakurs mit Kindern sind die Methoden  an die Interessen und Bedürfnisse der Kinder angepasst und umgesetzt in konkrete Übungen, Spielen und Angebote mit  spielerischem und kindangemessenem Aufforderungscharakter.

Die Zielgruppen im Kinderyoga sind Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahre und 10 bis 14 Jahren.

Die beiden Zielgruppen erfordern eine jeweils abgewandelte und unterschiedliche Gestaltung und Vermittlung der Methoden des Yoga in Form von Übungen und Spielen.

Jüngere Kinder mögen eine spielerische Gestaltung von Stundenabläufen, ältere Kinder mögen die Form spielerischer Gestaltung kombiniert mit reflektierenden Anforderungen, in welchen sie die Möglichkeit haben, über sich selber, ihre Erlebnisse, Empfindungen und Erfahrungen zu sprechen .

Die Gruppen umfassen 6 bis 10 Kinder. Es ist notwendig, die Teilnehmerzahl zu begrenzen, so dass es dem Kursleiter möglich ist, alle Kinder während der Praxis im Blick zu haben und  somit die Praxis situativ und den Kindern angemessen zu gestalten und gegebenenfalls auch zu verändern.

Das Tripada Kinderyogakonzept integriert moderne  lerntheoretische Erkenntnissen, Ansätzen der sensomotorischen Integration und der Montessoripädagogik mit einem für Kinder angepassten Yogakonzept.

Tripada Kinderyoga ist von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Nach der Schulung auf das Konzept können zertifizierte Tripada Kinderyogalehrer den Kurs anbieten. Er wird von den gesetzlichen Kassen mit 75,00 € bis zu 100 % gefördert. 

Family doing stretching exercises laying on the floor - healthy lifestyle
Tripada Kinderyoga – Tripada Kinderyogalehrerausbildung

Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (4) – G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff

G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff – Yoga und unsere Medizin (1971, S.15-19, Erstauflage 1963)

Mukerji und Spiegelhoff Buch

Dr. med. Werner Spiegelhoff (1912-2006) war Pionier und maßgeblicher Initiator des Yoga in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen . Als junger Arzt an der Kölner Uni-Klinik lernte er seinen indischen Kollegen Dr. G. S. Mukerji, ein Arzt und Yogalehrer aus Indien kennen.Bei den gemeinsamen Visiten empfahl Dr. Mukerji häufig auch Therapien, die bei uns in Deutschland unbekannt waren und dem indischen Yoga entstammten. Die Erfolge waren gut, so dass Dr. Spiegelhoff sich immer stärker dafür interessierte. Er ließ sich im Yoga ausbilden, praktizierte  selbst und unterrichtete dann  seine Fachkollegen und  seine Patienten.Er gründete die „Yogagruppe Hilden“.

spiegelhoff1973

In diesem seit fast 50 Jahren selten gebliebenen Klassiker wissenschaftlicher Yogaliteratur – die es in Deutschland so gut wie nicht gibt -finden sich sehr detaillierte Angaben über die Ausführung von Asanas. In der Literaturliste wird auch das Buch „Asanas“ von Swami Kuvalayananda erwähnt.

Die Ausgangsposition der Praxis ist laut den Autoren immer Shavasana.Auch wird nach jeder Übung Shavasana wieder eingenommen, da dem System ein Wechsel von Anspannung und Entspannung zu Grunde liege.

In Shavasana wird eine vollkommene Entspannung der Muskeln und Gelenke erreicht bis man  den Körper nicht mehr empfindet und  verbunden mit einem Gefühl der seelischen Ausgeglichenheit. Dann begibt man sich in ein Asana.

Danach folgt wieder Shavasana.

Dieses soll mindestens genauso lang eingehalten werden wie die vorherige Übung: Die Entspannung nach der Haltung bewirkt ein wohliges Körpergefühl, das möglichst lange auszukosten ist.

Es wird auf ältere Bücher hingewiesen, wonach jede Übung bis zu 30 Minuten  eingehalten werden soll. Die Erfahrung lehre aber, dass zu Beginn nur etwa 10 Sekunden in der Haltung verweilt werden soll. Dies könne bei völliger Beherrschung bis 2 Minuten ausgedehnt werden.

Hierzu könnten die Sekunden oder die Atemzüge gezählt werden. Die Atmung soll gleichmäßig und locker sein. Alle symmetrischen Übungen sollen 3 Mal wiederholt werden, bei asymmetrischen Übungen solle 2- 6 Mal jede Seite geübt werden. Nach jeder Wiederholung soll wiederum Shavasana geübt werden. Die Reihenfolge der Übungen soll so gewählt werden, dass, dass immer einander entgegengesetzte Körperteile und Muskeln beansprucht werden.

Nach einer Anspannung soll eine Dehnung folgen. Einen Tag in der Woche soll man pausieren. Man soll die Übungen auswählen, die einem zusagen. Schmerzen sollen strikt vermieden werden. Ein gesunder Mensch solle mit 2 Haltungen am Tag beginnen. Fortschritte würden sich zeigen, wenn der Atem gleichmässig und locker ausgeführt werde. Man solle nicht mehr als 5 Übungen hintereinander machen.

Diese Anleitungen unterscheiden sich erheblich von denen bei Gharote und Gune. HIer wird besonders ein Wechsel von Anspannung und Entspannung betont und ein  Wechsel von Dehnung und Anspannung. Zwischen den Haltungen soll aber auch immer entspannt werden.

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (2) – Dr. Gharote

Wir wir gesehen haben, definiert das Yoga Sutra die Qualität der Asanas als meditativer Sitzhaltung als „stabil, angenehm und vollkommen leicht“.

