Archiv der Kategorie: Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga

Meditation im Tripada Yoga ®

Meditation im Tripada Yoga ®

Die Meditation hat ihren Ursprung vermutlich  in der Religion und kommt seit tausenden von Jahren in irgendeiner Form in allen Kulturen vor. In der Religion suchen Menschen durch Meditation religiöse oder metaphysische, mystische  Erfahrungen. Sie erleben sich als eins mit der Welt, als eins mit Gott oder den  Göttern.

Meditation wird aber heute auch aus anderen als religiösen Gründen ausgeübt. Der Zweck liegt in der Förderung der Gesundheit und der Selbstfindung. Deshalb ist es ein wesentlicher Teil des säkularen Tripada Yoga ® Konzeptes.

Der Begriff kommt aus dem lateinischen und ist abgeleitet von meditatio = „zur Mitte ausrichten“ bzw. von medius = „die Mitte“.

Meditationshand

Gemeint ist hiermit die eigene, innere, persönliche Mitte.

Meditation ist deshalb die Erfahrung der eigenen Person. Meditation bringt uns zu uns selbst.

Aber sind wir nicht immer wir selbst?

Nein, denn im Alltag und normalen Modus sind unsere Sinne nach außen gerichtet und unser Geist ist damit befasst, diese Eindrücke (Sinnenwahrnehmungen)  und unser Leben zu bewältigen.

Der Geist ist deshalb  stets sehr unruhig, voll von Eindrücken, Gedanken und Gefühlen. Wir sind auch oft voller Emotionen. Viele davon sind negativ und lassen uns leiden. Ängste und Sorgen bedrücken uns oft. All diesen Eindrücken und Empfindungen und Gefühlen scheinen wir oft ausgeliefert zu sein. Sie schütteln uns unentwegt durch. Manchmal können wir nicht mehr schlafen.

Der Weg der Meditation besteht nun erst einmal darin, diese innere Unruhe zu beruhigen, in der wir uns die meiste Zeit mental bewegen. Meditation bedeutet also ein kurzes Innehalten in der Geschäftigkeit des Lebens und der regen Aktivität des Geistes und ein Wahrnehmen von dem, was ich im Moment bin und erlebe.

In der Meditation habe ich eine grundlegend veränderte Ausrichtung der Wahrnehmung, denn sie geht nicht von innen nach außen, sondern von außen nach innen.

Das Denken geht nicht in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit, sondern in die Gegenwart. Das klassische Yoga handelt  von dieser Einkehr, der Reise zu uns selbst. Wir finden diese Gedanken in der klassischen Definition des Yoga im Yoga Sutra, die wir schon kennen gelernt haben:

Yoga ist das Zur Ruhe Kommen der Bewegungen des Geistes.

Weiter sagt das Sutra, das man dann, in dieser Ruhe,  in „seiner Wesensidentität ruht. Dieses Gefühl wird in der alten  Yogaliteratur oft mit dem ungeheuer friedvollen Gefühl des Tiefschlafes verglichen, nur dass der Geist dabei wach ist.

In diesem Zustand ist die unruhige Tätigkeit des Geistes ganz zur Ruhe gekommen. Es ist ein Zustand frei von Gedanken.Denn die innere Mitte erfahren wir nicht durch Gedanken, sondern unmittelbar und ohne Gedanken. Dieser Zustand entsteht im Laufe der Meditation aus der Praxis heraus.

Innere Ruhe in diesem Sinne ist ein sehr tiefer Begriff. Die Ruhe in der tiefen Meditation ist vollkommen. Sie umfasst einen veränderten Bewusstseinszustand, den man sprachlich nicht fassen kann. Er ist voller Frieden, frei von Angst, weit, offen und unsagbar beglückend. Dann ist die Erfahrung, wer ich bin, jenseits der Sprache und jenseits Begriffe. Dieses Gefühl führt zu einer grundlegend veränderten Wahrnehmung der Welt und von sich selbst. Es schafft ein wachsendes Gefühl der Sicherheit, die von innen kommt.

Es gibt sehr viele verschiedene Meditationstechniken. Zu Beginn ist es wichtig zu verstehen, das Meditation auf Konzentration beruht. Gemeinsam ist den Verfahren die stete und alles andere ausschließende Ausrichtung des Geistes auf einen einzigen Gegenstand. Deshalb schließen wir die Augen und richten die Aufmerksamkeit nach innen und auf den gegenwärtigen Moment.

Der Vorteil dieser Konzentration besteht darin, das der Geist in seiner Aktivität beschränkt wird. Von außen kommende Reize werden nicht hereingelassen. Innere Ablenkungen lernen wir auch auszuschalten. Nach und nach kann innere Ruhe entstehen.

