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Handouts Tripada Yoga ®Mediate erschienen

Nach langen Vorbereitungen von der Konzeptentwicklung, der praktischen Erprobung der Konzepte im Unterricht bis zur Erstellung der Fotos, deren Nachbearbeitung, der grafischen Gestaltung und Umsetzung haben wir nun endlich das Handout zum Tripada Yoga ® Mediate Kurs drucken können. Die ersten 1000 Exemplare wurden geliefert.

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Das 6- seitige Faltblatt dokumentiert den Tripada Yoga ®Mediate Kurs, so dass die Teilnehmer den Verlauf zu Hause nachvollziehen  können.

Für die Teilnehmer und die lizenzierten Tripada Yoga ® Lehrer ergibt sich hier ein attraktiver Mehrwert.

Nach dem Booklet zum Tripada Yoga ® Basic Kurs über 50 Seiten, dem 6- seitigen Handout und dem dazugehörigen A 1 Plakat wächst mit dem Handout die Palette der hochwertigen und professionellen Kursbegleitmaterialien an.

Das Plakat zum Kurs ist bereits in der Vorbereitung.

Vor kurzem ist auch das 180- Seiten Trainermanual für den Tripada Yoga® Basic Kurs fertig gestellt worden. Er wird derzeit in 5 verschiedenen Städten einer Erprobung unterzogen. Die zweite, verbesserte Auflage ist in Vorbereitung.

Alle Kurse sind von der zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert.

Hans Deutzmann

Spirituelle Highlights 2016 – Realsatire

Das in der  Yogascene recht krude Auffassungen kursieren und sich die Sprache gelegentlich in schwüle und abstrakt- abgehobene Sphären   verirrt, ist nicht selten zu beobachten. Besondere Stilblüten verdienen hierbei auch einmal eine besondere Aufmerksamkeit, vor allem, wenn sie von Meinungsführern der Yogawelt  und sogenannten Yoga -Gurus stammen.Guru heisst zwar „Lehrer“ und übersetzt etwa, vom „Dunkeln zum Licht“ , aber leider führen die Gurus ihre Jünger öfter hinter das Licht als zum Licht.

Yoga Gurus sind also meine besonderen Lieblinge, besonders wenn sie sich nach einiger Zeit als sexuelle Wüstlinge entpuppen wie unjüngst ein bekannter Sprößling einer yogischen Traditionsfamilie , der weithin bekannte Vertreter eines heißen Yogastils  oder oder…oder sich als durchaus den finanziellen Genüssen dieser Welt nicht abhold herausstellen, wir wir dies kürzlich von einem ebenfalls bekannten Yogastar hörten. (Ich persönlich habe nichts gegen Geld verdienen, nur gegen Doppelmoral):

Sagte nicht kürzlich eine bekannte deutsche Yoga Ikone „Geld scheffeln und haben ist für Yogis nicht verwerlich, aber Besitz ist schlecht“.Nun, diese tiefgründige Dialektik muss einem nach längerer Meditation sicher einleuchten, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so recht schlüssig wirkt Übrigens neige ich nicht dazu, mich über körperliche Besonderheiten anderer Menschen zu erheben, aber Leute, die den ganzen Tag über Gesundheit, gesunde Ernährung, Achtsamkeit usw schwadronieren, haben schon auch ein Vorbildfunktion und müssen sich fragen lassen, wie sie es denn selber damit halten, wenn sie mit sichtbarem Adipositas auftreten und andere zu asketischen Praktiken anleiten.

In diesem Monat möchte ich aber also einen Satz von meinem Liebligsautor spiritueller Dichtkunst und Eloquenz besprechen, der immer wieder inspiriert von der Theosophie,  heidnischen Kulten und  fest gegründet in der  Ablehnung von Technik, Kultur und moderner Zivilisation,  namentlich jeder Bildung und dem Intellekt, wirkliche Stilblüten produziert:  Uwe Haardt, der Herausgeber von „Yoga Aktuell“, der in seinem Editorial immer wieder so besonders schöne Texte publiziert, das man sich fragt: was hat man dem Mann ins Essen getan?

Was immer es ist: ich bin mir nicht sicher, ob ich vom gleichen Kraut rauchen möchte.

Zwar ist nicht überliefert, ob das Editoral der „Yoga- Brigitte“ überhaupt Leser findet – denn Diskussionen sind in der monotonen Yogawelt ohnedies eher selten, Predigten hingegen umso öfter zu beobachten, oder dies nur der persönlichen Befriedigung dient als ein Privileg, welches dem Herausgeber eben gebührt.

Nun, frage nicht, Übe, mein Freund, lasse Dich doch einfach mal auf die Erfahrung ein …99 % Praxis, 1 % Theorie…. das reicht für das Fußvolk, um ihm jeden Bären aufzubinden.

So heisst es diesmal in der wortgewaltigen Bergpredigt der Juni 2016 Ausgabe:

Wer das große Wagnis eingeht und mit dem Reisegefährt der yogischen Selbsterforschung wandelt, wird über kurz oder lang die Bekanntschaft mit einer geheimnisvollen Flamme machen.  „

Und, liebe Freunde, damit ist n i c h t gemeint, das Du in einem Yogakurs im Ferienparadies einer heissen Blondine über den Weg läufst, wie man denken könnte, denn

Diese Flamme wird von den Schöpferkräften des Yoga , den Jochas , als inneres „Joch  -hannisfeuer“  – als „Kundalinikraft“ in all jenen entzündet, die aufrichtigen Herzens darum bitten, sich selbst in ihrem wahren Wesen zu erkennen.

Jochannisfeuer? Das ist ja interessant!

Oder vielleicht doch Johanniskraut? Kundalinikraft? Also doch vielleicht mit der Blondine die innere Flöte pfeifen? Nein, denn

Der Impuls in uns Menschenwesen, uns selbst zu erkennen und das Wesentliche unseres Wesens zu entblättern, ist unserem Wesenskern als Wesensfunke unsterblich eingehaucht“.

Auch hier könnte der Terminus „entblättern“ auf einen hedonistischen Kontext deuten, doch weit gefehlt. Denn

“ aus den dunkelsten Tiefen und selbst den dichtesten Geweben der Materie des Universums unablässig ein geheimer Signalstrom (strömt), der uns ermuntert, das große Geheimnis unserer Selbst zu lüften und uns geistig zu liften.

Geistiges Liften, das ist wirklich eine schöne Idee. Und auch die Birne könnte mal gelüftet werden, denn die  Hyperbeln und sprachlichen Megalithe purzeln gar munter umher:

„grosses Wagnis“, „geheimnisvoll“, „aufrichtigen Herzens“, „wahres Wesen“,
„Wesenskern“ , „unsterblich“, „Wesensfeuer“, ja „unerschöpflich“, “ geheim“
„Meister aller Zeitalter“, „tiefe Täler menschlichen Denkens“, „in Täuschung gefangen“
„wirkliches Wesen des Lebens“, „Gipfel des mystischen Weltenberges“, „Schöpferkräfte“
„Meinungskräfte terrorisieren die Welt“, „heiliger Geist“, „stilles Seelenmeer des großen Geistes“, „erhabener Geist“, “ Erhabene Wesen“, “ hohe Gesänge der Ewigkeit“

Also drunter geht es wirklich nicht, es geht ums Ganze!

Fassen wir zusammen:

  1. eine geheimnsivolle Flamme begegnet uns, und es ist leider keine Blondine
  2. sie wird von den „Schöpferkräften des Yoga“ , den Jochas in uns entflammt
  3. dies geschieht als inneres “ Joch- hannisfeuers“
  4. die ist gleichbedeutend mit der „Kundalinikraft“
  5. Bedingung: Du bist aufrichtigen Herzens
  6. Bedingung: Du bittest Darum, Dich selbst in Deinem wahren Wesen zu erkennen
  7. dies bedeutet: das Wesentliche unseres Wesens zu „entblättern“
  8. der Wunsch danach ist unserem Wesenskern als Wesensfunke unsterblich eingehaucht.
  9. es gibt einen steten Signastrom aus dem Universum (selbst aus schwarzen Löchern), der uns ebenfalls dazu ermuntert

Hierfür nun eine kleine Hausaufgabe:

Meditiere  über die Frage:

Was ist das wahre Wesen Deines Wesentlichen Wesenskerns, nein; das wahre Wesen des Wesensfunkens im wesentlichen Wesenskern, der Dir jochmässig eingehaucht ist im wahren Herzen des Kerns Deines Wesens! Spürst Du die Jochas, das Jochanisfeuer, den steten Signalstrom aus dem Universum, die Kundalini, in dem elenden Tal Deiner Meinungsjauche? 

Nein?

Dann könnte es  also leider wirklich vielleicht sein, das Du nur ein in Täuschung Gefangener bist, der aus den tiefen Tälern des menschlichen Denkens mit seinen eigenen Meinungskräften die Welt terrorisiert?

Gib es zu! Du bist nicht reinen Herzens!

Wie auch immer, dieser grandiose Parcour durch heidnische, christliche und hindustische Begriffe wird, wie immer bei Haardt, mit intensiven Angriffen auf den Verstand   und das Denken verbunden.