Übungspraxis

Der Grund hierfür liegt darin, dass in der Meditation der Körper keinerlei Störung für den Geist darstellen darf. So ist das Ziel gewährleistet, das der Geist ruhig wird und „reines Bewusstsein“ wahrgenommen wird.  Der Körper selbst wird zunehmend nicht mehr gspürt und der Geist wird unempfindlich gegenüber den sensorischen Inputs. Der Körper wird eins mit dem Gefühl von Weite und Raum.

Prinzipien der Yogapraxis  bei Dr. M.LGharote (Grundgedanken des Yoga 1997, S.8, S.13-17, )

Dr. Gharote

Alle Yogaübungen sind nach Gharote psychophysischer Natur und tragen einzeln oder zusammen dazu bei, die Ziele des Yoga (die Geistesruhe)  zu erreichen. Sie ergänzen sich gegenseitig.  Eine Übung kann für die Ausführung der anderen hilfreich sein. Eine bestimmte Reihenfolge kann zu einem besseren Ergebnis führen. Yogaübungen sollen nicht zur Erschöpfung führen.

Asanas sind eine besondere Haltung des Körpers, in der man verweilt. Es sind keine dynamischen Übungen, die wiederholt werden.

Es wird bei der Auswahl Rücksicht genommen auf die Einschränkungen des Alters, des Geschlechtes und der Konstitution des Übenden.

  • Einfache Asanas sollten vor Schwierigen geübt werden.
  • Die Asanas, die ausgeführt werden, sollten auf dem „Prinzip des Fortschreitens“ basieren
  • Asanas sollen keine ruckartigen Bewegungen beinhalten.
  • Stabilität und Gelöstheit in den Asanas sind die beiden wesentliches Merkmal für das richtige Ausführung ist.
  • Im Asana ist die Dehnung wichtig und nicht die wiederholte Kontraktion und Entspannung.
  • Das Asana soll gehalten werden, solange es angenehm ist, in der Haltung versucht man, immer weiter zu entspannen.
  • Der Energieaufwand im Asana ist minimal.
  • Bei der Ausführung der Asanas wird empfohlen,  die Achtsamkeit auf die Bereiche des Körpers zu richten, wo es Empfindungen gibt.
  • Das Prinzip des Asana ist von größerer Bedeutung als die Endhaltung In allen Asanas wird normal geatmet, es sei denn, es ist unter bestimmten Umständen notwendig zu einem bestimmten Atemmuster zu greifen.
  • Es ist zwar richtig, dass Rückbeugen durch simultanes Einatmen und Vorbeugen durch simultanes Ausatmen erleichtert werden, aber man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass eine bestimmte Art des Atmens hilft Asanas gelöster und entspannter auszuführen.
  • Der Hauptzweck der Asanas ist, den Körper flexibel und geschmeidig zu machen, um mit Hilfe eines optimalen Muskeltonus zur Ausgeglichenheit von Körper und Geist beizutragen.

In praktischer Hinsicht wird das Konzept des statischen passiven Dehnens betont. Hierbei wirkt die Schwerkraft in einer bestimmten Haltung auf den Körper ein und führt einerseits zu einer Haltearbeit bestimmter Muskeln, andererseits zu einer Dehnung. Dieses Prinzip kennt man auch als „Stretching“.   

http://www.tripada.de
http://www.tripada-yogalehrerausbildung.de

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga Teil 1 – Einführung

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition

Teil 1

Zur Ausführung der Asanas in verschiedenen Quellen

im klassischen Yoga Patanjalis bei Dr. M.L. Gharote bei G.S. Mukerji und W.Spiegelhoff bei Dr. Dietrich Ebert bei B.K.S. Iyengar bei Boris Sacharow bei Andre van Lysebeth bei Indra Devi bei H. Deutzmann bei anderen Yogarichtungen Im Tripada Yoga Literatur

Zur Ausführung der Asanas im Patanjali Yogasutra

Partnerarbeit 4 Bei Patanjali finden sich nur 3 Sutras zum Themas „Asana“. Sutra II, 46 „sthira-sukham-asanam“ Die Haltung soll stabil und angenehm sein Sutra II, 47 “ prayatna saithilya -anantya -samapattibhyam“ Diese Sitzhaltung soll man in völliger Entspannung und in einem Zustand der Betrachtung des Unendlichen einnehmen“ Sutra II, 48 tato dvandva anabhighatah Daraus ergibt sich eine Unempfindlichkeit gegenüber den Gegensatzpaaren. (Übersetzung nach B. Bäumer, Die Wurzeln des Yoga, O.W. Barth Verlag 1993, S 121) Die Beschreibung bezieht sich nach traditioneller Auffassung in erster Linie auf die meditative Sitzhaltung. In alten Schriften werden nur solche Positionen erwähnt. Körperpflegende Asanas kommen nicht vor. Eine vertiefende Erläuterung findet sich im historischen Kommentar von Vyasa. Demzufolge wird die meditative Haltung vollkommen, wenn jede Anstrengung bei der Ausführung schwindet (zit. In Eliade, 1977, S.61). Der Grund hierfür liegt darin, dass in der Meditation der Körper keinerlei Störung für den Geist darstellen darf. So ist das Ziel gewährleistet, das der Geist ruhig wird und „reines Bewusstsein“ wahrgenommen wird. Der Körper selbst wird zunehmend nicht mehr gspürt und der Geist wird unempfindlich gegenüber den sensorischen Inputs. Der Körper wird eins mit dem Gefühl von Weite und Raum. Dieses Prinzip wird  nach der Interpretation von Dr. Gharote und G. Gune übertragen auf die Ausführung der körperpflegenden und entspannenden Asanas im Ganzen. So wurde und wird es im Kaivalyadhama Institut gelehrt. Für die historische Gültigkeit und Zulässigkeit einer solchen Übertragung als grundsätzliches Prinzip jeder Asana – und sogar jedweder Yogapraxis gibt es keine Belege. In anderen Yogarichtungen, etwa bei Krishnamacharya, Iyengar oder Sivananda  finden sich diese Ansätze nicht. Geht es nach der genannten Definition um Schmerzvermeidung und sanftes Üben, wird dort dem Schmerz als Lehrmeister das Wort geredet und statt einer Anpassung der Übungen an individuelle Bedürfnisse sehen wir martialische Standards einheitlicher Übungsreihen, an die sich der Übende abarbeitend anzupassen hat. Insofern sehen wir in den zentralen Quellen der globalen  Renaissance des  Yoga im Indien des 20. Jahrhunderts unmittelbar divergierende Ansätze, die zu völlig verschiedenen Ausgestaltungen des Yoga geführt haben. Eine historische Richtigkeit ist hier nicht feststellbar. Aus Sicht des Tripada Yoga machen wir uns die Definitionen von Dr. Gharote und G. Gune zu eigen und entwickeln sie fort. Das Umsetzen dieser Grundprinzipien entspricht den Zielen des Yoga in der Gesundheitsförderung. Das Mißachten hingegen führt zu den heute bekannten Risiken des Yoga.