Wenn immer nun der Geist in seiner Konzentration abgelenkt wird, durch Sinneswahrnehmungen, Gedanken, körperliches Unbehagen, Schmerzen, Jucken, Müdigkeit, Langeweile, Hunger.. muss sie immer wieder behutsam zurückgeführt werden.

Die Technik besteht nun darin, sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren, der sich uns mit vielfältigen Botschaften mitteilt. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers heißt Propriozeption.

Viele Rezeptoren übermitteln dem Gehirn ständig Informationen über Spannungszustände und Lage des Körpers. Diese werden Ziel unserer liebevollen Aufmerksamkeit. Der Meditierende versucht hierbei alle körperbezogenen Sinneswahrnehmungen zu beobachten.

Technisch ist es schwierig, die Konzentration zu halten. Der unruhige Geist verliert sich unentwegt in anderen Gedanken und wird abgelenkt. Deshalb kommt es darauf an, bei Störungen und Ablenkungen immer wieder zum Gegenstand der Meditation zurückzukehren und so andere gedankliche Prozesse immer wieder zu unterbrechen.

In den folgenden Stufen wird dann schrittweise auf andere, subtilere Aufmerksamkeitsziele erweitert:

den Atem

die Gedanken

die Emotionen

In der ersten Stufe der Meditation erfolgt die Sammlung des Geistes auf den Körper und den Atem.

Im Tripada Yoga ® werden alle Asanas meditativ praktiziert. Die Konzentration auf den Körper, den Atem, auf das Tun in dem jetzigen  Moment und die Empfindungen zieht sich durch die gesamte Tripada Yoga® Praxis.

Im Sitzen handelt es sich dann um die formale Praxis der Sitzmeditation. Aber die Yogapraxis ist schon Meditation in Bewegung.

Im Tripada Yoga ® praktizieren wir also zunächst die grundlegende Form der konzentrativen Meditation. Diese Praxis kommt auch im Buddhismus vor und wird dort Vipassana Meditation genannt.

Das Ziel der Meditation ist die Geistesruhe. Deshalb wird der Geist von den vielfältigen Tätigkeiten, die er üblicherweise ausführt, weggeführt. Dies geschieht durch „den Rückzug der Sinne von den äußeren Gegenständen“, die den Geist in Aktivität bringen und die konzentrative Hinwendung zu den inneren Vorgängen. Im Yoga heißt der Prozess „pratyahara“  (Rückzug der Sinne von den äusseren Objekten) und „Dharana“ oder „Konzentration“ und sind die ersten beiden Stufen der Meditation. Dabei geht es um Fokussierung, um sogenannte „Einpünktigkeit“.

Wir definieren „Meditation“ also als die beabsichtigte Lenkung der Aufmerksamkeit oder Konzentration weg von der Vielfalt der äußeren Sinneswahrnehmungen hin auf ein einziges bestimmtes Objekt in unserem Inneren, in der Gegenwart und damit auf den aktuellen Moment, die gegenwärtige Erfahrung.

Vipassana ist Pali und bedeutet, „die Dinge so wahrnehmen, wie sie wirklich sind

Sie geschieht mit folgenden Einstellungen:

absichtslos
ohne Zielvorstellung
nicht handelnd
nur beobachtend
geduldig
nicht wertend
wohlwollend neutral
nimmt alles an wie es ist
ergebnisoffen

Deshalb ist die gesamte Tripada ® Yoga Praxis eine Form der Meditation.

  • Die Achtsamkeit ist im Hier und Jetzt
  • Die Konzentration ist bei dem, was Du jetzt tust
  • Die Konzentration ist bei den körperlichen Empfindungen
  • Die Konzentration ist bei der Atmung

Gedanken an andere Dinge werden durch diese Praxis verringert und möglichst ausgeschlossen. Dies ist eine sehr erholsame Erfahrung für den Geist.

Die wesentliche Funktion des Geistes in seiner Alltagstätigkeit ist die Wertung. In der Yogaprache ist es die „Ichfunktion“  oder Asmita, welches die Erfahrungen und Sinneseindrücke unentwegt zu mir in Beziehung setzt im Rahmen der Pole „gut – schlecht, nützlich – nicht nützlich). Dies entspricht den citta viksepas raga (haben wollen) und dvesa (nicht haben wollen). Je  mehr ich diese Wertungen beiseite lasse, nimmt die Tätigkeit des Asmita ab und der Teil des Bewusstseins bekommt breiteren Raum, der die Dinge in ihrer eigenen Natur betrachtet, sie so akzeptiert wie sie sind und sich mit ihnen verbunden fühlt. So nehmen Toleranz, Empathie und Mitgefühl einen größeren Raum ein.

