Archiv der Kategorie: Grundsätze in der Yogalehrerausbildung

Yoga von gestern und Yoga von Morgen

Yoga hat in den letzten 15 Jahren einen wahren Boom erlebt. Seit den 50-iger Jahren des 20. Jahrhunderts hatte diese aus Indien importierte Übungsform ein stetes und kontinuierliches Wachstum an Anhängern in der Bundesrepublik zu verzeichnen. Bei den Volkshochschulen und anderen Trägern der Erwachsenenbildung avancierte Yoga  zum dauerhaft beliebtesten Angebot der Gesundheitsbildung. Geschuldet war dieser Erfolg auch einer starken Säkularisierung des Yoga und einer Konzentration auf die körperorientierten und gesundheitsfördernden Methoden. Damit einher ging eine  Abkehr der Yogakonzepte von Religion oder Esoterik. Man konzentrierte sich auf die präzise Ausgestaltung der Übungspraktiken. Prominente Musiker und Schauspieler waren über die Medien an der rasanten Ausbreitung des Yoga im Westen beteiligt. Indra Devi, eine bekannte amerikanische Schauspielerin, hat mit dem Bestseller  „Durch Yoga jugendfrisch“ in den 50iger Jahren diesen Trend vorgegeben. Die Popularität von Yoga bei Prominenten, Stars und Sternchen  und eine durchweg positive Kommentierung in den Medien dürfte zur Popularisierung beigetragen haben.

Nach 5 Jahrzehnten des steten Wachstums kam es etwa seit der Jahrtausendwende sogar zu einem geradezu sprunghaften Anstieg, zu einer regelrechten „Yogaexplosion“ in den USA, Deutschland und anderen westlichen Ländern. In diesem Boom kam es zu Akzentverschiebungen: gerade in Deutschland: einerseits erlebte die Yogawelt eine Aufleben religiöser Yogarichtungen (vertreten besonders durch den Sivananda Yoga, speziell „Yoga Vidya“, der die hinduistische Lehre des Advaita -Vedanta verbreitet und parallel ein großes Ausbildungscenter betreibt) und einer Popularisierung von sehr  leistungsorientierten fast reinen Körper- Übungsstilen wie Ashtanga Yoga und Power Yoga andererseits. Beide Entwicklungen wurde begleitet von einer intensiven Kommerzialisierung, in der die klassischen Heilsversprechen des Yoga werbewirksam der Vermarktung zugeführt wurden und werden. Damit vollzog die Bundesrepublik jedenfalls teilweise eine US- amerikanische Entwicklung nach, wo Yoga zum Lifestyleprodukt avanciert  ist.

In den letzten 10 – 15 Jahren entstanden in vielen deutschen Städten dem Boom folgend zahllose Yogastudios. Da der Beruf des Yogalehrers nicht geschützt ist, fluten Ausbildungen aller Art    seither einen sich selbst überlassenen ungeregelten Markt. Große Institute gerade des esoterischen – und Sportyoga werfen kohortenweise Yogalehrer aus, die oft im Schnellverfahren “ von 10 Tagen, 4 Wochen oder 6 Monaten ausgebildet werden.. Gerade die Anbieter mit solch kurzen Ausbildungszyklen fluten mit einer kurzen Reproduktionsrate den Markt und bieten sportlich- artistische Übungsformen an. Ebenso wie beim religiös orientierten Yoga breitete sich diese Varianten des Yoga auf Grund der kurzen Ausbildungen sprunghaft aus. Yoga etablierte sich nun wie eine neue Sportart auch in Fitnessstudios.

Aanalog zu den üblichen Fitnessmoden der Saison werden heute ständig neue Yogamoden auf den Markt geworfen.

Diese Entwicklung  hat auch  ihre Schattenseiten und bleibt nicht ohne Schaden für  das Berufsbild des Yogalehrenden. Immer öfter treffen kurz und schlecht ausgebildete Yogalehrende in wenig homogenen und diskontinuierlichen Gruppen auf ehrgeizige Schüler. Sie verkennen die individuellen Vorraussetzungen der Teilnehmer und sind unfähig, eine angemessene Belastungsdosierung durch eine teilnehmerorientierte Übungsauswahl anzubieten. Die Verletzungsrisiken steigen auf Grund unangepasster Übungsangebote, wie William S. Broad in seinem Buch  „Yoga und Wissenschaft“ anschaulich dargelegt hat.

Die Faszination artistischer Körperbeherrschung trägt zu diesem Hype bei, ungeachtet der Tatsache, das die Gefahr kurz- und langfristiger Gesundheitsschäden steigt.

Mit der Wiederaufnahme der Gesundheitsförderung in den Aufgabenkatalog der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2000 schaffte es  Hatha-Yoga noch kurz vor diesem Boom in den Kanon der anerkannten Interventionsmethoden gegen die zunehmende Verbreitung der chronisch degenerativen Erkrankungen.