Buchvorstellung: William S. Broad Yoga and Science

Buchvorstellung: The Science of Yoga

Was es verspricht – und was es kann

von Heike Friel, Tripada Yoga Lehrerin

The Science of Yoga – Was es verspricht – und was es kann
William J. Broad versucht mit diesem Buch wissenschaftlich aufzuzeigen, was Yoga tatsächlich erreichen kann, was Mythen und Fehlinformationen sind und wo Risiken und Gefahren liegen.

William J. Broad teilt sein Buch in 7 Kapitel ein:
1) Gesundheit
2) Fit und Vollkommen
3) Stimmungen
4) Das Verletzungsrisiko
5) Heilung
6) Göttlicher Sex
7) Muse
Er beginnt sein Buch mit einem Vorwort und schließt sein Buch mit einem Epilog und Nachwort.

Epilog

Im Epilog erzählt uns der Autor, warum er das Buch geschrieben hat.
Sein Wunsch ist es, Ordnung in das Thema „Yoga“ zu bringen und herauszufinden, was die Wissenschaft dazu sagt. Er versucht die Qualitativsten wissenschaftlichen Ergebnisse zusammenzutragen und die offenen Fragen über Yoga zu beantworten. „Gelegentlich berührt das Buch Themen östlicher Spiritualität – Meditation und Achtsamkeit, Befreiung und Erleuchtung, macht aber nicht den Versuch, ihnen auf den Grund zu gehen. Es konzentriert sich vielmehr konsequent auf die Frage, was die Wissenschaft uns über die Yogastellung sagt.“ (William J. Broad 2012 S.35)

Broad ist der Meinung, dass sich die Risiken und Vorteile als wesentlich größer heraus stellen, als er es vermutete. Yoga kann sowohl verstümmeln, als auch Leben retten (vgl. Benson S. 38).

Wie er sagt „ergibt Yoga nur Sinn, wenn man es auf kluge Weise anwendet, um sich selbst so wenig wie möglich zu gefährden.“

Er ist der Meinung, dass sich Yoga verändert hat, von einem obskuren Kult, tief getränkt von Magie und Erotik, hin zu Gesundheit und Fitness. „Die Wissenschaft des Yoga enthüllt nicht nur Geheimnisse. Sie trägt auch dazu bei, echte Mysterien aufzuklären“. (Broad 2012 S.40)

1) Gesundheit

1851 hat Paul, ein gebürtiger Bengale, der die soziale Leiter mittels einer guten Ausbildung erklommen hatte, als Erster entdeckt, das Yoga den Stoffwechsel verlangsamen konnte. Damit hatte er einen großen Durchbruch errungen.

1924 gründete Jagannath G. Grune südlich von Bombay einen Ashram, um umfangreiche Studien über Yoga durchzuführen. Im Mittelpunkt stand seine Bemühung, das Image von Yoga zu verbessern.

1926 berichtet er, „das(s) der Kopfstand und der Schulterstand förderlich für die Durchblutung seien, den Blutdruck jedoch nicht erhöhten, was die Stellung als ein sanftes Mittel körperlicher Erneuerung erscheinen lässt“ (Broad 2012 S.342).

Er wiederlegte auch die Auffassung, das intensive Yoga – Atmung die Sauerstoffaufnahmen verbessern würde.“ Er stellt fest, dass schnelles Atmen wenig an der Sauerstoffmenge änderte, die der Blutkreislauf aufnahm und kam zu dem Ergebnis, dass die stärkste Wirkung solcher rigorosen Anstrengungen tatsächlich im Herauspusten von Kohlendioxidwolken bestand (vgl. Broad 2012 S. 62).

Wie sich herausstellt, ist diese Erkenntnis wissenschaftlich korrekt.

Gune weist darauf hin, dass bestimmte Stellungen heilsam für bestimmte Leiden und gut für die Gesundheit sind, und war damit ein Wegbereiter für einen Ansatz, den viele Yogis im Laufe der Jahrzehnte übernehmen sollen (vgl. Benson S. 62). Eine weitere Veränderung ist die Aufnahme und das Unterrichten von Frauen im Ashram. Grune hat einen weitreichenden Einfluss auf die Praxis des modernen Yoga.

1947 gewinnt Indien seine Unabhängigkeit und gleichzeitig machte Hatha-Yoga den Sprung auf die Weltbühne. „Die Exporte begannen mit einer begabten Schülerin, die bei Gune und Krishnamacharya studiert hatten. Ebenso wie Iyengar war die Novizin aus gesundheitlichen Gründen zum Yoga gekommen und zu einer leidenschaftlichen Verfechterin von dessen regenerativer Kraft geworden. Die temperamentvolle Frau trug dazu bei, Grunes Beobachtung über„ die spezielle Eignung für Frauen“ in eine Vielzahl von weiblichen Anhängerinnen zu verwandeln“ (Broad 2012 S. 67).