In schöner Regelmässigkeit verunglimpft er dies als

„Meinungsjauche der von Materialismus und Verstandesdünkel versponnenen Larvenkräfte“

denn

„auf der Spitze des Weltenberges ist Manas, das Denken, völlig unbekannt“. 

Ob Haardt selber schon dieses Jochhannisfeuer in sich entfacht hat oder sich noch als  „Larve niederer Gedanken in Täuschung gefangen hält“, ist nicht überliefert, aber der Duktus legt nahe, das er selber in dem  „Dünkel“ als „Dünker“  gefangen ist, das seine Worte „vom heiligen Geist“ inspiriert sein mögen, auch wenn er – leider noch nicht – in „vollkommener Stille“ ruht.

(Ich meine hier natürlich in tiefer Meditation versunken).

Der Kampf gegen die Niederungen des Geistes mag schon in Namen angelegt sein.

Denn Uwe bedeutet auch „Der Tätige“, „Der voll des Tatendrangs“, „Der Verwegene“, entstanden aus der altnordischen Sprache, wo er ursprünglich „Ake“ bzw. „Aki“ lautete und sich über „Aughe“ bzw. „Auwe“ in seine heutige Form verwandelte. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine abgewandelte Form des germanischen Begriffs „ag“ für „Schneide des Schwertes“ (http://www.baby-vornamen.de/Jungen/U/Uw/Uwe/)

Das  Denken und Wortspielen, freilich genährt von geheimnisvollen Signalen aus dem Universum (und der Theosophie,  möglicherweise direkt vom Heiligen Geist gechannelt) liegt ihm andererseits ja schon.

Überliefert ist aber der krude Antiintellektualismus, der seltsamerweise  ein ganz einträgliches Geschäft mit dem Yoga betreibt.

Und in diesem Tal lauern tatsächlich “ Niederungen  und Schluchten“im „Bereich materieller Begierden“ und die Erschaffung einer eigenen Welt „als selbstsüchtige Raumkapsel“. Möglicherweise droht dies Gefahr sogar mehr als im richtigen Leben.

Möge der heilige Geist mit ihm sein.

Und Leute: Yoga ist 99% Praxis und 1 % Theorie? Unsinn!

Hört endlich das Denken auf! 

Yoga ist 100 % Praxis und null Theorie!

Hans Deutzmann

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Wikipedia – Johannisfeuer

Nach der Christianisierung versuchte die Kirche, die heidnische Sonnenwend-Tradition abzuschaffen. Da alle Versuche scheiterten, legte die Kirche schließlich den Gedenktag für Johannes den Täufer auf den 24. Juni und übernahm zahlreiche Bräuche

„Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer Dämonen abwehren, die Krankheiten hervorrufen oder Viehschaden und misswüchsige Kinder bewirken. Darauf deuten auch die Strohpuppen hin, die man in manchen Gegenden ins Feuer wirft („Hanslverbrennen“). Insbesondere sollten auch Hagelschäden abgewehrt werden, daher wird das Johannisfeuer auch als Hagelfeuer bezeichnet. Dieses Brauchtum liegt vermutlich in der großen Beliebtheit des Heiligen begründet. Das Johannisfeuer findet man in verschiedener Ausgestaltung fast über ganz Europa verbreitet. Die südlichste Sonnenwendfeier mit Johannisfeuer war lange Zeit in Alicante, heute ist es inTorrevieja.

Das beim Johannisfeuer mancherorts verwendete drehende Rad wird als Sonne gedeutet. Ein Zusammenhang könnte außerdem mit dem Not- oder Nodfeuer bestehen, dessen Hergang weitgehend vergleichbar ist.

Mancherorts springen Burschen und Mädchen über das Johannisfeuer. Dies ist eine Mutprobe mit abergläubischem Hintergrund: Der Sprung über das Feuer soll reinigen und vor Krankheit schützen. Je mehr Personen gleichzeitig darüber springen, desto größer soll die Wirkung sein, und wenn ein Paar Hand in Hand über das Feuer springt, soll bald Hochzeit gefeiert werden.[6]

Jochas – kein Treffer

Joch https://de.wikipedia.org/wiki/Joch

Joch steht für:

  • ein Zuggeschirr, mit dem zwei Ochsen vor einen Wagen oder Pflug gespannt werden, siehe Geschirr (Zugtier)
  • eine Schultertrage, mit der Körbe oder Eimer getragen werden, das Tragjoch
  • ein altes Flächenmaß, siehe Joch (Einheit)
  • eine Einkerbung zwischen zwei Bergen im Gebirge, siehe Joch (Gebirge)
  • in der Architektur eine durch vier Stützen gebildete räumliche Einheit, siehe Joch (Architektur)
  • im technischen Bauwesen das Bauteil zwischen zwei Brückenpfeilern, siehe Joch (Bauteil)
  • speziell die Pfeilerzahl einer Jochbrücke
  • in der Archäologie Bauweise von Megalithanlagen Joch (Archäologie)
  • in der klassischen Periode Mittelamerikas U-förmiger Stein für Rituale, siehe Jochstein
  • im Bahnwesen die Einheit, die aus zwei Schienen und den dazugehörigen Schwellen gebildet wird, siehe Gleisjoch
  • im Bergbau eine Stütze, siehe Stützjoch
  • der drehbar gelagerte Balken zum Aufhängen einer Glocke, das Glockenjoch
  • im elektronischen Bereich die Ablenkeinheit von der Bildröhre, siehe Ablenkjoch
  • in der Lagertechnik das Stapeljoch
  • in der Heraldik die Wappenfigur Armbrustjoch
  • eine Vorrichtung zum Fesseln von Gefangenen, siehe Joch (Fessel)
  • ein aus gekreuzten Speeren gebildetes Spalier, unter dem Besiegte hindurchgehen mussten, siehe Kaudinisches Joch
  • bei Transformatoren, Elektromotoren oder Relais einen verbindenden Teil des Eisenkernes, siehe Dreiphasenwechselstrom-Transformator#Aufbau
  • einen Teil des Schädelknochens, das Jochbein
  • eine knöcherne Leiste des Schädels, siehe Jochbogen
  • im übertragenen Sinn eine als bedrückend empfundene Fremdherrschaft

    Die Kundalini-Kraft

    Nach der tantrischen Lehre wohnt in jedem Menschen eine Kraft, die Kundalini genannt wird.[1] Diese befindet sich gemäß dem Tantrismus ruhend am unteren Ende der Wirbelsäule und wird symbolisch als eine im untersten Chakra schlafende zusammengerollte Schlange (Sanskrit: kundala „gerollt, gewunden’“) dargestellt. Sie gilt als die der Materie nächststehende Kraft im Menschen. Durch yogische Praktiken soll sie erweckt werden können und aufsteigen, wobei die transformierenden Hauptenergiezentren oder Chakren durchstoßen werden (Satchakrabedha „Sechschakrendurchstechen“). Erreicht sie das oberste Chakra, soll sie sich mit der kosmischen Seele vereinigen und der Mensch höchstes Glück erlangen.[2] Erst hier vereinigt sie sich nach tantrischen Lehren in ihrer transformierten Form mit den kosmisch-spirituellen Kräften. Da das Aufsteigen der Energie nach den klassischen Lehren auch Gefahren in sich birgt, sollen eine gute Vorbereitung und ein innerer Reinigungsprozess entscheidend sein, weshalb viele Schulen zuerst das Herzzentrum entwickeln. In Begleitung eines Menschen, der die Kundalini-Kraft bewusst lenken kann, sollen mögliche Begleiterscheinungen des Prozesses, wie Visionen oder Erfahrungen in der Astralwelt, verständlich sein. Es gibt immer wieder Fälle, die Tantriker als „spontanes Erwachen“ der Kundalini interpretieren.[3]

    Auch einige Vertreter der frühen westlichen Psychologie beschäftigten sich mit dem Kundalini-Phänomen, allen voran der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung.[4]

 

 

Meditation im Tripada Yoga ®

Meditation im Tripada Yoga ®

Die Meditation hat ihren Ursprung vermutlich  in der Religion und kommt seit tausenden von Jahren in irgendeiner Form in allen Kulturen vor. In der Religion suchen Menschen durch Meditation religiöse oder metaphysische, mystische  Erfahrungen. Sie erleben sich als eins mit der Welt, als eins mit Gott oder den  Göttern.

Meditation wird aber heute auch aus anderen als religiösen Gründen ausgeübt. Der Zweck liegt in der Förderung der Gesundheit und der Selbstfindung. Deshalb ist es ein wesentlicher Teil des säkularen Tripada Yoga ® Konzeptes.

Der Begriff kommt aus dem lateinischen und ist abgeleitet von meditatio = „zur Mitte ausrichten“ bzw. von medius = „die Mitte“.

Meditationshand

Gemeint ist hiermit die eigene, innere, persönliche Mitte.

Meditation ist deshalb die Erfahrung der eigenen Person. Meditation bringt uns zu uns selbst.

Aber sind wir nicht immer wir selbst?

Nein, denn im Alltag und normalen Modus sind unsere Sinne nach außen gerichtet und unser Geist ist damit befasst, diese Eindrücke (Sinnenwahrnehmungen)  und unser Leben zu bewältigen.