Da in den 90iger Jahren die Gesundheitsförderung von vielen gesetzlichen Kassen als Marketinginstrument eingesetzt wurde, um Kunden attraktive Extraleistungen zu offerieren, waren die Kassen auch ohne wissenschaftliche Fundierung gerne bereit, alle möglichen Leistungen wie auch Tanz- und Skikurse zu finanzieren, um die Kunden – also die Versicherten – anzulocken und zu  binden. Es lag auf der Hand, das allseits beliebte Yoga hiervon nicht auszunehmen. Die Kritik an dieser Zweckentfremdung der Prävention führte zu einer Abschaffung des § 20 SGB V in den Jahren 1997 – 2000. Mit der Wiedereinführung einer qualitätsgesicherten Prävention im Jahr 2000 wurden dann zwar allgemeine qualitative Standards für Präventionsangebote eingeführt, die jedoch im Bereich des Yoga bis heute als sehr lückenhaft und unvollständig  anzusehen sind und nicht konsequent umgesetzt wurden.

 Dem sogenannten „Hatha Yoga“ wird seitens der gesetzlichen Krankenkassen pauschal eine Wirksamkeit als palliative Entspannungsmethode  gegen Stress zugeschrieben.

Klassisches Yoga selber beansprucht im Rahmen einer Art „Ordnungstherapie“  die Gesundheit im Rahmen eines ganzheitlichen Konzeptes auf vielen Ebenen äußerst wirksam zu fördern. Deshalb wird die Einordnung von Yoga  als reine Entspannungsmethode dem umfassenden Anspruch des Yoga und der Vielfalt seiner Methoden und Wirkebenen tatsächlich nicht gerecht.  Yoga reklamiert für sich selber, ein umfassendes Methodenkonzept für die Förderung und Erhaltung der Gesundheit auf vielen Gebieten zu besitzen. Ein durchschnittlicher Yogakurs legt den Focus nicht nur auf die Entspannung.

Die eingesetzten Methoden der Entspannung selbst differieren erheblich. Die Asana Praxis, die Körperübungen,  dienen auch, aber nicht nur der Entspannung. Mindestens in gleicher Weise wird der Bewegungs- und Halteapparat angesprochen. Atemübungen, Reinigungsübungen zur Entschlackung, und Ernährungsempfehlungen gehören ebenso zum Repertoire wie Meditation. In manchen Kursen spielt die Entspannung oder Meditation aber auch gar keine besondere Rolle, da die sportliche Betätigung mit Hilfe der Asanas ganz im Vordergrund steht.

Recherchen zeigen erstaunlicherweise, das die Wirkung von „Hatha Yoga“ als Entspannungsmethode wissenschaftlich gar nicht untersucht ist. Bei der Behauptung, Yoga sei in jedem Fall entspannungswirksam, handelt es sich deshalb nur  um eine wohlwollende Unterstellung, die bis heute den Beweis schuldig geblieben ist.

In verschiedenen Yogarichtungen spielt die Entspannung nahezu gar keine Rolle. Viele moderne Yogarichtungen beschränken sich auf Asanas, die reinen Körperübungen.

Es  liegt ein gewaltiges Versäumnis der  Fachverbände, in den vergangenen Jahrzehnten zur wissenschaftlichen Absicherung des Yoga und Klärung der Methoden und Prinzipien nahezu nichts beigetragen zu haben. Immer noch- oder wieder- herrscht hier in weiten Strecken ein sogenanntes „spirituelles“ oder mystisch verklärtes Bild des Yoga vor.

Zwar möchte man nach außen durchaus „säkular“ erscheinen – aber dahinter verbirgt sich häufig ein religiöser oder spiritueller missionarischer Hintergedanke, der einem aufgeklärten Ansatz des Yoga eher  im Wege steht. Zudem sind alle Fachverbände im Wesentlichen mit den partikularen Interessen ihrer Mitglieder befasst.

Die Frage, die sich heute nach dieser Bestandsaufnahme stellt, ist, ob es in der Pauschalität überhaupt berechtigt ist, sogenanntes Hatha Yoga als Methode der Gesundheitsförderung oder speziell der Entspannung zu betrachten und diese Wirksamkeit als Entspannungsmethode unterschiedslos bei allen Yogastilen als heute gegeben zu betrachten. In jedem Fall sollten die Vorraussetzungen einer solchen Anerkennung klarer gefasst werden.

Hatha Yoga – auf den die Kassen als Entspannungsmethode anerkennen – ist der traditionelle Sammelbegriff für den eher körperorientierten Yoga. Tatsächlich ist es aber  so, dass innerhalb des sogenannten Hatha Yoga heute sehr viele verschiedene Richtungen existieren, die sich in Zielen und Methodik teilweise vollkommen unterscheiden.

Es wird inzwischen von bis zu 40 Richtungen gesprochen, die sich in Ansatz und Methodik teilweise kaum noch ähneln. Zwischen „Bikram Yoga“ – einer eher martialischen Übungsfolge in 42 Grad heißen Räumen und „Yin Yoga“ mit sehr langem, bewegungslosen Verharren in einigen wenigen entspannenden Posen liegen konzeptionelle Welten. Während „Iyengar Yoga“ beispielsweise langes Verweilen in extremen Yoga Posen mit maximaler Anspannung und Dehnung empfiehlt, verzichtet der Viniyoga gleich ganz auf statisches Halten und propagiert eher sanfte und dynamische Bewegungsfolgen.

Hatha Yoga kann demzufolge heute nicht mehr als Sammelbegriff für eine einheitliche Übungsmethode verwendet werden. Es gibt, wie William S. Broad (Yoga and Science) festgestellt hat, „verschiedene Yogas“. Die Begriffsbestimmung ist  so überdehnt, das nicht mehr gesagt werden kann, um was sich hierbei handelt, welche Übungen und welche Prinzipien zur Anwendung kommen.