Basu Kumar Bagchi (1875-1977) erforschte das greifbarste Wunder: Das Anhalten des Herzschlags.

Er widerlegt diese Behauptung, doch fand er in jahrelangen Studien heraus, dass das Yoga beträchtlich zur Gesundheit von Herz und Kreislauf beiträgt.

„Klinische Studien haben ergeben, dass Patienten, die Yoga ausüben, weniger Krankenhausaufenthalte haben, weniger Medikamente benötigen und seltener von ernsthaften Infarktereignisse – angefangen bei Herzattacken bis hin zum tödlichen Herzversagen – getroffen werden.

Forscher der University of Virginia werteten 70 Studien aus und kamen 2005 zu dem Schluss, dass Yoga ein aussichtsreicher Ansatz für eine „sichere und kosteneffiziente Intervention“ zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit sei (Broad 2012 S. 77).

Die Wissenschaft stellt ebenso fest, dass Yoga tatsächlich dem Verschleiß der zwischen Wirbeln liegenden Bandscheiben entgegenwirken kann, gesunkene Werte beim Cholesterin und bei Indikatoren von emotionalem Stress wie beunruhigenden Gedanken. Was auch von großer Bedeutung war, war die Erkenntnis, dass das Telomerase-Niveau, zuständig für die Langlebigkeit der Zellen, um 30 Prozent stieg.

2) Fit und vollkommen

Das moderne Yoga, ob zufällig oder auch geplant, hat viel von seinem kontemplativen Charakter verloren und geht eher in Richtung Fitness. In den 1920ern, hatte ein englischer Physiologe Archibald Hill in seiner Forschung ein großes Interesse an Sport und Fitness.
Er beschäftigt sich unter anderem damit, was die maximale Sauerstoffaufnahme nach steigender Ausbelastung des Körpers bewirkt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass dies von einem Hauptfaktor abhängig ist, nämlich der Größe des individuellen Herzens und dessen Fähigkeit das Blut durch die Lunge und die Gefäße zu den Muskeln zu pumpen.

Wie sich zeigte, war der Herz-Output von Spitzensportlern etwa zweimal so groß, wie bei untrainierten Personen. So konnte jeder in den Genuss der positiven Wirkung kommen, der ein rigoroses Training aufnahm.

Nun war die interessante Frage, wie es in dieser Frage mit dem Yoga stand. Die Wissenschaftler stellen fest, das Yogis schlechte Ergebnisse im Hinblick auf die Stärkung/Vergrößerung des Herzmuskels haben.

Allerdings berichten die Testpersonen, die über 4 Monate täglich Yoga praktizierten von Verbesserungen ihres Allgemeinzustandes in Bezug auf Schlaf, Energie, Gesundheit, Ausdauer und Beweglichkeit. Ebenso bemerken sie eine positive Veränderung in sozialer Hinsicht, einschließlich eines besseren Sexuallebens. Sie sind besserer Stimmung und zufriedener mit ihrem Leben.

Durch neue Formen von Yoga, die mehr Gewicht auf dynamische Stellungen und Stilarten legen, kommt mehr Bewegung und körperliche Aktivität ins Yoga, was die aerobe Herausforderung erhöht. Wenn man die Abfolgen schnell wiederholt, z. B. den Sonnengruß, bekommt man auch das Herz in Schwung. Dadurch gewinnt das Yoga Elemente eines kardiovaskulären Work-Outs.

„Trotz des zusätzlichen Peps kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Yogasitzungen den aeroben Mindestanforderungen nicht entsprachen. (…) Der einzige Schimmer kardiovaskulärer Hoffnung betraf – wieder einmal – den Sonnengruß.“

Zusammengefasst kann man sagen, Studien haben ergeben, dass Yoga positive Effekte in Bezug auf Balance , Erschöpfung, Angst, Stress, Stimmung, Schlaf, Cholesterin und auf die Lebensqualität von Yogis hat, aber nicht auf die körperliche Fitness (vgl. Broad S.120).

3) Stimmungen

„In Harvard warf (…) William James einen wohlwollenden Blick auf Yoga als Mittel mentaler Regeneration. Der berühmte Psychologe und Mediziner konzentrierte sich auf eine der elementarsten Yogaübungen – die einfache, aber systematische Entspannung der Muskeln.
Er untersuchte das Asana Shavasana und erklärte diese Art von Loslassen als „Regeneration durch Entspannung“. Diese Übung soll den Geist revitalisieren.

Die Entspannungsthematik interessiert auch Edmund Jacobson und er führt einige experimentelle Studien durch. Er nimmt an, dass tiefe Entspannung die mentale Aktivität absinken lässt.

Nun wird von Wissenschaftlern die Atmung unter die Lupe genommen.
Schnelles Atmen, die auch bei Yoga Atemübungen vorkommen, senken die Kohlendioxidvorräte des Körpers.

Der gebräuchliche Name für schnelles Atmen ist Hyperventilation. Sie birgt die allgemeine Gefahr, in Ohnmacht zu fallen. Es kann auch zu Schwindel, Kopfschmerz, Benommenheit, schleppender Sprache, Taubheit und Kribbeln in Lippen, Händen und Füßen kommen. Der Abfall des Kohlendioxidniveaus beeinflusst die Stimmung in vielerlei Hinsicht. Dazu gehört die respiratorische Alkalose. Sie erhöht die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln so stark, dass es zu vielen Kurzschlüssen kommt, wie ein Kribbeln in den Händen und/oder Spasmen in den Muskeln. Dadurch, dass bei schnellem Atmen das Kohlendioxidniveau fällt, ziehen sich auch die Hirngefäße zusammen, dies wiederum raubt dem Gehirn Sauerstoff. In extremen Fällen kann es so zu Ohnmacht führen.