Der Geist ist deshalb  stets sehr unruhig, voll von Eindrücken, Gedanken und Gefühlen. Wir sind auch oft voller Emotionen. Viele davon sind negativ und lassen uns leiden. Ängste und Sorgen bedrücken uns oft. All diesen Eindrücken und Empfindungen und Gefühlen scheinen wir oft ausgeliefert zu sein. Sie schütteln uns unentwegt durch. Manchmal können wir nicht mehr schlafen.

Der Weg der Meditation besteht nun erst einmal darin, diese innere Unruhe zu beruhigen, in der wir uns die meiste Zeit mental bewegen. Meditation bedeutet also ein kurzes Innehalten in der Geschäftigkeit des Lebens und der regen Aktivität des Geistes und ein Wahrnehmen von dem, was ich im Moment bin und erlebe.

In der Meditation habe ich eine grundlegend veränderte Ausrichtung der Wahrnehmung, denn sie geht nicht von innen nach außen, sondern von außen nach innen.

Das Denken geht nicht in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit, sondern in die Gegenwart. Das klassische Yoga handelt  von dieser Einkehr, der Reise zu uns selbst. Wir finden diese Gedanken in der klassischen Definition des Yoga im Yoga Sutra, die wir schon kennen gelernt haben:

Yoga ist das Zur Ruhe Kommen der Bewegungen des Geistes.

Weiter sagt das Sutra, das man dann, in dieser Ruhe,  in „seiner Wesensidentität ruht. Dieses Gefühl wird in der alten  Yogaliteratur oft mit dem ungeheuer friedvollen Gefühl des Tiefschlafes verglichen, nur dass der Geist dabei wach ist.

In diesem Zustand ist die unruhige Tätigkeit des Geistes ganz zur Ruhe gekommen. Es ist ein Zustand frei von Gedanken.Denn die innere Mitte erfahren wir nicht durch Gedanken, sondern unmittelbar und ohne Gedanken. Dieser Zustand entsteht im Laufe der Meditation aus der Praxis heraus.

Innere Ruhe in diesem Sinne ist ein sehr tiefer Begriff. Die Ruhe in der tiefen Meditation ist vollkommen. Sie umfasst einen veränderten Bewusstseinszustand, den man sprachlich nicht fassen kann. Er ist voller Frieden, frei von Angst, weit, offen und unsagbar beglückend. Dann ist die Erfahrung, wer ich bin, jenseits der Sprache und jenseits Begriffe. Dieses Gefühl führt zu einer grundlegend veränderten Wahrnehmung der Welt und von sich selbst. Es schafft ein wachsendes Gefühl der Sicherheit, die von innen kommt.

Es gibt sehr viele verschiedene Meditationstechniken. Zu Beginn ist es wichtig zu verstehen, das Meditation auf Konzentration beruht. Gemeinsam ist den Verfahren die stete und alles andere ausschließende Ausrichtung des Geistes auf einen einzigen Gegenstand. Deshalb schließen wir die Augen und richten die Aufmerksamkeit nach innen und auf den gegenwärtigen Moment.

Der Vorteil dieser Konzentration besteht darin, das der Geist in seiner Aktivität beschränkt wird. Von außen kommende Reize werden nicht hereingelassen. Innere Ablenkungen lernen wir auch auszuschalten. Nach und nach kann innere Ruhe entstehen.

Wenn immer nun der Geist in seiner Konzentration abgelenkt wird, durch Sinneswahrnehmungen, Gedanken, körperliches Unbehagen, Schmerzen, Jucken, Müdigkeit, Langeweile, Hunger.. muss sie immer wieder behutsam zurückgeführt werden.

Die Technik besteht nun darin, sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren, der sich uns mit vielfältigen Botschaften mitteilt. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers heißt Propriozeption.

Viele Rezeptoren übermitteln dem Gehirn ständig Informationen über Spannungszustände und Lage des Körpers. Diese werden Ziel unserer liebevollen Aufmerksamkeit. Der Meditierende versucht hierbei alle körperbezogenen Sinneswahrnehmungen zu beobachten.

Technisch ist es schwierig, die Konzentration zu halten. Der unruhige Geist verliert sich unentwegt in anderen Gedanken und wird abgelenkt. Deshalb kommt es darauf an, bei Störungen und Ablenkungen immer wieder zum Gegenstand der Meditation zurückzukehren und so andere gedankliche Prozesse immer wieder zu unterbrechen.

In den folgenden Stufen wird dann schrittweise auf andere, subtilere Aufmerksamkeitsziele erweitert:

den Atem

die Gedanken

die Emotionen

In der ersten Stufe der Meditation erfolgt die Sammlung des Geistes auf den Körper und den Atem.

Im Tripada Yoga ® werden alle Asanas meditativ praktiziert. Die Konzentration auf den Körper, den Atem, auf das Tun in dem jetzigen  Moment und die Empfindungen zieht sich durch die gesamte Tripada Yoga® Praxis.

Im Sitzen handelt es sich dann um die formale Praxis der Sitzmeditation. Aber die Yogapraxis ist schon Meditation in Bewegung.

Im Tripada Yoga ® praktizieren wir also zunächst die grundlegende Form der konzentrativen Meditation. Diese Praxis kommt auch im Buddhismus vor und wird dort Vipassana Meditation genannt.

Das Ziel der Meditation ist die Geistesruhe. Deshalb wird der Geist von den vielfältigen Tätigkeiten, die er üblicherweise ausführt, weggeführt. Dies geschieht durch „den Rückzug der Sinne von den äußeren Gegenständen“, die den Geist in Aktivität bringen und die konzentrative Hinwendung zu den inneren Vorgängen. Im Yoga heißt der Prozess „pratyahara“  (Rückzug der Sinne von den äusseren Objekten) und „Dharana“ oder „Konzentration“ und sind die ersten beiden Stufen der Meditation. Dabei geht es um Fokussierung, um sogenannte „Einpünktigkeit“.

Wir definieren „Meditation“ also als die beabsichtigte Lenkung der Aufmerksamkeit oder Konzentration weg von der Vielfalt der äußeren Sinneswahrnehmungen hin auf ein einziges bestimmtes Objekt in unserem Inneren, in der Gegenwart und damit auf den aktuellen Moment, die gegenwärtige Erfahrung.

Vipassana ist Pali und bedeutet, „die Dinge so wahrnehmen, wie sie wirklich sind

Sie geschieht mit folgenden Einstellungen:

absichtslos
ohne Zielvorstellung
nicht handelnd
nur beobachtend
geduldig
nicht wertend
wohlwollend neutral
nimmt alles an wie es ist
ergebnisoffen

Deshalb ist die gesamte Tripada ® Yoga Praxis eine Form der Meditation.

  • Die Achtsamkeit ist im Hier und Jetzt
  • Die Konzentration ist bei dem, was Du jetzt tust
  • Die Konzentration ist bei den körperlichen Empfindungen
  • Die Konzentration ist bei der Atmung

Gedanken an andere Dinge werden durch diese Praxis verringert und möglichst ausgeschlossen. Dies ist eine sehr erholsame Erfahrung für den Geist.

Die wesentliche Funktion des Geistes in seiner Alltagstätigkeit ist die Wertung. In der Yogaprache ist es die „Ichfunktion“  oder Asmita, welches die Erfahrungen und Sinneseindrücke unentwegt zu mir in Beziehung setzt im Rahmen der Pole „gut – schlecht, nützlich – nicht nützlich). Dies entspricht den citta viksepas raga (haben wollen) und dvesa (nicht haben wollen). Je  mehr ich diese Wertungen beiseite lasse, nimmt die Tätigkeit des Asmita ab und der Teil des Bewusstseins bekommt breiteren Raum, der die Dinge in ihrer eigenen Natur betrachtet, sie so akzeptiert wie sie sind und sich mit ihnen verbunden fühlt. So nehmen Toleranz, Empathie und Mitgefühl einen größeren Raum ein.

Hans Deutzmann

Tripada Kinderyogalehrerausbildung

An diesem Wochenende findet die Tripada – Kinderyogalehrerausbildung  unter Leitung der erfahrenen Tripada- Yogalehrerin und Pädagogin Beate Strieder statt.

Tripada Yoga
Kinderyoga

Wir haben uns entschieden, diese Ausbildung in die Tripada Yogalehrerausbildung zu integrieren.

Tatsächlich hat es sich nicht als sinnvoll heraus gestellt, Personen in „Kinderyoga“ fortzubilden, die keine Ausbildung als Yogalehrer absolviert haben.

Wir wissen, das dies am Markt üblich ist. Dennoch ist Kinderyoga ebenso wie jedes zielgruppenpezifische Yoga eine Zusatzqualifikation, die nicht alleine stehen kann.

Die Tripada Kinderyogalehrer – Ausbildung ist mit dem Tripada Yoga Konzept vollständig abgestimmt und bereitet Yoga pädagogisch auf.  Es handelt sich um ein inhaltlich und methodisch klar strukturiertes Übunssystem. Wir gehen dabei davon aus, das Yogaübungen bestimmte Wirkungen erzielen, wenn diese geübt werden. Deshalb ist das Ziel, die Kinder durch eine an die Altersgruppe und den Entwicklungsstand angepasstes Methodenauswahl an das Üben von Yoga heranzuführen.