Auch  ein Rekurs auf den traditionellen Begriff des „Hatha Yoga“ hilft wenige.  Dieser Begriff bezieht sich auf den tantrischen Yoga, wie er in den mittelalterlichen Texten – etwa der Hatha Yoga Pradipika und Gheranda Samhita – dargestellt ist. Zwar findet sich hier eine Quelle des modernen, seit etwa 100 Jahren entwickelten Yoga und der dort verwendeten Methoden, aber eine Eignung für Zwecke der modernen Gesundheitsförderung und der Entspannung kann in den magischen Konzepten zur „Erweckung der Kundalini“ niemand ernstlich sehen.

Als Konsequenz der Ausdifferenzierung der Yogakonzepte und Yogarichtungen muss deshalb  gelten, dass

„wer heute vom Yoga spricht, erklären muss, was er damit meint“

Zugleich muss sich Yoga von den großsprecherischen Behauptungen befreien,  ein Allheilmittel für alles und jedes zu sein. Yoga muss sich stärker an der Wissenschaft orientieren. Tripada geht davon aus, das der Vertrauensvorschuss, den Yoga auf Grund seines legendären Rufes in der Öffentlichkeit genießt, eines Tages aufgebraucht sein wird, wenn sein Potential nicht in eine klarere, besser reflektierte und in Methoden und Wirkungen überprüfbare Form gebracht wird.

Jedes dieser vielen „Yogas“ hat demzufolge heute die Pflicht, über die je eigenen  Prinzipien, Methoden, Ziele und Grundsätze Rechenschaft abzulegen, wenn die spezifischen Ansätze in der Gesundheitsförderung berücksichtigt werden sollen. Aussagen über Wirkungsweisen von Yoga können nur getroffen werden, wenn die angewandte Methodik eindeutig und reproduzierbar spezifiziert wird und sodann entsprechenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien zugeführt wird.

Der kleinste gemeinsame Nenner des Begriffes „Yoga“ besteht heute nur noch darin, das es sich um – im weitesten Sinne – körperorientierte Methoden aus dem weiten Feld des traditionellen und modernen Yoga handelt. Der Begriff Hatha Yoga grenzt dies traditionell von klassischen Yogarichtungen wie beispielsweise Bhakti Yoga (religiöse Hingabe), Karma Yoga (selbstloses Handeln) und Jnana – Yoga (Meditation und Studium) ab, bei denen körperliche Übungen keine oder eine untergeordnete Rolle spielen. Der klassische, historische Hatha Yoga nimmt zwar nicht das Denken, Handeln oder Singen, sondern stärker den Körper zum Ausgangspunkt des Yoga, ist aber nicht weniger ein esoterisch – spiritueller oder religiöser Weg, der mit seiner säkularen Neufassung für Fitness und Gesundheit kaum etwas gemein hat.

 Von einer pauschalen Eignung aller heutigen Richtungen und Spielarten des modernen und traditionellen  Hatha Yoga für Zwecke der Gesundheitsförderung (des Bewegungs- und Halteapparates und der Entspannung) kann heute nicht  mehr ausgegangen werden, auch nicht, wenn man, wie die gesetzlichen Krankenkassen eine berufsbegleitende Ausbildung von mindestens 2 Jahren und 500 Stunden  zu Grunde legt.

Generell sind hier rein quantitative Rahmenrichtlinien nicht zielführend, wenn das gesamte Yogaverständnis etwa von extremen Übungen oder esoterisch- spirituellen Zielstellungen geprägt ist und nicht ein weltanschaulich neutrales Konzept mit Zielstellungen der Gesundheitsförderung verfolgt.

Entgegen den mystischen Verklärungen entspringen viele dieser Übungsformen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen (Vgl.: Singleton, Mark – Origin of Yoga Postures, Oxford University Press 2010) auch nicht alleiner einer bisher behaupteten ungebrochenen jahrtausendealten Tradition, sondern es handelt sich um Neuerfindungen und Reformulierungen des Yoga im 20. Jahrhunderts, teilweise scheinbar auch mit Vermischungen mit westlicher Gymnastik.

Bei vielen extremen Übungen aus dem Formenkreis des Yoga muss festgestellt werden, dass sie in der Gesundheitsförderung überhaupt nicht eingesetzt werden können. Weder kann  also bei vielen parareligiösen, hinduistischen und vedantischen Ausrichtungen des Yoga   die weltanschauliche Neutralität garantiert werden, noch sind die verschiedenen Ansätze immer und per se auf das Ziel der Entspannung und des Stressabbaus oder der allgemeinen Gesundheit optimiert.

Oft gehen sie mit einer offenen oder verdeckten hinduistischen, weltanschaulichen Missionierung einher, die sich der Attraktivität der Yogaübungen für die psychosomatische Gesundheit und das Wohlbefinden nur bedient, um letztlich für die religiösen Anschauungen zu werben. Häufig findet man das Argumentationsmuster, das die an den gesundheitlich ausgerichteten Übungen interessierten Personen „noch nicht so weit“ seien, aber später zu den spirituellen Inhalten finden oder geführt werden könnten.

Von daher mögen diese Ansätze jedem in seiner Freizeit  offen stehen…. eine Grundlage für die Finanzierung solcher Angebote im Rahmen der primären Prävention aus Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen ist nicht nach zu vollziehen.