Die Auswirkung auf die Stimmung und Atmungsphysiologie sind völlig anders, wenn die Yoga-Atmung eher langsam, als schnell ist. Es bewirkt eine Erweiterung der Hirngefäße. Das Gehirn erhält mehr Sauerstoff. Langsames Atmen führt zu einer ruhigen Aufmerksamkeit und reinen Bewusstheit. Viele Yoga-Elemente verstärken das langsame Atmen und schränken das Ausatmen von Kohlendioxid ein, dazu gehören die Wiederholungen von Mantras und Gesängen.

Basu Kumar Bagchi, ein Wissenschaftler an der University of Michigan berichtet, dass Yogis eine „extreme Verlangsamung“ von Atmung und Herzschlag erreichen können.“ Er folgert, dass Yoga im Allgemeinen eine „tiefe Entspannung des autonomen Nervensystems herbeiführt“ (Broad 2012 S. 142).

„Die Forschungsarbeiten zeigten, dass Yogis eine besondere Begabung für die Anwendung der Bremse hatten. Ihre geschickte Verlangsamung des Stoffwechsels und damit verbundener Funktionen waren besonders eindrucksvoll, weil es eine starke evolutionäre Neigung überwand. Die Überlebensanforderungen bedeuten, dass der Körper, wenn er sich selber überlassen wird, immer das Gaspedal bevorzugt. Schließlich ist das sympathische Nervensystem im Wesentlichen ein Mittel der Notfallreaktion und leicht erregbar – es hält den Körper Kampf oder fluchtbereit und überschwemmt ihn mit Adrenalin“ (Broad 2012 S. 143).

Viele Teile des Körpers sind unter der Kontrolle des autonomen Nervensystems. Die meisten Menschen haben keine bewusste Kontrolle über solche automatischen Reaktionen. Mel Robin ist der Ansicht, das wir Menschen einen Schlüssel zur verborgenen Welt der autonomen Kontrolle haben, nämlich den Muskeltonus, Wenn man Muskelarbeit betreibt, erregt man das sympathische Nervensystem, und die Atmungsrate. Robins Aktivitätsregel deutete darauf hin: „das(s) ein disziplinierter Mensch dutzende der wichtigsten und unauffälligsten Körperfunktionen beeinflussen konnte. Seine Regel sprach außerdem dafür, dass verschiedene Hatha – Stilarten sehr unterschiedliche Effekte auf das autonome System hatten“. Fließende, schnelle Bewegungen z. B. der Sonnengruß (viel Muskelkraft) eher das sympathische System, statische Haltungen eher den Parasympathikus.
Mel Robin war der Ansicht, dass zu einer guten Yogastunde Stellungen gehörten, die sowohl das Gaspedal, als auch die Bremse aktiviert, sodass das autonome System ein gründliches Training bekommt.

Der Mediziner Herbert Benson war bestrebt, die westliche Anspannung mit der östlichen Gelassenheit zu lindern. Er untersuchte die Auswirkungen von Meditation, Yoga und anderen beruhigenden Praktiken. Er stellte fest, das einfache Techniken der Entspannung tiefgreifende Wirkungen auf den Herzschlag, die Atmungsrate, den Sauerstoffverbrauch und das Absenken des Blutdrucks hatten. Er nannte die Entspannungsreaktion, einen herbeigeführten physiologischen Ruhezustand. Benson bezeichnete seine Erkenntnis als Relaxation Response (Gesund im Stress).
Wenn Yoga die Gelassenheit fördert und die Stimmung hebt, wie wirkt sich Yoga dann auch auf Depressionen aus? Viele Berichte sagen, dass bei Depressionen der Neurotransmitter GABA niedrig ist. Wissenschaftler stellten fest, dass der GABA- Spiegel bei Yoga- Praktikern, die regelmäßig Yoga praktizieren, anstieg. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass Yoga ein hervorragender Stimmungsaufheller ist und ein vielversprechender Ansatz sein kann für die Behandlung von Angst und Depressionen.

4) Das Verletzungsrisiko

Verletzungen wurden im Yoga verschwiegen, auch von den Gurus. Aber an die Stelle des langen Schweigens ist nun die wissenschaftliche Studie getreten, die neue Strategien für die Verletzungsprävention fordert. Die Verletzungsprobleme reichten von leichten Schäden, bis zu dauerhaften Behinderungen. Eine kleine Epidemie von Schlaganfällen führte zu einer Diagnosestellung, die als Beauty – Salon- Syndrom bekannt wurde. Der Neurophysiologe Russel beschäftigte sich mit diesem Verletzungsrisiko und hatte sich auf die Frage spezialisiert, wie die Beugung des Halses den Blutfluss von Herz zu Gehirn beeinträchtigen kann. Aus Jahrzehnten klinischer Praxis und Laborforschungen wusste Rusell, dass extreme Bewegungen des Kopfes und Nackens die rechte und linke Wirbelarterie verletzen und Gerinnsel, Schwellungen, Verengungen und verheerende Schäden flussabwärts im Gehirn verursachen konnten (z. B. Schulterstand, Kobra).

2002 zeigten die Erhebungen, dass die Anzahl, der mit Yoga zusammenhängenden Krankenhausaufenthalte, in die Höhe schnellte. Die meisten Verletzungen treten im Bereich der Knochen, Bänder, Sehnen und Gelenke auf. Die Neugestaltung der Stellungen durch die Yogagemeinschaft reicht von kleinen Anpassungen, bis zu umfassenden Veränderungen. Heute vermeidet eine Reihe von Schulen die Unterrichtung der Kopfstände und auch des Lotussitz. Das Knie ist ein Scharniergelenk, das sich nur beugen und strecken kann, aber nicht drehen. 68% der Befragten einer Studie wählen den Grund für die vielen Verletzungen in einer unzureichenden Lehrerausbildung. Die Lehrerausbildung hat enorme Qualitätsunterschiede, von schlampig bis peinlich genau.