Metaziele des Tripada Yoga

Affektiv

  1. Die Teilnehmer soll sich nach jeder Stunde körperlich und seelisch besser fühlen als vorher und ein Gefühl der Entspannung und des psychosomatischen Wohlbefindens erleben.
  2. Die Teilnehmer sollen lernen, diese Effekte  mit Hilfe der verschiedenen Yogamethoden und des vorgeschlagenen Kurses selbständig herbei zu führen.
  3. Die Teilnehmer sollen den Nutzen erkennen und erleben und sich befähigen, die Methoden übend selbstständig anzuwenden.
  4. Psychisches Wohlbefinden wird erlebt
  5. Positive Grundgestimmtheit wird aufgebaut

Kognitiv

  1. Die Teilnehmer sollen die die Ziele des Tripada Yoga verstehen
  2. Die Teilnehmer sollen die Übungsprinzipien des Tripada Yoga verstehen
  3. Die Teilnehmer sollen die verschiedene Methoden des Tripada Yoga (Asana, Mantra, Atemübungen, Meditation, Tiefenentspannung, Mudra) kennen lernen
  4. Die Teilnehmer sollen den psychosomatischen Aspekt von Yoga verstehen
  5. Die Motivation der Teilnehmer, Yoga selbstständig zu üben, soll durch Erfolgserlebnisse aufgebaut werden
  6. Teilnehmer sollen ihre Körper –und Selbstwahrnehmung verbessern
  7. Teilnehmer sollen eine einseitige Leistungsorientierung abbauen und lernen, ihre Empfindungen wahrzunehmen und diese stärker zu berücksichtigen
  8. Die Teilnehmer sollen das Vertrauen in sich selbst stärken.

Psychomotorisch

  1. Stressreaktionen werden abgebaut
  2. Der Rückenstatus soll verbessert werden.
  3. Die  Körper – Haltung der Teilnehmer soll verbesserten
  4. Muskuläre Dysbalancen sollen ausgeglichen werden.
  5. Die Beweglichkeit und Gesundheit der Wirbelsäule soll verbessert werden
  6. Die allgemeine Beweglichkeit soll verbessert werden
  7. Die Teilnehmer sollen in der Lage sein, die Übungen und die Übungsfolge des Basic – Kurses  selbstständig auszuführen und die Reihenfolge zu beherrschen
  8. Psychosomatische Beschwerden, die aus psychischen oder körperlichen Anspannungen resultieren, sollen sich durch die Yogapraxis im Kursverlauf fortschreitend verringern und wenn möglich verschwinden

Analog zu den Zielen bei der Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheits-sportliche Aktivität impliziert der Tripada Yoga Basic Kurs Module zu der verschiedenen Kernzielen: 

Kernziel 1: Stärkung physischer Gesundheitsressourcen

  • gesundheitsbezogene Fitness
  • Ausdauer
  • Kraft
  • Dehnfähigkeit
  • Koordinationsfähigkeit
  • Entspannungsfähigkeit

Kernziel 2: Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen

  • Handlungs- und Effektwissen
  • Selbstwirksamkeit
  • Stimmung
  • Körperkonzept
  • Soziale Kompetenz und Einbindung

Kernziel 3:

  • Verminderung von Risikofaktoren
  • insbesondere solche des Herz- Kreislauf-Systems sowie des Muskel-Skelettsystems

 Kernziel 4:

  • Bewältigung von psychosomatischen Beschwerden und  Missbefindenszuständen

 Kernziel 5:
 Aufbau von Bindung an gesundheitssportliche  Aktivität

 Kernziel 6:
 Verbesserung der Bewegungsverhältnisse

Entspannungswirksame Methoden im Tripada Yoga

  1. Entspannung durch Achtsamkeitstraining
  2. Entspannung durch Körperwahrnehmung
  3. Entspannung durch Konzentration auf Körper und Atemerleben
  4. Entspannung durch Atemübungen (Verlangsamung, Rhythmisierung)
  5. Entspannung durch Bewegung (Vinyasa)
  6. Entspannung durch Dehnung aller Muskeln
  7. Entspannung durch Anspannen und Lösen aller Muskeln
  8. Entspannung durch Regulation des Muskeltonus
  9. Entspannung durch Tiefenentspannungsübung (Tripada Body Scan)
  10. Entspannung durch wechselndes Dehnen, Anspannen und Loslassen der Muskulatur
  11. Entspannung durch Mudras (verstärkte Innenwahrnehmung)
  12. Entspannung durch Mantras (beruhigende Klänge mit einer verlängerte   Ausatmung
  1. Entspannung durch Meditation
  2. Entspannung durch erhöhte Beachtung der eigenen Bedürfnisse und der eigenen   Befindlichkeit

Im Verlaufe eines Entspannungstrainings mit Hilfe von Tripada Yoga  wird durch regelmäßiges Üben die selbstständige Auslösung der Entspannungsreaktion gebahnt und für den alltäglichen Einsatz stabilisiert. Neben den Effekten ein palliativen Entspannungstrainings erhöht sich die Streßresistenz bei längerfristigem Üben

Das Konzept wird zielgruppenspezifisch modifiziert – für normal gesunde Menschen  mit Streßbelastungen von 15 – 65, für Kinder sowie für Schwangere und Personen mit Handicaps.

In einem Yogakurs mit Kindern sind die Methoden  an die Interessen und Bedürfnisse der Kinder angepasst und umgesetzt in konkrete Übungen, Spielen und Angebote mit  spielerischem und kindangemessenem Aufforderungscharakter.

Die Zielgruppen im Kinderyoga sind Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahre und 10 bis 14 Jahren.

Die beiden Zielgruppen erfordern eine jeweils abgewandelte und unterschiedliche Gestaltung und Vermittlung der Methoden des Yoga in Form von Übungen und Spielen.

Jüngere Kinder mögen eine spielerische Gestaltung von Stundenabläufen, ältere Kinder mögen die Form spielerischer Gestaltung kombiniert mit reflektierenden Anforderungen, in welchen sie die Möglichkeit haben, über sich selber, ihre Erlebnisse, Empfindungen und Erfahrungen zu sprechen .

Die Gruppen umfassen 6 bis 10 Kinder. Es ist notwendig, die Teilnehmerzahl zu begrenzen, so dass es dem Kursleiter möglich ist, alle Kinder während der Praxis im Blick zu haben und  somit die Praxis situativ und den Kindern angemessen zu gestalten und gegebenenfalls auch zu verändern.

Das Tripada Kinderyogakonzept integriert moderne  lerntheoretische Erkenntnissen, Ansätzen der sensomotorischen Integration und der Montessoripädagogik mit einem für Kinder angepassten Yogakonzept.

Tripada Kinderyoga ist von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Nach der Schulung auf das Konzept können zertifizierte Tripada Kinderyogalehrer den Kurs anbieten. Er wird von den gesetzlichen Kassen mit 75,00 € bis zu 100 % gefördert. 

Family doing stretching exercises laying on the floor - healthy lifestyle
Tripada Kinderyoga – Tripada Kinderyogalehrerausbildung

Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (4) – G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff

G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff – Yoga und unsere Medizin (1971, S.15-19, Erstauflage 1963)

Mukerji und Spiegelhoff Buch

Dr. med. Werner Spiegelhoff (1912-2006) war Pionier und maßgeblicher Initiator des Yoga in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen . Als junger Arzt an der Kölner Uni-Klinik lernte er seinen indischen Kollegen Dr. G. S. Mukerji, ein Arzt und Yogalehrer aus Indien kennen.Bei den gemeinsamen Visiten empfahl Dr. Mukerji häufig auch Therapien, die bei uns in Deutschland unbekannt waren und dem indischen Yoga entstammten. Die Erfolge waren gut, so dass Dr. Spiegelhoff sich immer stärker dafür interessierte. Er ließ sich im Yoga ausbilden, praktizierte  selbst und unterrichtete dann  seine Fachkollegen und  seine Patienten.Er gründete die „Yogagruppe Hilden“.

spiegelhoff1973

In diesem seit fast 50 Jahren selten gebliebenen Klassiker wissenschaftlicher Yogaliteratur – die es in Deutschland so gut wie nicht gibt -finden sich sehr detaillierte Angaben über die Ausführung von Asanas. In der Literaturliste wird auch das Buch „Asanas“ von Swami Kuvalayananda erwähnt.

Die Ausgangsposition der Praxis ist laut den Autoren immer Shavasana.Auch wird nach jeder Übung Shavasana wieder eingenommen, da dem System ein Wechsel von Anspannung und Entspannung zu Grunde liege.

In Shavasana wird eine vollkommene Entspannung der Muskeln und Gelenke erreicht bis man  den Körper nicht mehr empfindet und  verbunden mit einem Gefühl der seelischen Ausgeglichenheit. Dann begibt man sich in ein Asana.

Danach folgt wieder Shavasana.

Dieses soll mindestens genauso lang eingehalten werden wie die vorherige Übung: Die Entspannung nach der Haltung bewirkt ein wohliges Körpergefühl, das möglichst lange auszukosten ist.