Hans Deutzmann

Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (4) – G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff

G.S. Mukerji und W. Spiegelhoff – Yoga und unsere Medizin (1971, S.15-19, Erstauflage 1963)

Mukerji und Spiegelhoff Buch

Dr. med. Werner Spiegelhoff (1912-2006) war Pionier und maßgeblicher Initiator des Yoga in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen . Als junger Arzt an der Kölner Uni-Klinik lernte er seinen indischen Kollegen Dr. G. S. Mukerji, ein Arzt und Yogalehrer aus Indien kennen.Bei den gemeinsamen Visiten empfahl Dr. Mukerji häufig auch Therapien, die bei uns in Deutschland unbekannt waren und dem indischen Yoga entstammten. Die Erfolge waren gut, so dass Dr. Spiegelhoff sich immer stärker dafür interessierte. Er ließ sich im Yoga ausbilden, praktizierte  selbst und unterrichtete dann  seine Fachkollegen und  seine Patienten.Er gründete die „Yogagruppe Hilden“.

spiegelhoff1973

In diesem seit fast 50 Jahren selten gebliebenen Klassiker wissenschaftlicher Yogaliteratur – die es in Deutschland so gut wie nicht gibt -finden sich sehr detaillierte Angaben über die Ausführung von Asanas. In der Literaturliste wird auch das Buch „Asanas“ von Swami Kuvalayananda erwähnt.

Die Ausgangsposition der Praxis ist laut den Autoren immer Shavasana.Auch wird nach jeder Übung Shavasana wieder eingenommen, da dem System ein Wechsel von Anspannung und Entspannung zu Grunde liege.

In Shavasana wird eine vollkommene Entspannung der Muskeln und Gelenke erreicht bis man  den Körper nicht mehr empfindet und  verbunden mit einem Gefühl der seelischen Ausgeglichenheit. Dann begibt man sich in ein Asana.

Danach folgt wieder Shavasana.

Dieses soll mindestens genauso lang eingehalten werden wie die vorherige Übung: Die Entspannung nach der Haltung bewirkt ein wohliges Körpergefühl, das möglichst lange auszukosten ist.

Es wird auf ältere Bücher hingewiesen, wonach jede Übung bis zu 30 Minuten  eingehalten werden soll. Die Erfahrung lehre aber, dass zu Beginn nur etwa 10 Sekunden in der Haltung verweilt werden soll. Dies könne bei völliger Beherrschung bis 2 Minuten ausgedehnt werden.

Hierzu könnten die Sekunden oder die Atemzüge gezählt werden. Die Atmung soll gleichmäßig und locker sein. Alle symmetrischen Übungen sollen 3 Mal wiederholt werden, bei asymmetrischen Übungen solle 2- 6 Mal jede Seite geübt werden. Nach jeder Wiederholung soll wiederum Shavasana geübt werden. Die Reihenfolge der Übungen soll so gewählt werden, dass, dass immer einander entgegengesetzte Körperteile und Muskeln beansprucht werden.

Nach einer Anspannung soll eine Dehnung folgen. Einen Tag in der Woche soll man pausieren. Man soll die Übungen auswählen, die einem zusagen. Schmerzen sollen strikt vermieden werden. Ein gesunder Mensch solle mit 2 Haltungen am Tag beginnen. Fortschritte würden sich zeigen, wenn der Atem gleichmässig und locker ausgeführt werde. Man solle nicht mehr als 5 Übungen hintereinander machen.

Diese Anleitungen unterscheiden sich erheblich von denen bei Gharote und Gune. HIer wird besonders ein Wechsel von Anspannung und Entspannung betont und ein  Wechsel von Dehnung und Anspannung. Zwischen den Haltungen soll aber auch immer entspannt werden.

Prinzipien der Asanas im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (3) – Swami Kuvalyananda

Popular Yoga – Asanas von Swami Kuvalayananda (Erstausgabe 1931)

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Swami Kuvalayananda zählte mit dem Kaivalyadhama Institut in Lonavla mit seiner gesundheitsorientieren und wissenschaftlichen Ausrichtung zu den bedeutendsten Pionieren des modernen Hatha Yoga . Ihm vor allem ist die Verbindung von Yoga und Wissenschaft zu verdanken. Sein Einfluss dauerte von 1924 bis in die 50iger Jahre. Leider hat danach der esoterische Einfluss mit seinem Aberglauben und Mystifizierungen auf den Yoga wieder deutlich zugenommen. 