5) Heilung

Fishmann, der bei Iyengar gelernt hat und selbst Medizin, Mathematik, Logik und Philosophie studiert hat, versucht die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Westens mit der intuitiven Kreativität von Iyengar zu verbinden. Dadurch entstand ein ganz neuer Weg, um zu Heilen. Er stürzt sich in die Rehabilitationsmedizin. Sein Buch „Relief in the Stretch“ beschrieb: „ein verborgenes Zusammenspiel zwischen zwei Arten von Sinnesorganen, die in den Bändern und Muskeln des Körpers eingewoben sind. Bei Streckung eines Muskels, schrieb er, senden die beiden Systeme widersprüchliche Signale aus.

Die Kontraktion sei stärker als die Entspannung, deshalb bleibe der Muskel angespannt. Doch bei fortgesetzter Streckung werde diese Signal von allein schwächer und der Entspannungsimpuls gewinne die Oberhand.

Der Übergang erfordere Zeit, schrieb Fishman. Er setze ein, wenn die Streckung fünfzehn bis dreißig Sekunden anhalte, und das Entspannungssignal werde in weniger als 2 Minuten dominant.“ (Broad 2012 S.207).
„Yoga als Medizin repräsentiert die nächste Yoga – Welle“. (…). In den nächsten Jahren werden wir erleben, dass wesentlich mehr Yoga in Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge angeboten wird und Ärzte häufiger Yoga verschreiben werden. Vielleicht. Doch im Moment ist die Yoga- Therapie völlig ungeregelt und von daher unterliegt die Qualität der Behandlung dem Zufallsprinzip.“ (Broad 2012 S. 227).
Nach Fishman aber hat die Wissenschaft heute Mittel um festzustellen, was in der Yogatherapie wirklich funktioniert und warum es funktioniert.

6) Göttlicher Sex

In diesem Kapitel geht es darum, ob regelmäßiges durchgeführtes Yoga, das Sexualleben verbessern kann. Praktizierende, sowohl Frauen als auch Männer sagen, sie würden eine Steigerung der Erregung, der Befriedigung und der gefühlsmäßigen Nähe erleben. Neue Studien zeigten, dass Yoga zur Ausschüttung von Sexualhormonen und zum Anstieg der Hirnaktivität führen kann. „Bildgebende Verfahren deuteten darauf hin, dass fortgeschrittene Yogis, die Augen schließen und ihr Gehirn in Ekstasezustände versetzen können, die von jenen des sexuellen Höhepunks nicht zu unterscheiden sind.“

1978 verfasste Udupa in seinem Buch: „Stress and the Management by Yoga – eine Studie“, in der er beschrieb, das Yoga zu einer erheblichen Verbesserung der endokrinen Funktion des Hodens beträgt. „Yoga als Sport betrieben besitzt offenbar die besondere Fähigkeit, den Testosteronspiegel im Blut zu steigern.“

7) Muse

In diesem Abschnitt geht es darum, ob Yoga zur Verbesserung der künstlerischen Leistung beitragen kann. Die Antwort darauf ist: JA, denn Yoga hilft den kreativen Prozess zu vereinfachen und für sich zu gestalten. „Die inspirierende Kraft des Yoga scheint, zumindest teilweise, auf etwas so Unkomplizierten zu beruhen wie dem Nachlassen psychischer Anspannung und einem Zur-Ruhe-Kommen des Geistes.“ (Broad 2012 S. 290). Wissenschaftler fanden heraus, das Yoga wirkt, weil sie unter anderem das Gleichgewicht zwischen den Gehirnhälften in Richtung einer stärker künstlerischen Einstellung verschiebt. Taylar stellt den ersten Schritt der Verlagerung nach rechts als Bereitschaft dar, im Augenblick zu leben, im Hier und Jetzt.“ (Broad 2012 S.297).
Ebenso hat die Wissenschaft einen biochemischen Faktor entdeckt, der das „Zur-Ruhe-Kommen“ fördert. „Es handelt sich dabei um GABA, den Neurotransmitter, den wir im Kapitel über Stimmungen kennengelernt haben.“ Er hat eine beruhigende Wirkung.
Es gibt eine Beziehung zwischen Yoga und Kreativität doch sind die Befunde relativ bescheiden. Themen wie Fitness, Gesundheit, Sicherheit haben mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Epilog

Broad beschreibt, dass sich das Yoga im ausgehenden 20. Jahrhundert in verschiedene Marken aufgesplittert hat und dass es nun die Frage ist, in welche Richtung es sich entwickelt. Dabei beschreibt er zwei Möglichkeiten: Entweder leistet Yoga nur einen kleinen Betrag zur globalen Gesundheitsfürsorge und die Öffentlichkeit betrachtet das Yoga als Kult und/oder die Wissenschaft von Yoga gehört zum Standardangebot, z. B. von Universitäten. Yogakurse werden von anerkannten Lehrern durchgeführt, deren Ausbildung streng geregelt ist. Broad meint, dass Yoga erwachsen werden kann, wenn es sich stärker an der Wissenschaft ausrichtet und dass es den Prozess, den schon Grune, Iyengar und die anderen Pioniere angestoßen haben, beschleunigt. Er ist der Meinung, dass Yoga, wenn es eine neue Art der Reife erreicht zu einer positiven Kraft in der globalen Krise der Gesundheitsfürsorge werden kann. Broad sieht die größte Hoffnung darin, das es noch mehr wissenschaftliche Forschung bezogen auf Yoga geben wird und dass sich noch mehr kluge Köpfe mit dem Thema beschäftigen werden.