Es wird auf ältere Bücher hingewiesen, wonach jede Übung bis zu 30 Minuten  eingehalten werden soll. Die Erfahrung lehre aber, dass zu Beginn nur etwa 10 Sekunden in der Haltung verweilt werden soll. Dies könne bei völliger Beherrschung bis 2 Minuten ausgedehnt werden.

Hierzu könnten die Sekunden oder die Atemzüge gezählt werden. Die Atmung soll gleichmäßig und locker sein. Alle symmetrischen Übungen sollen 3 Mal wiederholt werden, bei asymmetrischen Übungen solle 2- 6 Mal jede Seite geübt werden. Nach jeder Wiederholung soll wiederum Shavasana geübt werden. Die Reihenfolge der Übungen soll so gewählt werden, dass, dass immer einander entgegengesetzte Körperteile und Muskeln beansprucht werden.

Nach einer Anspannung soll eine Dehnung folgen. Einen Tag in der Woche soll man pausieren. Man soll die Übungen auswählen, die einem zusagen. Schmerzen sollen strikt vermieden werden. Ein gesunder Mensch solle mit 2 Haltungen am Tag beginnen. Fortschritte würden sich zeigen, wenn der Atem gleichmässig und locker ausgeführt werde. Man solle nicht mehr als 5 Übungen hintereinander machen.

Diese Anleitungen unterscheiden sich erheblich von denen bei Gharote und Gune. HIer wird besonders ein Wechsel von Anspannung und Entspannung betont und ein  Wechsel von Dehnung und Anspannung. Zwischen den Haltungen soll aber auch immer entspannt werden.

Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (3) – Swami Kuvalyananda

Popular Yoga – Asanas von Swami Kuvalayananda (Erstausgabe 1931)

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Swami Kuvalayananda zählte mit dem Kaivalyadhama Institut in Lonavla mit seiner gesundheitsorientieren und wissenschaftlichen Ausrichtung zu den bedeutendsten Pionieren des modernen Hatha Yoga . Ihm vor allem ist die Verbindung von Yoga und Wissenschaft zu verdanken. Sein Einfluss dauerte von 1924 bis in die 50iger Jahre. Leider hat danach der esoterische Einfluss mit seinem Aberglauben und Mystifizierungen auf den Yoga wieder deutlich zugenommen. 

In diesem klassischen Buch – nur noch für teures Geld im Antiquariat erhältlich  – werden zur Ausführung von Asanas noch folgende allgemeine Hinweise gegeben:

Unter keinen Umständen soll die Praxis zur Ermüdung führen. Der Übende soll aus der Praxis mit einem Gefühl der Erfrischung und Erholung kommen, mit einer deutlichen  Beruhigung des Nervensystems.

  • die Praxis kann mit Entspannungsphasen unterbrochen oder ergänzt werden
  • die aufgewendete Energie soll den Organismus nicht belasten oder anstrengen
  • man sollte „mit Vorsicht mutig“ sein
  • bei einer längeren Unterbrechung der Praxis soll man mit einfacheren Übungen wieder einsteigen
  • nach einer Erkrankung sollten nur Übungen ausgeführt werden, für die genügend Kraft vorhanden ist.
  • zwischen einer vollen Mahlzeit und der Yogapraxis sollen 4 h liegen
  • nach einer leichten Mahlzeit sollen 1,5 h bis zur Praxis vergehen

Er weist darauf hin, das Körper und Bewusstsein miteinander interagieren. Der Einfluss des Körpers auf den Geist ist immens, was besonders bei Störungen deutlich wird. Der Einfluss der Psyche auf den Körper vermittelt sich besonders über die Emotionen. Starke Emotionen beeinflussen das Nervensystem und die Hormone.

Er betont deshalb die Notwendigkeit der Praxis von yama und niyama als unerlässliche Voraussetzung für die Praxis von Asanas.

Nur so könnten mentale Gewohnheiten und negative Gefühle beruhigt werden. In der Sitzhaltung für die Meditation sollen eine ruhige Umgebung und der Ausschluss von jedweder Störung die Konzentration unterstützen.

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (2) – Dr. Gharote

Wir wir gesehen haben, definiert das Yoga Sutra die Qualität der Asanas als meditativer Sitzhaltung als „stabil, angenehm und vollkommen leicht“.

Übungspraxis

Der Grund hierfür liegt darin, dass in der Meditation der Körper keinerlei Störung für den Geist darstellen darf. So ist das Ziel gewährleistet, das der Geist ruhig wird und „reines Bewusstsein“ wahrgenommen wird.  Der Körper selbst wird zunehmend nicht mehr gspürt und der Geist wird unempfindlich gegenüber den sensorischen Inputs. Der Körper wird eins mit dem Gefühl von Weite und Raum.

Prinzipien der Yogapraxis  bei Dr. M.LGharote (Grundgedanken des Yoga 1997, S.8, S.13-17, )

Dr. Gharote

Alle Yogaübungen sind nach Gharote psychophysischer Natur und tragen einzeln oder zusammen dazu bei, die Ziele des Yoga (die Geistesruhe)  zu erreichen. Sie ergänzen sich gegenseitig.  Eine Übung kann für die Ausführung der anderen hilfreich sein. Eine bestimmte Reihenfolge kann zu einem besseren Ergebnis führen. Yogaübungen sollen nicht zur Erschöpfung führen.

Asanas sind eine besondere Haltung des Körpers, in der man verweilt. Es sind keine dynamischen Übungen, die wiederholt werden.

Es wird bei der Auswahl Rücksicht genommen auf die Einschränkungen des Alters, des Geschlechtes und der Konstitution des Übenden.

  • Einfache Asanas sollten vor Schwierigen geübt werden.
  • Die Asanas, die ausgeführt werden, sollten auf dem „Prinzip des Fortschreitens“ basieren
  • Asanas sollen keine ruckartigen Bewegungen beinhalten.
  • Stabilität und Gelöstheit in den Asanas sind die beiden wesentliches Merkmal für das richtige Ausführung ist.
  • Im Asana ist die Dehnung wichtig und nicht die wiederholte Kontraktion und Entspannung.
  • Das Asana soll gehalten werden, solange es angenehm ist, in der Haltung versucht man, immer weiter zu entspannen.
  • Der Energieaufwand im Asana ist minimal.
  • Bei der Ausführung der Asanas wird empfohlen,  die Achtsamkeit auf die Bereiche des Körpers zu richten, wo es Empfindungen gibt.
  • Das Prinzip des Asana ist von größerer Bedeutung als die Endhaltung In allen Asanas wird normal geatmet, es sei denn, es ist unter bestimmten Umständen notwendig zu einem bestimmten Atemmuster zu greifen.
  • Es ist zwar richtig, dass Rückbeugen durch simultanes Einatmen und Vorbeugen durch simultanes Ausatmen erleichtert werden, aber man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass eine bestimmte Art des Atmens hilft Asanas gelöster und entspannter auszuführen.
  • Der Hauptzweck der Asanas ist, den Körper flexibel und geschmeidig zu machen, um mit Hilfe eines optimalen Muskeltonus zur Ausgeglichenheit von Körper und Geist beizutragen.

In praktischer Hinsicht wird das Konzept des statischen passiven Dehnens betont. Hierbei wirkt die Schwerkraft in einer bestimmten Haltung auf den Körper ein und führt einerseits zu einer Haltearbeit bestimmter Muskeln, andererseits zu einer Dehnung. Dieses Prinzip kennt man auch als „Stretching“.   

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Yoga von gestern und Yoga von Morgen

Yoga hat in den letzten 15 Jahren einen wahren Boom erlebt. Seit den 50-iger Jahren des 20. Jahrhunderts hatte diese aus Indien importierte Übungsform ein stetes und kontinuierliches Wachstum an Anhängern in der Bundesrepublik zu verzeichnen. Bei den Volkshochschulen und anderen Trägern der Erwachsenenbildung avancierte Yoga  zum dauerhaft beliebtesten Angebot der Gesundheitsbildung. Geschuldet war dieser Erfolg auch einer starken Säkularisierung des Yoga und einer Konzentration auf die körperorientierten und gesundheitsfördernden Methoden. Damit einher ging eine  Abkehr der Yogakonzepte von Religion oder Esoterik. Man konzentrierte sich auf die präzise Ausgestaltung der Übungspraktiken. Prominente Musiker und Schauspieler waren über die Medien an der rasanten Ausbreitung des Yoga im Westen beteiligt. Indra Devi, eine bekannte amerikanische Schauspielerin, hat mit dem Bestseller  „Durch Yoga jugendfrisch“ in den 50iger Jahren diesen Trend vorgegeben. Die Popularität von Yoga bei Prominenten, Stars und Sternchen  und eine durchweg positive Kommentierung in den Medien dürfte zur Popularisierung beigetragen haben.