Es wird von den Kassen und der „Zentralen Prüfstelle Prävention“ nicht geprüft,  ob die jeweilige ausbildende Institution oder Ausbildungsschule einem gesundheitsfördernden und weltanschaulich neutralen Ansatz folgt. Übungskonzepte des Yoga, die einheitlich entwickelt, verbindlich dokumentiert und in Hinblick auf die Eignung in der Gesundheitsförderung evaluiert worden wären, liegen im Prinzip auch nicht vor.

Ebenso wenig werden in der Regel Absolventen von Yogalehrerausbildungen auf solche Konzepte geschult, wie dies der Leitfaden fordert. Wirkannahmen über Yoga sprechen in der Regel pauschal von Yoga im allgemeinen, ohne die jeweils verwendete Yoga Methode. das Übungssetting, die angesprochene Zielgruppe und die Ziele des Trainings zu spezifizieren.

Kein einziger Fachverband (mit Ausnahme der Tripada Akademie und dem Berufsverband der Tripada Yogalehrenden) hat bis heute überhaupt Konzepte für Yoga in der Gesundheitsförderung vorgelegt,  wissenschaftlich evaluiert und schult  seine Auszubildenden auf derartige  Programme  in einer Weise, das hieraus die Befähigung als Übungsleiter hervorgeht.

Eine in der  Gesundheitsförderung angewendete standardisierte Methode aus dem Kontext des Yoga ist das „MBSR Training“ von Dr. Jon Kabat Zinn. Hier wurden für Menschen im klinischen Kontext einfache Asanas (Körperübungen), eine einfache grundlegende Entspannungsübung (Body Scan) und einfache Meditationen mit Hintergrundinformationen zum Thema Stress sowie ein Achtsamkeitstraining kombiniert angeboten. Die Methode ist nahezu vollständig aus dem Yoga entlehnt.  MBSR firmiert aber  nicht unter dem Namen Yoga. Es handelt sich um eine standardisierte Methode eines multimodalen Stressbewältigungstrainings, welches sich der Yoga Methoden bedient und seine Herkunft sprachlich verschleiert.

In ähnlicher Weise hat Dr. Herbert Benson (Mind- Body Institite der Harvard Medical School) eine universelle Methodik der Meditation als Methode der Mind- Body-Medizin entwickelt, die aus dem religiösen Kontext  enthoben und auf die technischen Elemente reduziert wurde. Sie ist in der Lage, Stress abzubauen und die „Relaxation Response“ auszulösen.

Generell haben Konzepte aus dem Yoga Eingang in Prävention und Therapie gefunden, allerdings zumeist in einer „synthetisierten“  und „säkularisierten“ Form mit klarer Methodik wie bei MBSR und der Benson – Meditation.  Eine ähnliche Geschichte weist auch das Autogene Training und die PMR auf, die in ihrer Entwicklung ebenfalls von asiatischen Methoden des Yoga und der Meditation inspiriert waren, sich aber stark um Abgrenzung von den „esoterischen“ und „religiösen“  Wurzeln bemühten.

Yoga selbst wird  als Interventionsmethode der Gesundheitsförderung heute einer zentralen Forderung der Qualitätssicherung nicht gerecht, wie sie im Leitfaden selber als Bedingung formuliert sind.

 Es liegen keinei standardisierte Kurskonzepte und Trainermanuale vor, die den Kriterien einer wissenschaftlichen Evaluation und Absicherung genügen könnten.

Die gegenwärtige Praxis läuft nämlich darauf hinaus, dass Yogalehrende in Eigenregie individuelle Kurskonzepte entwerfen und diese zur Zertifizierung einreichen. Diese Konzepte sind aber weder in ihrer Wirkung vorab wissenschaftlich untersucht noch unterliegen sie einer begleitenden wissenschaftlichen Evaluation. Die prüfenden Instanzen sind fachlich auch gar nicht in der Lage, die Qualität dieser Konzepte und ihre Wirksamkeit in der Praxis zu prüfen.

 Tripada Yoga

Um hier eine Klarheit zu schaffen, legt Tripada Yoga auf der Grundlage und Weiterentwicklung des Yogaverständnisses von Dr. M. L. Gharote und des Kaivalyadhama Institutes in Lonavla die Übungsprinzipien, Übungsmethoden sowie die verwendeten Techniken, die angesprochenen Zielgruppen und Ziele eindeutig dar. Alle Tripada Yogalehrer werden hierauf geschult. Zudem stellt sich Tripada Yoga mit einer klaren und verbindlichen Methodik einer wissenschaftlichen Überprüfung und Evaluation. Nur auf der Basis einheitlicher Konzepte ist eine Vergleichbarkeit gegeben, sind Aussagen über Wirkungen möglich.

 

Tripada Yoga stellt sich als eigenständige Methode der Gesundheits-förderung vor und ist zugleich eine Plattform für die Modernisierung des Yoga

Die Grundsätze des Tripada Yoga) basieren auf dem Verständnis, wie sie von Dr. M.L. Gharote als Vertreter eines wissenschaftlich begründeten Yoga nahegelegt  wurden.

