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Die dunkle Seite von Yoga – W wie Wissen – ARD | Das Erste

Die dunkle Seite von Yoga – W wie Wissen – ARD | Das Erste.

Die Kritik, die Dr. Günther Niessen ausdrückt, ist berechtigt.

Seit 15 Jahren beobachten wir eine zunehmende Häufung von Verletzungen durch Yoga. Verantwortlich hierfür sind nach unseren Erfahrungen  „traditionelle“ Yogastile wie Sivananda Yoga, Ashtanga Yoga und Power Yoga und  Vinyasa Yoga. William Broad ist es mit seinem Buch „Yoga und Wissenschaft“ zu verdanken, diese Entwicklung thematisiert zu haben. In der Yogascene wird das Thema aber weiter konsequent tabuisiert, ignoriert und totgeschwiegen.

Yoga wird  falsch praktiziert,  wenn  die elementaren Prinzipien des Yoga nicht berücksichtigt werden. Das elementare Prinzip ist das achtsame, sanfte und nicht gewaltsame Üben in den eigenen Grenzen.

Die Idee, dass Yoga immer gesundheitsfördernd wäre, ist heute nicht mehr aufrecht zu erhalten. Gerade extreme Yogaübungen und solche, die nicht an die individuellen Bedürfnisse einer Person ausgerichtet sind, können kurz- und langfristig schädigen.

Broad weist darauf hin, dass angeblich fast alle amerikanischen Yoga „Stars“ – was immer das sein soll – unter massiven Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden. Unter den aufgezählten Personen sind besonders viele Iyengar – Schüler. Iyengar hat – auf Basis seiner gewaltsamen Ausbeutung durch Krishnamacharya – die Schaustellung extremer Posen immer weiter getrieben und dazu beigetragen, eine verzerrte extremsportliche Sicht des Yoga zu popularisieren. Es liegt nahe, dass die langfristige Praxis absurder Stellungen, wie sie in „Licht auf Yoga“ empfohlen werden, zu Langzeitschäden führen kann.

Im Power, Ashanga und Vinyasa Yoga sind die Risiken strukturell schon wegen der Kombination von kurzen „Ausbildungen“ und schwierigen Übungen sowie derimmdanenten Autoritätshörigkeiten gegeben. Fragt man Lehrer dieser Disziplinen nach dem Sinn ihres Tuns, wird man feststellen, das konkrete Begründungen der Übungskonzepte nicht existieren. Entweder wird man auf die Autorität der „Tradition“ verwiesen, oder bekommt zu hören, das „Brahman im Knöchel wohnt“ oder „die Sonne im Steißbein untergeht.

Fakt ist: Yogalehrer wissen oft weder, was sie tun, noch warum sie es tun—sieht man einmal von den traditionellen „Pseudoerklärungen“ ab. 

Die Seriosität heischenden  Label „international anerkannt“, etwa über die „A – merican Y-oga A-ssociation“ halten wir für Fake- es sind Label ohne nennenswerte  Qualitätsaussage. Dieser US – amerikanische Zertifizierungsverein lässt sich seine Label gut bezahlen, denn sowohl registrierte Schulen als auch Lehrer müssen jährlich tüchtig löhnen.

Unseriöse Yogatherapie

Allerdings trägt Herr Niessen selber zu diesen fatalen Dingen bei, wenn er als Anbieter von „Yogatherapieausbildungen“ Hinz und Kunz an Yogalehrer zu  sogenannten „Yogatherapeuten“ „ausbildet“.

Medizinische Laien ohne  entsprechende medizinische Kenntnisse werden in und bei kurzen Schulungen  Dr. Niessen ermuntert, in therapeutischen Beziehungen etwa Bandscheibenvorfälle zu „behandeln“.  Alle Körpersysteme in 5 Blockseminaren – fertig ist der Yogatherapeut mit Kompetenzen von der Physiotherapie über Internistik bis zur Psychotherapie.

Im Vergleich muss ein Physiotherapeut eine dreijährige Vollzeitausbildung durchlaufen und darf dann keinesfalls Heilberuf ausüben, sondern nur auf ärztliche Anordnung tätig sein und sicher nicht in allen Fachgebieten der Medizin.

Durch Dr. Niessen und andere Anbieter wie etwa Yoga Vidya wird dem Yogaaus kommerziellen Interessen großer Schaden zugefügt.

Jeder Yogalehrer, der sich berufen fühlt, mit Yogatherapie Krankheiten zu behandeln, macht sich strafbar, wenn er nicht Arzt, Heilpraktiker oder psychologischer Psychotherapeut ist. Hier wird nun sogar an einem Berufsbild des Yogatherapeuten gebastelt, der geradezu eine allumfassende medizinische Zuständigkeit hat.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Menschen durch solche sogenannten Yogatherapeuten schwerwiegende Schäden davon tragen.  Yogalehrer kann man heute an zwei Wochenenden werden. Yogatherapeut auch.

Yoga hat historisch nicht der  Therapie von Krankheiten, sondern der Gesunderhaltung gedient.

Für eine therapeutische Qualifikationen sind ganz andere Grundqualifikationen  erforderlich und die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde.

Wer hier keine klaren Grenzen zieht, sondern mit der Fortbildung der vormaligen Friseurin oder Verwaltungsangestellten mit einer beispielsweise 4 Wochen „Ausbildung“  zur Yogalehrerin“ nun noch die Ausübung von „Yogatherapie“ ermuntert, reproduziert die gleichen Probleme die auf der Yogaebene schon kritisiert werden.

Aus diesem Grunde ist der Beitrag  für mich fragwürdig.

Medizinische Fortbildungen  im Bereich Yogatherapie sind nur sinnvoll an Angehörige der Heilberufe zu richten. Diese werden sich aber kaum an einem medizinischen Einführungsseminar an einem Wochenende in Fachgebiete der Medizin begeistern lassen, die Inhalt einiger Vorlesungen des Grundstudiums gewesen sind.

So lange keine klaren Standards für eine staatliche anerkannte und regulierte Yogalehrerausbildung existieren, kann man Yogatherapie nicht in dieser Form verbreiten.

Die Tripada Akademie wird gegen alle Yogalehrer vorgehen, die Yogatherapie anbieten, ohne über die entsprechenden gesetzlichen Erlaubnisse zur Ausübung der Heilkunde zu verfügen.