Nach 5 Jahrzehnten des steten Wachstums kam es etwa seit der Jahrtausendwende sogar zu einem geradezu sprunghaften Anstieg, zu einer regelrechten „Yogaexplosion“ in den USA, Deutschland und anderen westlichen Ländern. In diesem Boom kam es zu Akzentverschiebungen: gerade in Deutschland: einerseits erlebte die Yogawelt eine Aufleben religiöser Yogarichtungen (vertreten besonders durch den Sivananda Yoga, speziell „Yoga Vidya“, der die hinduistische Lehre des Advaita -Vedanta verbreitet und parallel ein großes Ausbildungscenter betreibt) und einer Popularisierung von sehr  leistungsorientierten fast reinen Körper- Übungsstilen wie Ashtanga Yoga und Power Yoga andererseits. Beide Entwicklungen wurde begleitet von einer intensiven Kommerzialisierung, in der die klassischen Heilsversprechen des Yoga werbewirksam der Vermarktung zugeführt wurden und werden. Damit vollzog die Bundesrepublik jedenfalls teilweise eine US- amerikanische Entwicklung nach, wo Yoga zum Lifestyleprodukt avanciert  ist.

In den letzten 10 – 15 Jahren entstanden in vielen deutschen Städten dem Boom folgend zahllose Yogastudios. Da der Beruf des Yogalehrers nicht geschützt ist, fluten Ausbildungen aller Art    seither einen sich selbst überlassenen ungeregelten Markt. Große Institute gerade des esoterischen – und Sportyoga werfen kohortenweise Yogalehrer aus, die oft im Schnellverfahren “ von 10 Tagen, 4 Wochen oder 6 Monaten ausgebildet werden.. Gerade die Anbieter mit solch kurzen Ausbildungszyklen fluten mit einer kurzen Reproduktionsrate den Markt und bieten sportlich- artistische Übungsformen an. Ebenso wie beim religiös orientierten Yoga breitete sich diese Varianten des Yoga auf Grund der kurzen Ausbildungen sprunghaft aus. Yoga etablierte sich nun wie eine neue Sportart auch in Fitnessstudios.

Aanalog zu den üblichen Fitnessmoden der Saison werden heute ständig neue Yogamoden auf den Markt geworfen.

Diese Entwicklung  hat auch  ihre Schattenseiten und bleibt nicht ohne Schaden für  das Berufsbild des Yogalehrenden. Immer öfter treffen kurz und schlecht ausgebildete Yogalehrende in wenig homogenen und diskontinuierlichen Gruppen auf ehrgeizige Schüler. Sie verkennen die individuellen Vorraussetzungen der Teilnehmer und sind unfähig, eine angemessene Belastungsdosierung durch eine teilnehmerorientierte Übungsauswahl anzubieten. Die Verletzungsrisiken steigen auf Grund unangepasster Übungsangebote, wie William S. Broad in seinem Buch  „Yoga und Wissenschaft“ anschaulich dargelegt hat.

Die Faszination artistischer Körperbeherrschung trägt zu diesem Hype bei, ungeachtet der Tatsache, das die Gefahr kurz- und langfristiger Gesundheitsschäden steigt.

Mit der Wiederaufnahme der Gesundheitsförderung in den Aufgabenkatalog der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2000 schaffte es  Hatha-Yoga noch kurz vor diesem Boom in den Kanon der anerkannten Interventionsmethoden gegen die zunehmende Verbreitung der chronisch degenerativen Erkrankungen.

Da in den 90iger Jahren die Gesundheitsförderung von vielen gesetzlichen Kassen als Marketinginstrument eingesetzt wurde, um Kunden attraktive Extraleistungen zu offerieren, waren die Kassen auch ohne wissenschaftliche Fundierung gerne bereit, alle möglichen Leistungen wie auch Tanz- und Skikurse zu finanzieren, um die Kunden – also die Versicherten – anzulocken und zu  binden. Es lag auf der Hand, das allseits beliebte Yoga hiervon nicht auszunehmen. Die Kritik an dieser Zweckentfremdung der Prävention führte zu einer Abschaffung des § 20 SGB V in den Jahren 1997 – 2000. Mit der Wiedereinführung einer qualitätsgesicherten Prävention im Jahr 2000 wurden dann zwar allgemeine qualitative Standards für Präventionsangebote eingeführt, die jedoch im Bereich des Yoga bis heute als sehr lückenhaft und unvollständig  anzusehen sind und nicht konsequent umgesetzt wurden.

 Dem sogenannten „Hatha Yoga“ wird seitens der gesetzlichen Krankenkassen pauschal eine Wirksamkeit als palliative Entspannungsmethode  gegen Stress zugeschrieben.

Klassisches Yoga selber beansprucht im Rahmen einer Art „Ordnungstherapie“  die Gesundheit im Rahmen eines ganzheitlichen Konzeptes auf vielen Ebenen äußerst wirksam zu fördern. Deshalb wird die Einordnung von Yoga  als reine Entspannungsmethode dem umfassenden Anspruch des Yoga und der Vielfalt seiner Methoden und Wirkebenen tatsächlich nicht gerecht.  Yoga reklamiert für sich selber, ein umfassendes Methodenkonzept für die Förderung und Erhaltung der Gesundheit auf vielen Gebieten zu besitzen. Ein durchschnittlicher Yogakurs legt den Focus nicht nur auf die Entspannung.

Die eingesetzten Methoden der Entspannung selbst differieren erheblich. Die Asana Praxis, die Körperübungen,  dienen auch, aber nicht nur der Entspannung. Mindestens in gleicher Weise wird der Bewegungs- und Halteapparat angesprochen. Atemübungen, Reinigungsübungen zur Entschlackung, und Ernährungsempfehlungen gehören ebenso zum Repertoire wie Meditation. In manchen Kursen spielt die Entspannung oder Meditation aber auch gar keine besondere Rolle, da die sportliche Betätigung mit Hilfe der Asanas ganz im Vordergrund steht.

Recherchen zeigen erstaunlicherweise, das die Wirkung von „Hatha Yoga“ als Entspannungsmethode wissenschaftlich gar nicht untersucht ist. Bei der Behauptung, Yoga sei in jedem Fall entspannungswirksam, handelt es sich deshalb nur  um eine wohlwollende Unterstellung, die bis heute den Beweis schuldig geblieben ist.

In verschiedenen Yogarichtungen spielt die Entspannung nahezu gar keine Rolle. Viele moderne Yogarichtungen beschränken sich auf Asanas, die reinen Körperübungen.

Es  liegt ein gewaltiges Versäumnis der  Fachverbände, in den vergangenen Jahrzehnten zur wissenschaftlichen Absicherung des Yoga und Klärung der Methoden und Prinzipien nahezu nichts beigetragen zu haben. Immer noch- oder wieder- herrscht hier in weiten Strecken ein sogenanntes „spirituelles“ oder mystisch verklärtes Bild des Yoga vor.

Zwar möchte man nach außen durchaus „säkular“ erscheinen – aber dahinter verbirgt sich häufig ein religiöser oder spiritueller missionarischer Hintergedanke, der einem aufgeklärten Ansatz des Yoga eher  im Wege steht. Zudem sind alle Fachverbände im Wesentlichen mit den partikularen Interessen ihrer Mitglieder befasst.

Die Frage, die sich heute nach dieser Bestandsaufnahme stellt, ist, ob es in der Pauschalität überhaupt berechtigt ist, sogenanntes Hatha Yoga als Methode der Gesundheitsförderung oder speziell der Entspannung zu betrachten und diese Wirksamkeit als Entspannungsmethode unterschiedslos bei allen Yogastilen als heute gegeben zu betrachten. In jedem Fall sollten die Vorraussetzungen einer solchen Anerkennung klarer gefasst werden.

Hatha Yoga – auf den die Kassen als Entspannungsmethode anerkennen – ist der traditionelle Sammelbegriff für den eher körperorientierten Yoga. Tatsächlich ist es aber  so, dass innerhalb des sogenannten Hatha Yoga heute sehr viele verschiedene Richtungen existieren, die sich in Zielen und Methodik teilweise vollkommen unterscheiden.

Es wird inzwischen von bis zu 40 Richtungen gesprochen, die sich in Ansatz und Methodik teilweise kaum noch ähneln. Zwischen „Bikram Yoga“ – einer eher martialischen Übungsfolge in 42 Grad heißen Räumen und „Yin Yoga“ mit sehr langem, bewegungslosen Verharren in einigen wenigen entspannenden Posen liegen konzeptionelle Welten. Während „Iyengar Yoga“ beispielsweise langes Verweilen in extremen Yoga Posen mit maximaler Anspannung und Dehnung empfiehlt, verzichtet der Viniyoga gleich ganz auf statisches Halten und propagiert eher sanfte und dynamische Bewegungsfolgen.

Hatha Yoga kann demzufolge heute nicht mehr als Sammelbegriff für eine einheitliche Übungsmethode verwendet werden. Es gibt, wie William S. Broad (Yoga and Science) festgestellt hat, „verschiedene Yogas“. Die Begriffsbestimmung ist  so überdehnt, das nicht mehr gesagt werden kann, um was sich hierbei handelt, welche Übungen und welche Prinzipien zur Anwendung kommen.

Auch  ein Rekurs auf den traditionellen Begriff des „Hatha Yoga“ hilft wenige.  Dieser Begriff bezieht sich auf den tantrischen Yoga, wie er in den mittelalterlichen Texten – etwa der Hatha Yoga Pradipika und Gheranda Samhita – dargestellt ist. Zwar findet sich hier eine Quelle des modernen, seit etwa 100 Jahren entwickelten Yoga und der dort verwendeten Methoden, aber eine Eignung für Zwecke der modernen Gesundheitsförderung und der Entspannung kann in den magischen Konzepten zur „Erweckung der Kundalini“ niemand ernstlich sehen.