In Übereinstimmung mit den Intentionen des Begründers, hatte das Kaivalyadhama Institut in Lonavla sich seit 1924 bis etwa 1950 der wissenschaftlichen Erforschung und Entmystifizierung des Yoga verschrieben. Einer der wichtigsten Leitsätze des Begründers  G. Gune lautete, keinerlei Behauptungen über die Wirksamkeit von Yoga aufzustellen, die nicht wissenschaftlich begründet sind. Mit diesem Vorsatz ist Herr Gune weit von den ebenso großsprecherischen wie unbewiesenen Behauptungen über die phantastischen Effekte der Yogapraxis (vom Verschwinden grauer Haare und Falten, jedweder Gesundheitsstörung bis hin zu detaillierten Wirkangaben bei jeder einzelnen Yogahaltung) abgerückt.

Das  Kaivalyadhama  Institut war über 30 Jahre bis in die 50iger Jahre des 20. Jahrhunderts  die führende Autorität in Indien im Bereich einer Säkularisierung, einer wissenschaftlichen Begründung und der Entwicklung praktikabler Yoga – Übungskonzepte für Prävention, Therapie und Pädagogik..  Mit dem Bedeutungsverlust dieser Einrichtung seit den 1950iger Jahren hat leider generell auch die Beziehung zwischen Yoga und Wissenschaft zunehmend an Bedeutung verloren. Gerade in den letzten 20 Jahren kam es indes zu einer massiven Remystifizierung des Yoga gerade durch sektenartige Erscheinungen. Die Bezugnahme auf Wissenschaft beschränkt sich zumeist darauf, oft fragwürdige kleinere Studien über die therapeutische Wirkung von oft nicht näher definierten Yogapraktiken als Beweise zu zitieren.

Für den Tripada Ansatz  kommt es nicht auf eine Definition dessen an, wer näher an einer beliebigen historischen Wahrheit von Yoga sein soll, sondern es geht um die Definition und Spezifizierung der Ziele, der Übungen, der Prinzipien und der Methoden, die heute in der Gesundheitsförderung im Rahmen des Tripada Yoga oder eines anderen Yoga angewendet werden können.

Erst durch die Formulierung klarer Prinzipien und ihrer zielgruppenbezogenen Umsetzung in adäquaten Übungsprogrammen und Curricula, bezogen auf die Bedürfnisse der Menschen hier und heute, entsteht Transparenz und Vergleichbarkeit. Sie bilden den Boden für eine seriöse, valide und vertrauenswürdige wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit der Methoden des Tripada  – Yoga oder anderer Yogaansätze in verschiedenen Feldern.

Denn zweifellos ist jede wissenschaftliche Untersuchung über Yoga nur gültig für die jeweilige angewendete Yoga – Methode, Übung oder Übungsfolge. Ohne Rechenschaft über die angewendeten Übungen und Prinzipien bleibt die Aussagekraft einer jeden Untersuchung beschränkt und ist nicht auf andere „Yogas“ zu verallgemeinern.

Ziele und Methoden des Tripada Yoga als Methode der Gesundheitsförderung leiten wir ab aus dem

  • Übungsspektrum des traditionellen Yoga,
  • dem mehr philosophischen und psychologischen Yoga Sutra Patanjalis
  • den Texten und Konzepten des Hatha Yoga
  • allen neueren Entwicklungen im Yoga des 20. und 21. Jahrhundert.

All diesen Quellen gegenüber bewahren wir eine kritische Distanz. Wir werten sie aus und versuchen, sie in eine moderne Sprache und Begrifflichkeit zu übersetzen und so zu eigenen Definitionen zu finden.

Zudem ist der Bezugspunkt des Tripada Yoga die moderne Wissenschaft. Neben Medizin und Psychologie finden wir als Bezugswissenschaften im engeren Sinne die Konzepte der Gesundheitsförderung, der Prävention, die Stresstheorien, die Salutogenese, die Psychoneuroimmunologie, die Mind- Body-Medizin sowie Kognitionswissenschaften, Lerntheorien und die Pädagogik sowie die Trainings- und Sportwissenschaften.

Auf Basis dieser Erkenntnisse und Konzepte werden die klassischen Vorschläge des Yoga in eine moderne Form überführt.

Leider müssen wir feststellen, das dem Yoga vor allem ein profunder Aberglauben zu Grunde liegt. Sicherlich wird dieser Aberglaube gestützt durch die positiven Übungserfahrungen, die Millionen Menschen mit Yoga machen.

Tatsache ist aber auch, das Yoga als wissenschaftlich begründete psychosomatische Übungsmethode heute kaum einen Boden hat. Die meisten Yogatraditionen begründen ihre Praktiken damit, das man das in dieser Tradition eben so macht. Es fehlt an jedweden Reflektionen des „Wie“ und „Warum“.

Statt dessen werden autoritäre Strukturen der unkritischen Guru- Gefolgschaft gepflegt, die diesen Mangel verdecken.

 Diese Usancen sind „Yoga von Gestern“.