„Ein weiteres ermutigendes Zeichen ist, dass staatliche Stellen in den USA und auch in anderen Ländern angefangen haben, die Wissenschaft des Yoga finanziell zu unterstützen.“ (Broad 2012 S. 317). „Nach Broad scheint Yoga sehr vielversprechend, wenn es darum geht, nicht nur unsere Lebenserwartung, sondern auch unsere Gesundheitserwartung zu erhöhen.“

Heike Friel, Tripada Yogalehrerin

Prana – Reflektionen über einen oft gehörten Begriff

Über Prana und Vayus

Oft werden im Zusammenhang von Yoga in unklarer Weise Begriffe wie prana, vayus, nadis und chakren genannt.

Diese Begriffe entstammen einer langen Tradition und wurden immer wieder ganz unterschiedlich verwendet. Schauen wir uns die Begriffe einmal etwas genauer an:

Bis auf wenige Ausnahmen werden in traditionellen Yogatexten die Worte

vayu
vata
prana
pavana
samirana
anila
maruta
marut
prabhanjana

als Synonyme verwendet. Da dies einige Verwirrung schafft, ist es notwendig, die Begriffe in ihrem jeweiligen Kontext zu verstehen.

Vayu in der vedischen Mythologie

Das Sanskrit Wort “vayu” bedeutet Wind, Raum oder Luft. Vayu  „Wind“, „Luft“), auch Pavana (Sanskrit पवन „Reinigender“) ist der vedische Gott des Windes, der Luft und des Lebenshauches (Prana) und dessen Personifizierung. Im Rigveda  wird ihm eine Hymne ganz gewidmet. Mit Indra und Agni bildet er eine vedische Göttertriade.

Vayu

Vayu in der yogischen Literatur

Der Begriff der Vayus taucht in der Geschichte immer wieder durchgehend auf, in Geschichten, Legenden, im Yoga Sutra, den Hatha Yoga Texten und in Bezug auf Pranayama.

Die verschiedenen Bedeutungen des Begriffes vayu  können  differenziert werden als

  1. Atem als die Luft, die ein- und ausgeatmet wird
  2. Prana, welcher vom nabhi-mula (Nabel) zum Kopf geführt wird, aber ebenso zu jedem anderen Teil des Körpers geleitet und dort für eine kürzere oder längere Zeit gehalten werden kann
  3. Leben, oft auch als vayavah im Plural gesetzt, und bezeichnet so die mit 10 bezifferten verschiedenen Reflexe des autonomen Nervensystems
  4. Das maha bhuta (Element) vayu
  5. Die Region des Körpers, in dem sich das maha bhuta (Element) vayu verortet wird
  6. Nahrung, die alle Bereiche des Körpers erreicht, z Bsp allen voran Sauerstoff
  7. Die Kontraktion von Muskeln um bestimmte Handlungen zu vollziehen
  8. Aus dem Kontext des Ayurveda wird das vata dosha so bezeichnet, also das Element welches Dinge trocknet
  9. Eine bestimmte mentale Haltung

Alle diese Bezeichnungen haben etwas mit Leben zu tun, und das Leben ist jeweils mit Bewegung assoziert. Vayu und seine Synonyme beschreiben also mit Bewegung verbundene Lebensprozesse, aber weisen auch darüber hinaus. Benannt werden Funktionen wie

  • Atmung
  • Einatmung
  • Ausatmung
  • die eingeatmete Luft
  • die ausgeatmete Luft
  • die 10 vitalen Reflexe
  • die Ernährung und Nahrung
  • die Kontraktion von Muskeln

Diese Funktionen sind der Ausdruck einer lebendigen Aktivität. Trotz dieser gemeinsamen Merkmale  bleibt ein Verständnis aber aus, wenn  die Begriffe nicht in ihrem jeweiligen Kontext passend übersetzt und interpretiert werden.

Prana in der yogischen Literatur

Das Wort prana wird oft als Synonym für vayu verwendet. In der yogischen Literatur finden sich wiederum verschiedene Bedeutungen des Begriffes „Prana“. Das Wort Prana wird in der Yoga Literatur ebenfalls in einem weiten Feld von Kontexten verwendet.

Es bezeichnet

  • funktionelle Prozesse in lebenden Organismen, besonders des autonomen Nervensystems in verschiedenen Bereichen des Körpers
  • ein kosmisches energetisches Prinzip, welches als Evolution des  Unmanifestierten die physischen und materiellen Aspekte der Manifestation durchdringt.
  • Prana hat einen statischen und einen dynamischen Aspekt, wenn von prana sakti (als potentielle Kraft) und prana vayu (als Energiefluss) gesprochen wird.

Im einzelnen können folgende Bedeutungen unterschieden werden:

  1. „Lebenskraft“ als Prinzip aller Lebewesen
  2. Symbol für Brahman, etwa in der Taittiriya Upanishad

Homage to you, O Vayu! I will proclaim you
And you alone as the Visible Brahman!
I will proclaim you as the right
I will proclaim you as the true
satya.

  1. Ein vibrierender, pulsierender oder kreisender Typ von Energie
  2. Ein Lebensprozess, der alle Aktivitäten von allen Lebewesen regiert
  3. Atemluft
  4. Die Luft, die bei der Ausatmung ausgeatmet wird
  5. Der Stimulus der Ausatmung
  6. der Atemimpuls, der den Vorgang des Atmens mit der Ein- und Ausatmung verursacht
  7. Nervenimpulse oder Wahrnehmungen, die in verschiedenen Teilen des Körpers stattfinden
  8. vitale Reflexe, welche die vitalen Funktionen in Bezug zu bewussten und unbewussten körperlichen Aktivitäten ausprägen

In den Hatha Yoga Texten werden die Vayus in 10 verschiedene Funktionen oder Bereiche unterteilt.  So wird in der Gheranda Samhita und anderer Hatha Yoga Literatur auf  2 Gruppen von Vayus hingewiesen, den Pranadi – Vayus  und den Nagadi – Vayus.