Als Konsequenz der Ausdifferenzierung der Yogakonzepte und Yogarichtungen muss deshalb  gelten, dass

„wer heute vom Yoga spricht, erklären muss, was er damit meint“

Zugleich muss sich Yoga von den großsprecherischen Behauptungen befreien,  ein Allheilmittel für alles und jedes zu sein. Yoga muss sich stärker an der Wissenschaft orientieren. Tripada geht davon aus, das der Vertrauensvorschuss, den Yoga auf Grund seines legendären Rufes in der Öffentlichkeit genießt, eines Tages aufgebraucht sein wird, wenn sein Potential nicht in eine klarere, besser reflektierte und in Methoden und Wirkungen überprüfbare Form gebracht wird.

Jedes dieser vielen „Yogas“ hat demzufolge heute die Pflicht, über die je eigenen  Prinzipien, Methoden, Ziele und Grundsätze Rechenschaft abzulegen, wenn die spezifischen Ansätze in der Gesundheitsförderung berücksichtigt werden sollen. Aussagen über Wirkungsweisen von Yoga können nur getroffen werden, wenn die angewandte Methodik eindeutig und reproduzierbar spezifiziert wird und sodann entsprechenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien zugeführt wird.

Der kleinste gemeinsame Nenner des Begriffes „Yoga“ besteht heute nur noch darin, das es sich um – im weitesten Sinne – körperorientierte Methoden aus dem weiten Feld des traditionellen und modernen Yoga handelt. Der Begriff Hatha Yoga grenzt dies traditionell von klassischen Yogarichtungen wie beispielsweise Bhakti Yoga (religiöse Hingabe), Karma Yoga (selbstloses Handeln) und Jnana – Yoga (Meditation und Studium) ab, bei denen körperliche Übungen keine oder eine untergeordnete Rolle spielen. Der klassische, historische Hatha Yoga nimmt zwar nicht das Denken, Handeln oder Singen, sondern stärker den Körper zum Ausgangspunkt des Yoga, ist aber nicht weniger ein esoterisch – spiritueller oder religiöser Weg, der mit seiner säkularen Neufassung für Fitness und Gesundheit kaum etwas gemein hat.

 Von einer pauschalen Eignung aller heutigen Richtungen und Spielarten des modernen und traditionellen  Hatha Yoga für Zwecke der Gesundheitsförderung (des Bewegungs- und Halteapparates und der Entspannung) kann heute nicht  mehr ausgegangen werden, auch nicht, wenn man, wie die gesetzlichen Krankenkassen eine berufsbegleitende Ausbildung von mindestens 2 Jahren und 500 Stunden  zu Grunde legt.

Generell sind hier rein quantitative Rahmenrichtlinien nicht zielführend, wenn das gesamte Yogaverständnis etwa von extremen Übungen oder esoterisch- spirituellen Zielstellungen geprägt ist und nicht ein weltanschaulich neutrales Konzept mit Zielstellungen der Gesundheitsförderung verfolgt.

Entgegen den mystischen Verklärungen entspringen viele dieser Übungsformen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen (Vgl.: Singleton, Mark – Origin of Yoga Postures, Oxford University Press 2010) auch nicht alleiner einer bisher behaupteten ungebrochenen jahrtausendealten Tradition, sondern es handelt sich um Neuerfindungen und Reformulierungen des Yoga im 20. Jahrhunderts, teilweise scheinbar auch mit Vermischungen mit westlicher Gymnastik.

Bei vielen extremen Übungen aus dem Formenkreis des Yoga muss festgestellt werden, dass sie in der Gesundheitsförderung überhaupt nicht eingesetzt werden können. Weder kann  also bei vielen parareligiösen, hinduistischen und vedantischen Ausrichtungen des Yoga   die weltanschauliche Neutralität garantiert werden, noch sind die verschiedenen Ansätze immer und per se auf das Ziel der Entspannung und des Stressabbaus oder der allgemeinen Gesundheit optimiert.

Oft gehen sie mit einer offenen oder verdeckten hinduistischen, weltanschaulichen Missionierung einher, die sich der Attraktivität der Yogaübungen für die psychosomatische Gesundheit und das Wohlbefinden nur bedient, um letztlich für die religiösen Anschauungen zu werben. Häufig findet man das Argumentationsmuster, das die an den gesundheitlich ausgerichteten Übungen interessierten Personen „noch nicht so weit“ seien, aber später zu den spirituellen Inhalten finden oder geführt werden könnten.

Von daher mögen diese Ansätze jedem in seiner Freizeit  offen stehen…. eine Grundlage für die Finanzierung solcher Angebote im Rahmen der primären Prävention aus Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen ist nicht nach zu vollziehen.

Es wird von den Kassen und der „Zentralen Prüfstelle Prävention“ nicht geprüft,  ob die jeweilige ausbildende Institution oder Ausbildungsschule einem gesundheitsfördernden und weltanschaulich neutralen Ansatz folgt. Übungskonzepte des Yoga, die einheitlich entwickelt, verbindlich dokumentiert und in Hinblick auf die Eignung in der Gesundheitsförderung evaluiert worden wären, liegen im Prinzip auch nicht vor.

Ebenso wenig werden in der Regel Absolventen von Yogalehrerausbildungen auf solche Konzepte geschult, wie dies der Leitfaden fordert. Wirkannahmen über Yoga sprechen in der Regel pauschal von Yoga im allgemeinen, ohne die jeweils verwendete Yoga Methode. das Übungssetting, die angesprochene Zielgruppe und die Ziele des Trainings zu spezifizieren.

Kein einziger Fachverband (mit Ausnahme der Tripada Akademie und dem Berufsverband der Tripada Yogalehrenden) hat bis heute überhaupt Konzepte für Yoga in der Gesundheitsförderung vorgelegt,  wissenschaftlich evaluiert und schult  seine Auszubildenden auf derartige  Programme  in einer Weise, das hieraus die Befähigung als Übungsleiter hervorgeht.

Eine in der  Gesundheitsförderung angewendete standardisierte Methode aus dem Kontext des Yoga ist das „MBSR Training“ von Dr. Jon Kabat Zinn. Hier wurden für Menschen im klinischen Kontext einfache Asanas (Körperübungen), eine einfache grundlegende Entspannungsübung (Body Scan) und einfache Meditationen mit Hintergrundinformationen zum Thema Stress sowie ein Achtsamkeitstraining kombiniert angeboten. Die Methode ist nahezu vollständig aus dem Yoga entlehnt.  MBSR firmiert aber  nicht unter dem Namen Yoga. Es handelt sich um eine standardisierte Methode eines multimodalen Stressbewältigungstrainings, welches sich der Yoga Methoden bedient und seine Herkunft sprachlich verschleiert.

In ähnlicher Weise hat Dr. Herbert Benson (Mind- Body Institite der Harvard Medical School) eine universelle Methodik der Meditation als Methode der Mind- Body-Medizin entwickelt, die aus dem religiösen Kontext  enthoben und auf die technischen Elemente reduziert wurde. Sie ist in der Lage, Stress abzubauen und die „Relaxation Response“ auszulösen.

Generell haben Konzepte aus dem Yoga Eingang in Prävention und Therapie gefunden, allerdings zumeist in einer „synthetisierten“  und „säkularisierten“ Form mit klarer Methodik wie bei MBSR und der Benson – Meditation.  Eine ähnliche Geschichte weist auch das Autogene Training und die PMR auf, die in ihrer Entwicklung ebenfalls von asiatischen Methoden des Yoga und der Meditation inspiriert waren, sich aber stark um Abgrenzung von den „esoterischen“ und „religiösen“  Wurzeln bemühten.

Yoga selbst wird  als Interventionsmethode der Gesundheitsförderung heute einer zentralen Forderung der Qualitätssicherung nicht gerecht, wie sie im Leitfaden selber als Bedingung formuliert sind.

 Es liegen keinei standardisierte Kurskonzepte und Trainermanuale vor, die den Kriterien einer wissenschaftlichen Evaluation und Absicherung genügen könnten.

Die gegenwärtige Praxis läuft nämlich darauf hinaus, dass Yogalehrende in Eigenregie individuelle Kurskonzepte entwerfen und diese zur Zertifizierung einreichen. Diese Konzepte sind aber weder in ihrer Wirkung vorab wissenschaftlich untersucht noch unterliegen sie einer begleitenden wissenschaftlichen Evaluation. Die prüfenden Instanzen sind fachlich auch gar nicht in der Lage, die Qualität dieser Konzepte und ihre Wirksamkeit in der Praxis zu prüfen.

 Tripada Yoga

Um hier eine Klarheit zu schaffen, legt Tripada Yoga auf der Grundlage und Weiterentwicklung des Yogaverständnisses von Dr. M. L. Gharote und des Kaivalyadhama Institutes in Lonavla die Übungsprinzipien, Übungsmethoden sowie die verwendeten Techniken, die angesprochenen Zielgruppen und Ziele eindeutig dar. Alle Tripada Yogalehrer werden hierauf geschult. Zudem stellt sich Tripada Yoga mit einer klaren und verbindlichen Methodik einer wissenschaftlichen Überprüfung und Evaluation. Nur auf der Basis einheitlicher Konzepte ist eine Vergleichbarkeit gegeben, sind Aussagen über Wirkungen möglich.