 

Indra Devi über Entspannung 1956

Indra Devi   „Durch Yoga jugendfrisch“

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Die Wichtigkeit der Entspannung kann kaum überschätzt werden, und jeder Mensch sollte ihre Technik lernen. Die Entspannung von Körper und Geist hat seit jeher in der Yoga- Ausbildung eine Hauptrolle gespielt. Die Yogi begriffen, dass geistige Erleuchtung nicht von einem Menschen erreicht werden kann, der nicht gleichmütig und ruhig ist. und dessen Muskeln angespannt und starr sind. Man muß völlige Gemütsruhe bewahren, um sich der Meditation hingeben zu können. Zu diesem Zweck haben die Yogi besondere körperliche und geistige Übungen entwickelt, die den Geist und die Muskulatur nach und nach entspannen.“

 

Die Tripada Akademie begrüßt die zentrale Zertifizierungsstelle der gesetzlichen Kassen

Pressemitteilung der Tripada Akademie und des Tripada Yogalehrerverbandes

BDY_Pressemitteilung: Kassen_ignorieren den praeventiven_Nutzen_von_Yoga

Liest man diese  Pressemitteilung des BDY, fragt man sich, wie realitätsfremd der gegenwärtige Vorstand der selbsternannten Vertreter aller „Yogalehrenden in Deutschland“ agiert. Die Kassen negieren den präventiven Nutzen von Yoga???

Seit  mindestens 14 Jahren fördern die Kassen Yoga im Bereich der Prävention nach § 20 SGB V.

Ist das dem BDY nicht aufgefallen?

Der BDY beschwert sich hier über etwas anderes. Er möchte seit Jahren für die kleine Gruppe seiner Mitglieder, die private Ausbildungsschulen unter dem Vereinslabel „BDY“ betreiben, Sonderrechte bei der Anerkennung durch die Kassen gegenüber allen anderen Anbietern erreichen. Das Problem besteht also nicht darin, das die Kassen den präventiven Nutzen von Yoga negieren würden, sondern das sich die Qualitätsansprüche der Kassen von denen des BDY an dieser Stelle unterscheiden.

Die  Tripada Akademie begrüsst die Einrichtung einer zentralen Zertifzierungsstelle durch die gesetzlichen Krankenkassen für die Prüfung von Angeboten  nach § 20 SGB V. Entgegen dem BDY unterstützen wir auch das duale Anforderungsprofil, welches einen staatlich anerkannten Grundberuf fordert neben einer Zusatzqualifikation im Bereich Yoga über 500 Stunden. 

Die Einrichtung einer zentralen Zulassungstelle  erleichtert den Anbietern nicht nur erheblich die Arbeit. Die Zertifizierung kann an einer zentralen Stelle vorgenommen werden. Sie ist bundesweit gültig und das Ergebnis für alle Kassen und Versicherten zugänglich.

Zudem werden aber in der Zukunft solche Angebote aussortiert, die bisher die Qualitätsanforderungen umgehen konnten.  Sie werden bei der nächsten Rezertifizierung fallen, wenn keine ausreichenden Qualifikationen nachgewiesen werden. Spätestens dann werden viele  Anbieter abgelehnt, die den Anforderungen nicht entsprechen, aber wegen lokaler Sonderbehandlungen  in den Genuss der Anerkennung gekommen waren. Dies dürfte auch viele BDY Yogalehrer treffen, denen der Grundberuf fehlt.

Die Tripada Akademie unterstützt die Bemühungen der gesetzlichen Krankenkassen um die Sicherung der Qualität in vollem Umfang.

Hierzu gehören für Yoga:

  • ein staatlich anerkannter Grundberuf in einem pädagogischen       oder gesundheitsbezogenen Bereich
  • eine Yogalehrerausbildung über 500 Stunden Präsenzunterricht
  • Vorlage eines Kurskonzeptes und Trainermanuals
  • die Schulung der Kursleiter auf die Kurskonzepte
  •  ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis und Evaluation

Eine “Aufweichung” der Zulassungskriterien lehnen die Tripada Akademie und der Tripada Yogalehrerverband ab. Im Gegenteil wird eine konsequentere Prüfung für wünschenswert gehalten. Die vom BDY geforderte Sonderstellung einer Zulassung  ohne staatlich anerkannten Grundberuf wird von der Tripada Akademie als sachlich ungerechtfertigt  zurückgewiesen. Das für Anbieter von Angeboten der Prävention aus Gründen der Qualitätssicherung grundsätzlich ein staatlich anerkannter Grundberuf und eine Zusatzqualifikation in der jeweiligen Interventionsmethode verlangt wird, ist ein grundlegendes Merkmal aller Angebote der qualitätsgesicherten Gesundheitsförderung. Es gibt keinen Grund, im Bereich des Yoga von diesen Grundsätzen abzuweichen.

Tripada Yogalehrer, die in der Gesundheitsförderung tätig und zertifiziert sind, haben  einen staatlich anerkannten Grundberuf. Dies gehört zu den Zulassungsbedingungen der auf die Gesundheitsförderung ausgerichteten Ausbildung.

Ein einheitliches Yoga existiert heute gar nicht mehr.

In der heutigen  “Vielfalt der Yogastile” finden sich nicht wenige  mit ausgesprochen esoterischem oder  “spirituellen” Charakter, denen es an der notwendigen weltanschaulichen Neutralität fehlt. 

Es  finden sich auch viele Yogarichtungen, bei denen die gesundheitlichen Gefahren den Nutzen überwiegen können. Hierzu zählen zum Beispiel Yogastile mit einem extremen körperlichen Übungsangebot, Leistungsdenken und autoritären Strukturen, die sehr weit verbreitet sind. 

Yoga kann erwiesenermassen auch schädlich sein. Yoga als mitunter martialischer Freizeitsport wie im Ashtanga Yoga oder als Religionsersatz wie bei den Vedantaschulen ist nicht zu verwechseln mit Yoga in der Prävention.