In diesem klassischen Buch – nur noch für teures Geld im Antiquariat erhältlich  – werden zur Ausführung von Asanas noch folgende allgemeine Hinweise gegeben:

Unter keinen Umständen soll die Praxis zur Ermüdung führen. Der Übende soll aus der Praxis mit einem Gefühl der Erfrischung und Erholung kommen, mit einer deutlichen  Beruhigung des Nervensystems.

  • die Praxis kann mit Entspannungsphasen unterbrochen oder ergänzt werden
  • die aufgewendete Energie soll den Organismus nicht belasten oder anstrengen
  • man sollte „mit Vorsicht mutig“ sein
  • bei einer längeren Unterbrechung der Praxis soll man mit einfacheren Übungen wieder einsteigen
  • nach einer Erkrankung sollten nur Übungen ausgeführt werden, für die genügend Kraft vorhanden ist.
  • zwischen einer vollen Mahlzeit und der Yogapraxis sollen 4 h liegen
  • nach einer leichten Mahlzeit sollen 1,5 h bis zur Praxis vergehen

Er weist darauf hin, das Körper und Bewusstsein miteinander interagieren. Der Einfluss des Körpers auf den Geist ist immens, was besonders bei Störungen deutlich wird. Der Einfluss der Psyche auf den Körper vermittelt sich besonders über die Emotionen. Starke Emotionen beeinflussen das Nervensystem und die Hormone.

Er betont deshalb die Notwendigkeit der Praxis von yama und niyama als unerlässliche Voraussetzung für die Praxis von Asanas.

Nur so könnten mentale Gewohnheiten und negative Gefühle beruhigt werden. In der Sitzhaltung für die Meditation sollen eine ruhige Umgebung und der Ausschluss von jedweder Störung die Konzentration unterstützen.

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition (2) – Dr. Gharote

Wir wir gesehen haben, definiert das Yoga Sutra die Qualität der Asanas als meditativer Sitzhaltung als „stabil, angenehm und vollkommen leicht“.

Übungspraxis

Der Grund hierfür liegt darin, dass in der Meditation der Körper keinerlei Störung für den Geist darstellen darf. So ist das Ziel gewährleistet, das der Geist ruhig wird und „reines Bewusstsein“ wahrgenommen wird.  Der Körper selbst wird zunehmend nicht mehr gspürt und der Geist wird unempfindlich gegenüber den sensorischen Inputs. Der Körper wird eins mit dem Gefühl von Weite und Raum.

Prinzipien der Yogapraxis  bei Dr. M.LGharote (Grundgedanken des Yoga 1997, S.8, S.13-17, )

Dr. Gharote

Alle Yogaübungen sind nach Gharote psychophysischer Natur und tragen einzeln oder zusammen dazu bei, die Ziele des Yoga (die Geistesruhe)  zu erreichen. Sie ergänzen sich gegenseitig.  Eine Übung kann für die Ausführung der anderen hilfreich sein. Eine bestimmte Reihenfolge kann zu einem besseren Ergebnis führen. Yogaübungen sollen nicht zur Erschöpfung führen.

Asanas sind eine besondere Haltung des Körpers, in der man verweilt. Es sind keine dynamischen Übungen, die wiederholt werden.

Es wird bei der Auswahl Rücksicht genommen auf die Einschränkungen des Alters, des Geschlechtes und der Konstitution des Übenden.

  • Einfache Asanas sollten vor Schwierigen geübt werden.
  • Die Asanas, die ausgeführt werden, sollten auf dem „Prinzip des Fortschreitens“ basieren
  • Asanas sollen keine ruckartigen Bewegungen beinhalten.
  • Stabilität und Gelöstheit in den Asanas sind die beiden wesentliches Merkmal für das richtige Ausführung ist.
  • Im Asana ist die Dehnung wichtig und nicht die wiederholte Kontraktion und Entspannung.
  • Das Asana soll gehalten werden, solange es angenehm ist, in der Haltung versucht man, immer weiter zu entspannen.
  • Der Energieaufwand im Asana ist minimal.
  • Bei der Ausführung der Asanas wird empfohlen,  die Achtsamkeit auf die Bereiche des Körpers zu richten, wo es Empfindungen gibt.
  • Das Prinzip des Asana ist von größerer Bedeutung als die Endhaltung In allen Asanas wird normal geatmet, es sei denn, es ist unter bestimmten Umständen notwendig zu einem bestimmten Atemmuster zu greifen.
  • Es ist zwar richtig, dass Rückbeugen durch simultanes Einatmen und Vorbeugen durch simultanes Ausatmen erleichtert werden, aber man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass eine bestimmte Art des Atmens hilft Asanas gelöster und entspannter auszuführen.
  • Der Hauptzweck der Asanas ist, den Körper flexibel und geschmeidig zu machen, um mit Hilfe eines optimalen Muskeltonus zur Ausgeglichenheit von Körper und Geist beizutragen.