Pranadi (betreffend Prozesse im inneren des Körpers)

prana  aktiv in der  Region „Herz“ von der Brust bis zu Nase und Mund, reguliert die Atmung

apana  aktiv in der Region „Anus“  vom Bauch bis zu den Fusssohlen, zuständig für Ausscheidungen

samana aktiv in der Region „Nabel“  von der Brust bis zum Bauch, zuständig für die Verdauung und Verteilung der Nahrung in den Körper

udana aktiv in der Region „Kehle“ von der Nase/ Mund zum Kopf, zuständig für Sekrete und Flüssigkeiten

vyana aktiv im ganzen Körper, zuständig für vielfältige Bewegungen des Körpers

Übereinstimmend wird den Pranadis eine größer Bedeutung beigemessen, und hier besonders

PRANA und APANA

Die Pranadi Vayus bedingen das, was als Lebensprozesse oder jivana (der Begriff wird von dem Kommentator des Yogasutra, Vyasa verwendet) bezeichnet wird, und in den verschiedenen Bereichen des Körpers als vitale  autonome Funktionen identifiziert werden kann. Die weniger wichtigen Nagadi- Vayus und ihre Funktionen werden wie folgt beschrieben:

Nagadi (betreffend Funktionen im äusseren Bereich des Körpers)

naga  die Schlange- bewirkt das Aufstossen

kurma die Schildkröte – bewirkt das Öffnen der Augenlider

krikara  der Pfeffer – erzeugt Hunger und Durst

devadatta  ist von Gott gegeben – bewirkt das  Gähnen

dhananjaya der Siegreiche erzeugt den Schluckauf

In anderen Texten wird gesagt, dass

–  Die normale Ein und Ausatmung beide durch PRANA verursacht werde

–  APANA sei  für die drei Phasen des Pranayama verantwortlich, namentlich für   Recaka,  Kumbhaka und Puraka

–  Vyana beseitige Unregelmässigkeiten und Störungen in den Nadis

Wer den Begriff des Prana verwendet, sollte sich also zumindest über die verschiedenen Kontexte bewusst sein, in denen der Begriff mit verschiedenen Bedeutungsinhalten verwendet wird.

Besondere Aufmerksamkeit gilt im Yoga mit der Betonung von Prana und Apana – Vayu scheinbar der  Atmung, der Aufnahme von Nahrung und der Ausscheidung.

Abschließende Überlegungen

Die Begriffe Prana und Vayu werden oft als Synoyme verwendet. Sie haben mit „Leben“ und „Lebenskraft“ zu tun. Prana meint hier einerseits die elementare Kraft, die der Entstehung des ganzen Universums zu Grunde liegt und die Evolution der Welt in ihre heutige Form verursacht hat.  Die Schaffung der Welt ist allerdings beendet, es wird nicht grundsätzlich Neues mehr geschaffen. Diese Kraft wird auch als „Kundalini“ bezeichnet, die  nun „schläft“, dh sie ist latent vorhanden, hat aber keine Funktion mehr.  Davon abzugrenzen ist die  Kraft, die die Bewegung und Veränderung innerhalb des Geschaffenen weiter trägt. Sie wird manchmal als Tanz Shivas dargestellt.  Wenn der Tanz endet, endet die Welt.  Einer ihrer Ausdrücke ist die Lebenskraft, die Lebewesen eben zu lebendigen Wesen macht. Ohne „Hauch“ oder Prana ist das Lebewesen tot.  Prana manifestiert sich im Körper in verschiedenen Funktionskreisen, die Ähnlichkeiten mit anatomischen Begriffen haben wie Atmung, Verdauung, Ausscheidung und Bewegung. Im Kontext von Pranayama meint Prana Luft, aber manche glauben auch, es handele sich bei Prana auch um eine Art von Energie, die man aufnehmen, konzentrieren und im Körper verteilen könne. Die korrekte Funktion der körperlichen und geistigen Strukturen lasse sich durch „mehr und besseres Prana“ optimieren. Zudem müssten aber auch die „Nadis“, das wären kleine Kanäle, in denen Prana sich bewegt, wie Nerven und Gefässe, „gereinigt“ sein. Besseres Prana findet sich demzufolge in der frischen Luft, in der passenden und hochwertigen Nahrung, in der Natur und in guter sozialer Interaktion.

Ob man also Prana wie eine Art „Nahrung“ zu sich nehmen kann? Gibt es etwas wie „Nadis“, welche diese „Energie“ nur dann verwerten kann, wenn sie „gereinigt“ sind“

Könnte es sein, das die Aufnahme von viel Prana nichts nützt, wenn es nicht vom Körper verwertet und verteilt werden kann?

Zweifellos wird sich die Qualität der Nahrung, der Luft, des Wassers usw auf unsere Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit auswirken. Wir brauchen bestimmte Stoffe, die wir aus der Nahrung beziehen. Diese Stoffe wie Vitamine und Mineralien könnten als „Prana“ identifiziert werden. Auch unsere soziale Umgebung kann förderlich oder hinderlich sein, also viel oder wenig Prana enthalten.

Vielleicht lassen sich diese aus Beobachtung gewonnenen Begriffe sinnvoll übersetzen.
Zweifellos müssen auch das Nervensystem, das endokrine System und der Stoffwechsel gut funktionieren, um das Prana aus den aufgenommenen Stoffen als „Energie“ dem Körper und dem Geist erfolgreich zur Verfügung zu stellen.

In Hinblick auf die Yogapraxis können sich aus diesen Überlegungen von interagierenden Funktionskreisen nützliche Implikationen ergeben, ohne einem abergläubischen Mystizismus zu frönen.

Hans Deutzmann, 14.11.2014