 

Tripada Yoga stellt sich als eigenständige Methode der Gesundheits-förderung vor und ist zugleich eine Plattform für die Modernisierung des Yoga

Die Grundsätze des Tripada Yoga) basieren auf dem Verständnis, wie sie von Dr. M.L. Gharote als Vertreter eines wissenschaftlich begründeten Yoga nahegelegt  wurden.

In Übereinstimmung mit den Intentionen des Begründers, hatte das Kaivalyadhama Institut in Lonavla sich seit 1924 bis etwa 1950 der wissenschaftlichen Erforschung und Entmystifizierung des Yoga verschrieben. Einer der wichtigsten Leitsätze des Begründers  G. Gune lautete, keinerlei Behauptungen über die Wirksamkeit von Yoga aufzustellen, die nicht wissenschaftlich begründet sind. Mit diesem Vorsatz ist Herr Gune weit von den ebenso großsprecherischen wie unbewiesenen Behauptungen über die phantastischen Effekte der Yogapraxis (vom Verschwinden grauer Haare und Falten, jedweder Gesundheitsstörung bis hin zu detaillierten Wirkangaben bei jeder einzelnen Yogahaltung) abgerückt.

Das  Kaivalyadhama  Institut war über 30 Jahre bis in die 50iger Jahre des 20. Jahrhunderts  die führende Autorität in Indien im Bereich einer Säkularisierung, einer wissenschaftlichen Begründung und der Entwicklung praktikabler Yoga – Übungskonzepte für Prävention, Therapie und Pädagogik..  Mit dem Bedeutungsverlust dieser Einrichtung seit den 1950iger Jahren hat leider generell auch die Beziehung zwischen Yoga und Wissenschaft zunehmend an Bedeutung verloren. Gerade in den letzten 20 Jahren kam es indes zu einer massiven Remystifizierung des Yoga gerade durch sektenartige Erscheinungen. Die Bezugnahme auf Wissenschaft beschränkt sich zumeist darauf, oft fragwürdige kleinere Studien über die therapeutische Wirkung von oft nicht näher definierten Yogapraktiken als Beweise zu zitieren.

Für den Tripada Ansatz  kommt es nicht auf eine Definition dessen an, wer näher an einer beliebigen historischen Wahrheit von Yoga sein soll, sondern es geht um die Definition und Spezifizierung der Ziele, der Übungen, der Prinzipien und der Methoden, die heute in der Gesundheitsförderung im Rahmen des Tripada Yoga oder eines anderen Yoga angewendet werden können.

Erst durch die Formulierung klarer Prinzipien und ihrer zielgruppenbezogenen Umsetzung in adäquaten Übungsprogrammen und Curricula, bezogen auf die Bedürfnisse der Menschen hier und heute, entsteht Transparenz und Vergleichbarkeit. Sie bilden den Boden für eine seriöse, valide und vertrauenswürdige wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit der Methoden des Tripada  – Yoga oder anderer Yogaansätze in verschiedenen Feldern.

Denn zweifellos ist jede wissenschaftliche Untersuchung über Yoga nur gültig für die jeweilige angewendete Yoga – Methode, Übung oder Übungsfolge. Ohne Rechenschaft über die angewendeten Übungen und Prinzipien bleibt die Aussagekraft einer jeden Untersuchung beschränkt und ist nicht auf andere „Yogas“ zu verallgemeinern.

Ziele und Methoden des Tripada Yoga als Methode der Gesundheitsförderung leiten wir ab aus dem

  • Übungsspektrum des traditionellen Yoga,
  • dem mehr philosophischen und psychologischen Yoga Sutra Patanjalis
  • den Texten und Konzepten des Hatha Yoga
  • allen neueren Entwicklungen im Yoga des 20. und 21. Jahrhundert.

All diesen Quellen gegenüber bewahren wir eine kritische Distanz. Wir werten sie aus und versuchen, sie in eine moderne Sprache und Begrifflichkeit zu übersetzen und so zu eigenen Definitionen zu finden.

Zudem ist der Bezugspunkt des Tripada Yoga die moderne Wissenschaft. Neben Medizin und Psychologie finden wir als Bezugswissenschaften im engeren Sinne die Konzepte der Gesundheitsförderung, der Prävention, die Stresstheorien, die Salutogenese, die Psychoneuroimmunologie, die Mind- Body-Medizin sowie Kognitionswissenschaften, Lerntheorien und die Pädagogik sowie die Trainings- und Sportwissenschaften.

Auf Basis dieser Erkenntnisse und Konzepte werden die klassischen Vorschläge des Yoga in eine moderne Form überführt.

Leider müssen wir feststellen, das dem Yoga vor allem ein profunder Aberglauben zu Grunde liegt. Sicherlich wird dieser Aberglaube gestützt durch die positiven Übungserfahrungen, die Millionen Menschen mit Yoga machen.

Tatsache ist aber auch, das Yoga als wissenschaftlich begründete psychosomatische Übungsmethode heute kaum einen Boden hat. Die meisten Yogatraditionen begründen ihre Praktiken damit, das man das in dieser Tradition eben so macht. Es fehlt an jedweden Reflektionen des „Wie“ und „Warum“.

Statt dessen werden autoritäre Strukturen der unkritischen Guru- Gefolgschaft gepflegt, die diesen Mangel verdecken.

 Diese Usancen sind „Yoga von Gestern“.

 

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga Teil 1 – Einführung

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition

Teil 1

Zur Ausführung der Asanas in verschiedenen Quellen

im klassischen Yoga Patanjalis bei Dr. M.L. Gharote bei G.S. Mukerji und W.Spiegelhoff bei Dr. Dietrich Ebert bei B.K.S. Iyengar bei Boris Sacharow bei Andre van Lysebeth bei Indra Devi bei H. Deutzmann bei anderen Yogarichtungen Im Tripada Yoga Literatur

Zur Ausführung der Asanas im Patanjali Yogasutra

Partnerarbeit 4 Bei Patanjali finden sich nur 3 Sutras zum Themas „Asana“. Sutra II, 46 „sthira-sukham-asanam“ Die Haltung soll stabil und angenehm sein Sutra II, 47 “ prayatna saithilya -anantya -samapattibhyam“ Diese Sitzhaltung soll man in völliger Entspannung und in einem Zustand der Betrachtung des Unendlichen einnehmen“ Sutra II, 48 tato dvandva anabhighatah Daraus ergibt sich eine Unempfindlichkeit gegenüber den Gegensatzpaaren. (Übersetzung nach B. Bäumer, Die Wurzeln des Yoga, O.W. Barth Verlag 1993, S 121) Die Beschreibung bezieht sich nach traditioneller Auffassung in erster Linie auf die meditative Sitzhaltung. In alten Schriften werden nur solche Positionen erwähnt. Körperpflegende Asanas kommen nicht vor. Eine vertiefende Erläuterung findet sich im historischen Kommentar von Vyasa. Demzufolge wird die meditative Haltung vollkommen, wenn jede Anstrengung bei der Ausführung schwindet (zit. In Eliade, 1977, S.61). Der Grund hierfür liegt darin, dass in der Meditation der Körper keinerlei Störung für den Geist darstellen darf. So ist das Ziel gewährleistet, das der Geist ruhig wird und „reines Bewusstsein“ wahrgenommen wird. Der Körper selbst wird zunehmend nicht mehr gspürt und der Geist wird unempfindlich gegenüber den sensorischen Inputs. Der Körper wird eins mit dem Gefühl von Weite und Raum. Dieses Prinzip wird  nach der Interpretation von Dr. Gharote und G. Gune übertragen auf die Ausführung der körperpflegenden und entspannenden Asanas im Ganzen. So wurde und wird es im Kaivalyadhama Institut gelehrt. Für die historische Gültigkeit und Zulässigkeit einer solchen Übertragung als grundsätzliches Prinzip jeder Asana – und sogar jedweder Yogapraxis gibt es keine Belege. In anderen Yogarichtungen, etwa bei Krishnamacharya, Iyengar oder Sivananda  finden sich diese Ansätze nicht. Geht es nach der genannten Definition um Schmerzvermeidung und sanftes Üben, wird dort dem Schmerz als Lehrmeister das Wort geredet und statt einer Anpassung der Übungen an individuelle Bedürfnisse sehen wir martialische Standards einheitlicher Übungsreihen, an die sich der Übende abarbeitend anzupassen hat. Insofern sehen wir in den zentralen Quellen der globalen  Renaissance des  Yoga im Indien des 20. Jahrhunderts unmittelbar divergierende Ansätze, die zu völlig verschiedenen Ausgestaltungen des Yoga geführt haben. Eine historische Richtigkeit ist hier nicht feststellbar. Aus Sicht des Tripada Yoga machen wir uns die Definitionen von Dr. Gharote und G. Gune zu eigen und entwickeln sie fort. Das Umsetzen dieser Grundprinzipien entspricht den Zielen des Yoga in der Gesundheitsförderung. Das Mißachten hingegen führt zu den heute bekannten Risiken des Yoga.