In praktischer Hinsicht wird das Konzept des statischen passiven Dehnens betont. Hierbei wirkt die Schwerkraft in einer bestimmten Haltung auf den Körper ein und führt einerseits zu einer Haltearbeit bestimmter Muskeln, andererseits zu einer Dehnung. Dieses Prinzip kennt man auch als „Stretching“.   

http://www.tripada.de
http://www.tripada-yogalehrerausbildung.de

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga Teil 1 – Einführung

Prinzipien der Ausführung von Asana im Tripada Yoga und ihre Herleitung aus der Yogatradition

Teil 1

Zur Ausführung der Asanas in verschiedenen Quellen

im klassischen Yoga Patanjalis bei Dr. M.L. Gharote bei G.S. Mukerji und W.Spiegelhoff bei Dr. Dietrich Ebert bei B.K.S. Iyengar bei Boris Sacharow bei Andre van Lysebeth bei Indra Devi bei H. Deutzmann bei anderen Yogarichtungen Im Tripada Yoga Literatur

Zur Ausführung der Asanas im Patanjali Yogasutra

Partnerarbeit 4 Bei Patanjali finden sich nur 3 Sutras zum Themas „Asana“. Sutra II, 46 „sthira-sukham-asanam“ Die Haltung soll stabil und angenehm sein Sutra II, 47 “ prayatna saithilya -anantya -samapattibhyam“ Diese Sitzhaltung soll man in völliger Entspannung und in einem Zustand der Betrachtung des Unendlichen einnehmen“ Sutra II, 48 tato dvandva anabhighatah Daraus ergibt sich eine Unempfindlichkeit gegenüber den Gegensatzpaaren. (Übersetzung nach B. Bäumer, Die Wurzeln des Yoga, O.W. Barth Verlag 1993, S 121) Die Beschreibung bezieht sich nach traditioneller Auffassung in erster Linie auf die meditative Sitzhaltung. In alten Schriften werden nur solche Positionen erwähnt. Körperpflegende Asanas kommen nicht vor. Eine vertiefende Erläuterung findet sich im historischen Kommentar von Vyasa. Demzufolge wird die meditative Haltung vollkommen, wenn jede Anstrengung bei der Ausführung schwindet (zit. In Eliade, 1977, S.61). Der Grund hierfür liegt darin, dass in der Meditation der Körper keinerlei Störung für den Geist darstellen darf. So ist das Ziel gewährleistet, das der Geist ruhig wird und „reines Bewusstsein“ wahrgenommen wird. Der Körper selbst wird zunehmend nicht mehr gspürt und der Geist wird unempfindlich gegenüber den sensorischen Inputs. Der Körper wird eins mit dem Gefühl von Weite und Raum. Dieses Prinzip wird  nach der Interpretation von Dr. Gharote und G. Gune übertragen auf die Ausführung der körperpflegenden und entspannenden Asanas im Ganzen. So wurde und wird es im Kaivalyadhama Institut gelehrt. Für die historische Gültigkeit und Zulässigkeit einer solchen Übertragung als grundsätzliches Prinzip jeder Asana – und sogar jedweder Yogapraxis gibt es keine Belege. In anderen Yogarichtungen, etwa bei Krishnamacharya, Iyengar oder Sivananda  finden sich diese Ansätze nicht. Geht es nach der genannten Definition um Schmerzvermeidung und sanftes Üben, wird dort dem Schmerz als Lehrmeister das Wort geredet und statt einer Anpassung der Übungen an individuelle Bedürfnisse sehen wir martialische Standards einheitlicher Übungsreihen, an die sich der Übende abarbeitend anzupassen hat. Insofern sehen wir in den zentralen Quellen der globalen  Renaissance des  Yoga im Indien des 20. Jahrhunderts unmittelbar divergierende Ansätze, die zu völlig verschiedenen Ausgestaltungen des Yoga geführt haben. Eine historische Richtigkeit ist hier nicht feststellbar. Aus Sicht des Tripada Yoga machen wir uns die Definitionen von Dr. Gharote und G. Gune zu eigen und entwickeln sie fort. Das Umsetzen dieser Grundprinzipien entspricht den Zielen des Yoga in der Gesundheitsförderung. Das Mißachten hingegen führt zu den heute bekannten Risiken des Yoga.