Diese Konzepte gehören in den Freizeitbereich der persönlichen Lebensgestaltung, sollten aber in der Gesundheitsförderung keine Berücksichtigung finden.

Auch im  BDY wird von vielen Mitgliedern  immer wieder der sogenannte „spirituelle“ Charakter des Yoga betont, wenn man auch gerne “säkular rüberkommen” möchte. Gerade aber verdeckte Missionierungen eines eigentlich religiösen Yoga- Verständnisses muss der aufgeklärte und säkulare Yoga in der Gesundheitsförderung entgegentreten.

Der BDY ist entgegen seiner Namensgebung zwar nicht wirklich der Vertreter der Yogalehrenden in Deutschland.  Er vertritt  laut Satzung  seine eigenen Mitglieder, von denen wiederum nur ein Teil einen BDY Titel innehat. Tatsächlich sind im BDY viele verschiedene Yogarichtungen vertreten. Er ist laut Eigenwerbung der einzige traditionsübergreifende Yogaverband und integriert eine Vielfalt von Yogarichtungen.

Viele Mitglieder verfügen nicht über einen staatlich anerkannten Grundberuf in einem sozialen oder pädagogischen Bereich. Ein Großteil der BDY Mitglieder hat zudem eine Ausbildung völlig unbekannter Herkunft. Mindestens ein Drittel der Mitglieder hat die Ausbildung bei einem anderen Institut und nicht beim BDY gemacht und verfügt demzufolge auch nicht über einen BDY Abschluss. Der BDY hat über diese Lehrgänge, ihre Ausgestaltung und Inhalte  keinerlei Kenntnis. 

BDY bildet keine Yogalehrer aus

Auch bildet der BDY seit Jahren seit 2006 keine Yogalehrer mehr aus.  Er hat vielmehr diese Ausbildungstätigkeit als Verein aufgegeben und privatisiert, eine Marke hierfür angemeldet und stellt die Markenrechte einer kleinen Gruppe von Mitgliedern und deren Ausbildungsschulen zur Vermarktung zur Verfügung.  Jede Stellungnahme des BDY ist deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Lobbyarbeit für diese  Gruppe von Unternehmern  zu betrachten, denen ein steuerbegünstigter Verein durch Übernahme unternehmerischer Teilleistungen zuarbeitet. Neben dieser steuer- und vereinsrechtlich  problematischen Konstruktion  einer Vermischung von Marktinteressen privater Unternehmer und steuerbegünstigter Vereinsarbeit   sind  die pauschalen Qualitätsangaben des BDY in Bezug auf die Ausbildungen für die Gesundheitsförderung  nicht belastbar. 

Die Ausbildungslandschaft der vom BDY autorisierten Ausbildungsschulen erweist sich als heterogene Vielfalt von Yogastilen und kann demzufolge keinen einheitlichen Inhalten in Bezug auf die Gesundheitsförderung unterworfen sein.

Eine einheitliche BDY – Ausbildung liegt gar nicht vor. Die vorgebliche Einheitlichkeit beschränkt sich auf Merkmale wie Fächer, Themen und Stundenanzahl.

Dieser einheitliche Charakter  ist schon deshalb auszuschließen, weil vollständig divergente Yogarichtungen protegiert werden. Eine generelle Eignung  in fachlicher, methodischer und didaktischer Hinsicht eines nicht existenten “BDY Yoga” für die Gesundheitsförderung kann deshalb nicht angenommen werden und ergibt sich auch nicht aus der bloßen Länge einer Ausbildung.

Der BDY kann mit dem Ausbildungsangebot der von ihm unterstützten privaten Ausbildungsschulen oder mit einer Mitgliedschaft in diesem Verband die geforderte Qualität für Yoga in der Gesundheitsförderung nicht in einer Weise sicherstellen, das ein Verzicht auf das duale Profil gerechtfertigt wäre.

Dies wäre, wenn, nur über eine staatlich anerkannte, säkulare und auf die Gesundheitsförderung optimierte Ausbildung gerechtfertigt. Diese liegt beim BDY in keiner Weise vor. 

Seinen Mitgliedern und der Öffentlichkeit suggeriert der BDY schon seit Jahren, eine Art „offizieller“ und  fast staatlich „anerkannter“ Yogaverband  zu sein. Viele Mitglieder ohne den erforderlichen staatlich anerkannten Grundberuf erhoffen sich deshalb über die Mitgliedschaft im BDY den Zugang zu den Kassen. Diese Suggestion ist aber unzutreffend und stellt eine verfehlte Verbandspolitik dar.

Eine Sonderrolle für Personen, die einen vom BDY anerkannten Abschluss oder eine Mitgliedschaft im BDY vorlegen, und der Verzicht auf  das duale Anforderungsprofil, ist  sachlich nicht gerechtfertigt und wird von den Kassen auch zu Recht nicht unterstützt. 

Bei Personen mit einer staatlich anerkannten Grundausbildung und einer Zusatzqualifikation kann in anderer Weise als bei Personen ohne Grundberuf ein Grundwissen in Fragen der Gesundheit und der Erwachsenenbildung angenommen werden. Neben der dualen Grundqualifikation ist  auch größerer Wert auf die Kurskonzepte, die Trainermanuale und Kursunterlagen, die Schulung der Dozenten auf diese Konzepte sowie die Räumlichkeiten und deren Ausstattung  zu legen. Ausbildungen sollten zudem einen klaren konzeptuellen Bezug zur Gesundheitsförderung aufweisen und keine extremen Übungsformen transportieren.

Bedauerlicherweise finden heute immer  zu  viele Yoga – Angebote Anerkennung durch die Kassen, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden.

Die zentrale Zertifizierungsstelle ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Tripada Akademie und der Tripada Yogalehrerverband vertreten den Standpunkt, dass nur solche Yogaangebote von den Kassen gefördert werden sollten, die den Anforderungen und Zielen der Gesundheitsförderung gemäß dem Leitfaden der Spitzenverbände in vollem Umfang entsprechen.

Eine “Aufweichung” der Zulassungskriterien lehnen die Tripada Akademie und der Tripada Yogalehrerverband ab ebenso wie eine Sonderstellung des BDY.

Frontalunterricht oder aktives Lernen?

METHODIK UND DIDAKTIK

Methodisch und didaktisch war meine eigene Ausbildung (bei der GGF) äusserst einseitig. Die vorherrschende Methode war der monologisierende Vortrag, so dass wir mit 27 Personen von Freitag bis Sonntag zumeist passiv zuhörend herumsassen, bis der Rücken schmerzte und man völlig zugeschüttet war.  Das Rumsitzen und Zuhören wurde nur von gelegentlicher Praxis unterbrochen. Die Seminare wurden so ermüdend und anstrengend.Bis auf gelegentliche Fragerunden gab es keine dialogischen Elemente. So konnten  Inhalte widerspruchslos an den Mann oder die Frau gebracht werden. Es gab sonst keine aktive Beteiligung der Teilnehmer. Diese Form des passiven Frontalunterrichtes ist didaktisches Mittelalter,

Verbesserung:

In der Tripada Akademie wird demgegenüber nicht nur das Prinzip des aktiven Lernens angewendet, sondern auch das eigenständige und kritische Denken gefördert. Deshalb kommt eine methodische Vielfalt zum Tragen, die Referate, Kleingruppenarbeit, philosophische Cafes, vielerlei unterrichtspraktische Übungen, Feedbacks, Brainstorming und andere Elemente einsetzt. Die Seminare sind so abwechslungsreich, anregend, aktiv mitgestaltet und nutzen alle Sinne zum Lernen.
Am Ende eines Seminares ist man nicht erschöpft, sondern in einer guten Verfassung, ähnlich wie nach einer Yogapraxis. Manchmal ist es aber auch etwas anstrengend. Wichtig ist hier aber das aktive Lernen, welches wesentlich wirksamer ist als passive Lernformen. Was man sich selber erarbeitet hat, behält man auch.

Meine Ausbildung in der GGF 1994 bis 1998

Meine Yogalehrerausbildung bei der GGF (Gesellschaft für geisteswissenschaftliche Fortbildung) unter Leitung von Leopoldo Chariarse in Düsseldorf war in den Jahren 1994 bis 1998. Es gab damals nur 2 Schulen in der weiteren Umgebung. Die Ausbildung war im Ganzen recht gut, was vor allem auch an der Anbindung der GGF an das Kaivalyadhama Institut in Lonavla, der Länge der Ausbildung und einer gewissen Vielfalt der Dozenten lag.

Die Ausbildung hatte trotz ihrer relativen Qualität aber auch sehr viele Mankos und Defizite – das bedeutet, man kann das in vielen Punkten sehr viel besser machen. ZU den Schwächen der Ausbildung werde ich noch weiter Stellung nehmen und erläutern, was bei uns anders und besser gemacht wird.

Bis heute ist das Kaivalyadama Institut meines Wissens die einzige Yoga Institution in Indien, die die Yogaübungen konsequent an die Möglichkeiten des modernen Menschen angepasst hat. Die dort vermittelten Praktiken sind sehr viel moderater, als man das in den „Martial Arts“ des Ashtanga Yoga und letztlich in den meisten alten Yogabüchern findet. Trotzdem sind auch diese Übungen zum Teil schon veraltet und so nicht mehr umsetzbar. Ob Sivananda mit der Rishikesh Reihe, Iyengar (siehe „Licht auf Yoga“) oder Krischnamacharyas „Live Saving Session“ – alle haben sich im Grunde des gleichen Übungspools bedient. Diese klassischen Übungen gehen an den Möglichkeiten der meisten heutigen Yogaübungen leider sehr weit vorbei und verbieten sich in der Gesundheitsförderung.

Neben der moderaten Modifikation der Übungspraxis an die Bedürfnisse des „average man of health“ ist ein klarer und strenger Bezug auf die Yogatradition gegeben, welche mit einer wissenschaftlichen modernen Fundierung zusammenging. Dieses Niveau ist selten, eigentlich fast nirgendwo, zu finden. In der GGF hat dies Dr. Gharote repräsentiert mit seinem klaren Rekurs auf die Yogatradition und seinem ebenso klaren wissenschaftlichen Denken. Ingrid Kohlhöfer hatte im Kaivalya Institut gelernt und stand für sauberes Handwerk, mit das Wichtigste für einen Yogalehrer. Dr. Gharote ist als „Spiritus Mentor“ in der Ausbildung der Tripada Akademie stets präsent.

Die Mängel von damals wollen wir nicht fortsetzen, sondern es besser machen, die guten Sachen übernehmen.